Kurz bevor die „rote“ Marvel-Kollektion von Hachette in die Zielgerade einbiegt, gibt es noch einen weiteren Eintrag zu Ghost Rider. In Band 38 war es Johnny Blaze, der nicht nur die Bösen, sondern aufgrund des mittelmäßigen Materials auch die Leserschaft das Fürchten lehrte, nun ist mit Robbie Reyes der bisher aktuellste Neuzugang an der Reihe – und passenderweise kehrt dabei besagter Flammenschädel aus den 1970ern zurück, aber alles der Reihe nach. Abgedruckt sind in der vorliegenden Ausgabe „All-New Ghost Rider“ 1 sowie 6-10, somit dürfen sich alle, die Band 124 der „schwarzen“ Reihe ihr Eigen nennen, über eine Fortsetzung der dort enthaltenen ersten fünf Hefte (von insgesamt zwölf) freuen.
Etwaiges Vorwissen ist ansonsten dank der wie immer fachkundigen redaktionellen Infos nicht nötig, um die erneut von Felipe Smith verfasste Story verfolgen zu können, in der Robbie mit illegalen Straßenrennen ordentlich Kohle verdient. Die kann er auch dringend brauchen, schließlich hat er seine Arbeitszeit als Mechaniker (Achtung, schlechter Wortwitz) zurückgeschraubt, um mehr Zeit mit seinem kleinen Bruder Gabe verbringen zu können. Dessen Behandlung und Medikamente, aber auch alltägliche Dinge wie Miete wollen bezahlt werden, was dem dämonischen Untermieter unseres jungen Ghost Riders so gar nicht schmeckt. Der ist nämlich heiß auf tödliche Action, welche Robbie „dank“ des von Mr. Hyde und seiner Blue Krüe angezettelten Bandenkrieges bald gefährlich nahekommt.
Aufgeschreckt durch die Berichterstattung über den Ghost Rider in Los Angeles macht sich, wie eingangs erwähnt, auch Johnny Blaze auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen – und wie er bald feststellen muss, handelt es sich bei Robbies Mitfahrer im feurigen Dodge Viper um keinen „klassischen“ Geist der Rache, der die Bösen bestraft und die Unschuldigen verschont. „Legende“, so der deutsche Titel des dem Auftaktkapitel folgenden Fünfteilers, gibt eine kurzweilige Lektüre ab, wenngleich sich das Fehlen des nach den ersten fünf Heften ausgestiegenen Tradd Moore in optischer Hinsicht schon deutlich bemerkbar macht. Damion Scott versucht den Stil seines Vorgängers am Zeichenbrett zwar auf weiter Strecke nachzuahmen, kann aber an dieser eigentlich unmöglichen Aufgabe nur scheitern, wenngleich ehrenhaft.





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