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Die Marvel-Superhelden-Sammlung 113

„He(a)ven And Hel(l)“!
Die Marvel-Superhelden-Sammlung 113
© Hachette

Es war durchaus keine alltägliche Neuigkeit, die das „House of Ideas“ anno 2013 verkündete: Angela sollte fortan ihre Bahnen im Marvel-Universum ziehen, nachdem ihr Schöpfer Neil Gaiman im Jahr zuvor einen lange währenden Rechtsstreit gegen Todd McFarlane gewonnen hatte. Für dessen „Spawn“ 9 (nachzulesen hier), veröffentlicht 1993, hatte der „Sandman“-Mastermind den kriegerischen Engel einst kreiert, nun die volle Kontrolle über ihn zurückerhalten und in einem ebenso überraschenden wie ungewöhnlichen Schachzug an Marvel verkauft. Dort ließ man Angela im Rahmen des Events „Age of Ultron“ sozusagen erstmals an ihrer neuen Wirkungsstätte auftreten, bevor sie in „Guardians of the Galaxy“ (Vol. 3) 5 und 6 auftauchte und Peter Quill und seiner Crew einen ordentlichen Schlagabtausch lieferte.


Diese beiden flott inszenierten US-Hefte von Brian Michael Bendis, Sara Pichelli und Olivier Coipel eröffnen Angelas Eintrag innerhalb der „roten“ Hachette-Reihe. Anschließend folgt mit „Angela: Asgard’s Assassin“ 1-6 die erste (kurzlebige) Ongoing der durch die Enthüllungen des Crossovers „Original Sin“ nachträglich als verschollene Tochter von Odin und Freya in die Geschichte der Asen und des Marvel-Universums geschriebenen Kriegerin. Über weite Strecken des Sechsteilers erleben wir eine Angela, die vor einer von Thor angeführten Abordnung aus Asgard flieht, denn sie hat ausgerechnet ihre kürzlich vom Allvater und der Allmutter gezeugte kleine Tochter geraubt, um sie nach Heven zu bringen – dem Ort, wo sie (als eine Art umgekehrter Loki) nach ihrem Raub als Kind aufwuchs.


Die teilweise Inkonsistenz des Artworks von Phil Jimenez und Stephanie Hans ist eine Sache, die andere, dass Angela selbst hauptsächlich durch die Augen ihrer Freundin Sera gesehen und ihr Handeln kommentiert wird. Das hilft dem Lesenden nicht wirklich dabei, mit ihr warm zu werden, es bleibt durch die Erzählmethode stets etwas Distanz, auch die vom Donnergott angeführten Asen bieten sich nicht wirklich als Sympathieträger-Alternativen an. Hier wurde leider einiges an Potenzial verschenkt, was möglicherweise auch die Fans so empfunden haben mögen, denn bis heute scheint Angela gefühlt keine allzu große Rolle im Marvel-Universum zu spielen. Das alles verdonnert (!) diesen Band, bei dem auf dem Backcover für Hachette ungewöhnlich der Fehlerteufel mehrmals zugeschlagen hat, zu einem Dasein in der Kategorie „Mittelmaß“.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.
 

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