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Die Marvel-Superschurken-Sammlung 6

Wer wissen will, wie Thanos einst an die Infinity-Steine gelangen konnte, ist hier goldrichtig.
Die Marvel-Superschurken-Sammlung 6
© Hachette

Es besteht kein Zweifel, dass dem Depoten vom Titan ein eigener Eintrag im Superschurken-Ableger der „roten“ Marvel-Sammelreihe gebührt. Wesentlich spannender war da im Vorfeld schon die Frage, welches Material Hachette als repräsentativ für Thanos auswählen würde. Als heißer Kandidat hätte sich die fünfteilige Miniserie „Thanos Rising“ von 2013 angeboten, in der Jason Aaron und Simone Bianchi seine bis dahin vergleichsweise wenig beackerte Herkunftsgeschichte erzählen, doch die uns mit dem vorliegenden Band präsentierte Alternative weiß ebenfalls zu gefallen. Bevor es ans Eingemachte geht, wird mit „Iron Man“ 55 nicht nur der erste Auftritt von Thanos, sondern auch der von Drax geschildert, wobei es sich um die erste Story handelt, die Jim Starlin in Diensten von Marvel nicht nur zeichnete, sondern (mit Unterstützung von Mike Friedrich) auch textete.


Wer die weitere „Karriere“ des lilahäutigen Titanen verfolgen will, sei an dieser Stellte auf die Bände 75 und 78 der „schwarzen“ Kollektion verwiesen. Hier folgt nun aber eine im US-Original in zwei Bänden im Sommer 1990 erschienene Erzählung, die das direkte Vorspiel zum legendären Meilenstein „The Infinity Gauntlet“ liefert und – wie könnte es anders sein – von Jim Starlin verfasst wurde, unterstützt von Ron Lim, der den Zeichenstift in jener Zeit häufig für in der „kosmischen Ecke“ von Marvel angesiedelte Stoffe schwang und sich im konkreten Fall spürbar ins Zeug legte. Das bewährte Kreativteam beschert uns einen Logenplatz, um die Bemühungen von Thanos zu verfolgen, alle sechs Infinity-Steine in die Hände zu bekommen und seiner großen Liebe Mistress Death zu gefallen.


Da die mächtigen Klunker aber nicht bei Tante May auf dem Dachboden herumstauben, sondern sich im Besitz des In-Betweener und der Ältesten des Universums (von ihnen dürfte der Collector wohl am bekanntesten sein) befinden, heißt es Kreativität an den Tag zu legen und wahlweise die Überheblichkeit, Arroganz oder schlichte Unwissenheit des jeweiligen Gegenübers auszunutzen. Es macht zugegeben großen Spaß, dem Bösewicht vom Dienst dabei über die breite Schulter zu schauen und zu verfolgen, wie genau er das anstellt, denn das Resultat seiner Bemühungen dürfte ohnehin jedem geläufig sein. Im Gegensatz zu manchen Thanos-Erzählungen Starlins, die bei aller Epik mitunter etwas langatmig ausfallen, profitiert „The Thanos Quest“ ganz klar vom gewählten Umfang und funktioniert dabei auch heute noch tadellos.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.
 

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