Einer der besten Mangas, der es in den letzten Jahren aus dem Land der aufgehenden Sonne in unsere Breiten geschafft hat, ist "Death Note" von Tsugumi Ohba und Takeshi Obata. Die Serie wurde hierzulande von Tokyopop veröffentlicht und ist ein Pflichtkauf für Freunde intelligenter Leseunterhaltung. Nipponart brachte hierzulande die insgesamt 37 Episoden umfassende Anime-Fassung heraus, bei I-On Media sind mit "Death Note" und "Death Note – The Last Name" (beide 2006) und "Death Note – L: Change the World" (2008) drei Realfilm-Adaptionen erschienen."Death Note" beginnt mit einem unscheinbaren Notizbuch das aus heiterem Himmel auf der Straße landet und von Light Yagami (Tatsuya Fujiwara), einem hochintelligenten jungen Studenten, mitgenommen wird. Darin finden sich seltsame Regeln, welche die Benützung des mit "Death Note" betitelten Buchs erklären: Jeder, dessen Name darin eingetragen wird und von dem man das Gesicht kennt, stirbt. Wenn man keine spezifische Todesursache niederschreibt, wird die Person durch eine Herzattacke getötet. Zuerst nimmt Light die Sache nicht ernst, muss dann aber seiner Neugier doch nachgeben und trägt den Namen eines Verbrechers ein, über den im Fernsehen berichtet wird. Tatsächlich stirbt dieser – und Light sieht seine Chance gekommen, seinem unbedingten Sinn nach Gerechtigkeit zu folgen und jene Verbrecher mit dem Death Note zu töten, die dem Netz der Justiz entgangen sind. Akribisch geht er ans Werk und bringt dutzende Kriminelle um, die bereits hinter Gitter sitzen oder noch auf freiem Fuß sind.
Schnell wird die Öffentlichkeit auf die mysteriöse Mordserie aufmerksam. Mit der japanischen Aussprache des Wortes Killer, "Kira", ist dann auch schnell ein Name für den Verantwortlichen gefunden. Während viele Bürger entsetzt über die Todesfälle sind, zeigen nicht wenige offen Unterstützung für den Vollstrecker: "Müll in die Mülltonne, Kriminelle zu Kira!" Die Polizei tappt im Dunkeln, als sich der beste Detektiv der Welt in den Fall einschaltet: Ein stets anonym bleibender Ermittler mit dem Pseudonym "L" (Kenichi Matsuyama) arbeitet mit einer neu aufgestellten Sonderheit zusammen, die pikanterweise von Lights Vater geleitet wird. Durch einen Trick findet "L" heraus dass sich "Kira" im Raum Tokio befindet und macht so den ersten Zug in ihrem Duell…
Beim Spin-off "Death Note – L: Change the World" folgen wir "L"
bei einem besonders kniffligen Fall, der zu großen Teilen auf dem gleichnamigen Roman basiert. In einem thailändischen Dorf bricht eine Epidemie aus, die die Bevölkerung binnen kurzer Zeit dahinrafft – ausgelöst durch ein neuartiges Virus, das aus der Kreuzung der Erreger von Ebola und Influenza entstanden ist. Ein kleiner Junge jedoch scheint immun zu sein und entkommt mit "F", einem Verbündeten von "L", aus dem Dorf kurz bevor dieses durch das Militär mit einer Bombe kurzerhand dem Erdboden gleichgemacht wird. Vor seinem Tod gibt "F" dem Jungen den Kontakt zu Watari, dem Helfer von "L".Der Meisterermittler seinerseits wird von Dr. Kujo kontaktiert, einer seiner Kontaktpersonen. Sie unterrichtet ihn von der Bedrohung durch das neue Virus, verschweigt jedoch dass sie selbst gemeinsam mit einer Gruppe Militanter dessen Freisetzung plant, um die Erde zu entvölkern und somit auf krankhafte Art und Weise das Ökosystem des Planeten vor dem Menschen zu retten. "L" durchschaut ihre Absicht jedoch und steckt spätestens dann mittendrin in der Sache, als ein Mädchen namens Maki zu ihm stößt. Sie wurde Zeuge des Mordes durch die Fanatiker an ihrem Vater, welcher der Rolle seiner Arbeitskollegin Dr. Kujo bei der beabsichtigen Freisetzung des Virus auf die Schliche gekommen ist und dafür mit seinem Leben bezahlt hat. Gleichzeitig trägt sie Hinweise für das Gegenmittel, die ihr Vater an Watari adressiert hatte, mit sich. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, während "L" vor kurzem seinen eigenen Namen in ein Death Note eingetragen und nicht mehr lange zu leben hat.
"Death Note" und "L: Change the World" komprimieren die Plots ihrer Vorlagen auf jeweils rund zwei Stunden, was bei der Komplexität natürlich zu Abstrichen führt. Der Leser wird ungleich schneller ins Geschehen geworfen, so wird Lights Charakter weniger detailliert gezeichnet als im Manga und dem ihm sehr genau folgenden Anime. Nichtsdestotrotz erwartet den Zuseher eine über weite Strecken gut umgesetzte Story, die auf jeden Fall in Ordnung geht. Wer einerseits über die leider lahme Animation von Tottengott Ryuk hinwegsehen kann und sich für so manche typisch überspitzt gespielte Szenen der Schauspieler begeistern kann, wird gut unterhalten. Auch der Spaß (für den Konsumenten der westlichen Welt) kommt nicht zu kurz, wenn etwa extra-dramatische Tode gestorben werden oder Kenichi Matsuyama von theatralischer Musik begleitet mit dem Damenfahrrad der Kamera entgegenfährt. Der spielt seine Rolle als "L" überdies so gut, dass man am liebsten in den Bildschirm greifen würde um seine krumme Sitzhaltung zu korrigieren und ihm die Süßigkeiten wegzunehmen: Unbedingt in der japanischen Originalfassung mit Untertiteln ansehen!
# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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