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Die Marvel-Superhelden-Sammlung 52

Mit Cloak und Dagger zeigte Bill Mantlo 1983, dass nicht jeder, der auf Selbstjustiz aus ist, einen Weg wie Frank Castle einschlagen muss.

Die Marvel-Superhelden-Sammlung 52Angesichts des beinharten Wettbewerbs im Fernsehgeschäft ist es eine anerkennenswerte Leistung, wenn es eine Serie über Charaktere aus der zweiten Reihe an Marvel-Helden auf immerhin zwei Staffeln bringt – so geschehen im Fall von Cloak und Dagger, die 2018/19 bei Freeform als Teil des "Marvel Cinematic Universe" zu sehen waren und zwar respektable Kritiken, aber eben nicht genug Zuspruch der Zuschauer verbuchen konnten. Obwohl sie über die Jahre in diversen Ecken des Marvel-Universums auftauchten (und leider nur allzu oft auch wieder verschwanden), dürfte der bekannteste Auftritt der beiden wohl jener im kultigen Netzschwinger-Crossover "Maximum Carnage" sein, das Hachette aus unerfindlichen Gründen (zumindest bis jetzt) nicht in einer seiner beiden Sammlungen berücksichtigt hat.


Immerhin aber wird dem Duo der 52. Band der "roten" Reihe gewidmet, dessen Auftakt das Debüt aus "Spectacular Spider-Man" 64 von 1982 enthält. Der Netzschwinger kann darin weder verhindern, dass ein geständiger Pharmazeut noch die mit ihm verbundenen Drogenhändler von Cloak und Dagger in einem Akt der Selbstjustiz getötet werden. Mit Vigilanten, die das Gesetz in die eigene Hand nehmen, hatten Spidey-Leser spätestens seit dem Punisher Erfahrung, das neue Gespann aber hatte durch sein Erscheinungsbild als sich ergänzendes Licht und Dunkelheit eine mysteriöse Aura an sich, die es interessant machte und über bloßes Antiheldentum erhob. 1983 trug Marvel dem Verlangen der Fans nach mehr Rechnung und spendierte Cloak und Dagger eine seiner ersten Miniserien, bei der erneut Bill Mantlo als Autor fungierte.


Der Vierteiler erzählt, wie aus den aus völlig unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammenden Teenagern Tandy Bowen und Tyrone Johnson zwei Partner wurden, deren Kräfte analog dazu ebenfalls einander diametral gegenüberzustehen scheinen, sich aber perfekt ergänzen. Und auch ergänzen müssen, denn als Cloak dem Hunger der in sich hausenden Finsternis nachgibt und sich von Dagger entfernt, steht nicht nur sein Leben, sondern auch das eines von seinem Mantel verschlungenen Gauners auf dem Spiel. Die präsente Drogenthematik ist mitten im "War on drugs" ein Kind der Zeit, der Versuch der beiden Protagonisten, sich vom Talionsrecht ("Auge um Auge…") zu lösen, aber zeitlos fein erzählt und passenderweise sowohl von einem Priester als auch einer Polizistin begleitet. Rick Leonardis insgesamt eher düsteres Artwork wiederum könnte glatt als Inspiration für den jungen Todd McFarlane gedient haben.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.


 
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