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DEATH CAB FOR CUTIE / THE YOUTH GROUP

16.10.05, SPEKTRUM (MONTREAL)
deathcab01Die Show ist seit Wochen restlos ausverkauft und ich hab kein Ticket, denn solange bin ich noch gar nicht in der Stadt. Geht trotzdem hin, denn vielleicht hat man ja Glück und kommt trotzdem rein. Angekommen vor der Halle, wird einiges klarer. Konzerttickets sind hier wie Aktien, es wird investiert und wenn der Kurs der Band hoch genug steht, werden die Tickets abgestoßen und zwar mit einigem Gewinn. Scalpers werden diese Gierhälse hier genannt – passend. Der Kurs von DEATH CAB scheint hoch zu stehen, denn die Tickets werden für 80$ gehandelt (ungefähr das Dreifache vom normalen Preis). No Way. Zumindest nicht für mich. Aber ich bleib ausdauernd. Und das Glück belohnt mich letztendlich, denn einer der Scalper verliert vor meinen Füssen eine Karte und merkt es nicht. Da wird nicht lang gefackelt und auf Finderlohn spekuliert, sondern hinein gegangen. THE YOUTH GROUP haben soeben angefangen. Hier als das nächste große Ding gehandelt, beeindrucken sie mich nicht wirklich. Die Songs sind aus den momentan gängigen Zutaten gemischt und entbehren jeglicher Eigenständigkeit, geschweige denn Leidenschaft. Ein bisschen aufbrausend, ein bisschen Groove, ein bisschen gestellte Unterkühlung und nichts berührt. Danke auch. Pünktlich wie der Zeitplan vorschreibt, kommen DEATH CAB 22.15 auf die Bühne und werden sofort frenetisch empfangen. Zuhause noch Indie-Lieblinge, sieht es hier anders aus. Das Publikum ist sehr breit gemischt und im Durchschnitt ziemlich jung. Für mich überraschend, für DEATH CAB wohl nicht, denn sie sind gut darauf eingestellt und bringen vorwiegen Songs der beiden bekannten Platten, wobei das aktuelle „Plan“ natürlich im Vordergrund steht. Leider kommen die Songs nicht so überzeugend, wie auf Platte, was wohl am Sound liegt, denn der lässt Gitarren und Gesang ziemlich schleifen. So zünden einige Songs leider nicht, wie gewünscht, was dem Publikum wohl egal scheint, denn die lassen sich die Stimmung dadurch nicht verderben. DEATH CAB bedanken sich dafür auch artig und versuchen den Hebel doch noch umzulegen. Und es gelingt ihnen. Gerade rechtzeitig zum letzten Song, dem großartigen „Transatlanticism“ läuft doch noch alles zusammen und der Song wird zur Hymne für die nächsten Tage, so brennt sich dieser späte Gefühlsausbruch ein. Eine Gänsehaut und einen Seufzer später steh ich wieder draußen auf der Strasse. Gefüttert und doch noch hungrig.


Norbert Specht
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