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Die Marvel-Superhelden-Sammlung 45

Rocket Raccoon ist wohl Marvels perfektes Beispiel dafür, wie ein Charakter in der Hand der richtigen Kreativkräfte vom Nebendarsteller zum Fanliebling mutieren kann.

(C) Hachette / Die Marvel-Superhelden-Sammlung 45 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenStar-Lord, Drax und Gamora in allen Ehren – aber wenn es um die beliebtesten Mitglieder der Leinwandversion der Guardians of the Galaxy geht, hat Rocket Racoon neben Groot die Nase vorne. Das dürfte sicherlich eine Rolle bei der Entscheidung von Hachette gespielt haben, dem Fellknäuel mit der Vorliebe für große Knarren und markige Sprüche sowohl in der ersten als auch zweiten Marvel-Sammelreihe einen Band zuzugestehen. Während in der "schwarzen" Kollektion der Auftakt zu Skottie Youngs Soloserie enthalten war, widmet sich das "rote" Pendant den Anfängen des anthropomorphen Sympathieträgers, die übrigens wie in der unmittelbar vorangegangenen Ausgabe mit Guardian-Kollege Peter Quill [Link 44] ebenfalls im 1975-1980 erschienenen Schwarzweiß-Magazin "Marvel Preview" zu finden sind.


Nur wenige Monate nach Star-Lord debütierte in dessen siebter Ausgabe im zweiten Teil der Story "The Sword in the Star" rund um die Abenteuer von Prinz Wayfinder ein gewisser Rocky (Raccoon), wodurch die Anspielung von Autor Bill Mantlo auf den gleichnamigen Song von THE BEATLES umso offensichtlicher ausfällt. Ihren Platz in der Marvel-Historie sichert sich diese erzählerisch eher vernachlässigbare Episode durch diesen Erstauftritt und die Tatsache, dass dabei auch Keith Giffen seine zweite professionelle Arbeit als Zeichner (nach dem ersten Kapitel in Nummer 4 der Reihe) vorlegte – und er wiederum war, wie wir spätestens dank des bereits erwähnten Bands 44 der Hachette-Sammlung wissen, mitverantwortlich für die Karriere von Peter Quill. Da bis zum Herzstück der vorliegenden Ausgabe nur mehr ein weiterer Auftritt in "Incredible Hulk" 271 (1982) folgte, kommt auch dieser zum Abdruck.


Bill Mantlo führte hier mit dem Planeten Halfword, Rockets Kumpel Wal Rus, dem Maulwurf-Spielzeugfabrikanten Judson Jakes oder Onkel Pyko schon mehrere Elemente ein, die sich in der folgenden vierteiligen "Rocket Racoon"-Miniserie von 1985 zu einem Spektakel verbinden, in dem es vor Verrücktheiten wie reimenden Killerclowns, Hasensöldnern, Bananenbomben und besonders Alliterationen nur so wimmelt. Im Zentrum steht ein Machtkampf zwischen Judson Jakes und Lord Dyvyne um Anteile am lokalen Spielzeugmarkt, die unter anderem auch in der Entführung von Rockets Flamme Lylla resultieren. Das Ganze ist ein im Großen und Ganzen harmloser und kurzweiliger Spaß, der zumindest die grundlegenden Charakterzüge von Rocket, wie wir in heute kennen, festschreibt. Und eine der ersten Arbeiten von "Hellboy"-Daddy Mike Mignola darstellt, womit wir (schon) wieder beim Thema Comic-Geschichtsschreibung wären…

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.


 
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