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Die Marvel-Superhelden-Sammlung 67

Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Debüt spendierte das "House of Ideas" Namor eine zweite eigene Serie, die niemand Geringerer als John Byrne gestaltete.

Die Marvel-Superhelden-Sammlung 67Die 1980er waren nicht nur die Dekade, in der sich die X-Men zu Marvels erfolgreichsten Charakteren entwickelten, sondern auch jene von John Byrne. Der Kanadier, der von 1977-1981 gemeinsam mit Chris Claremont Mutanten-Klassiker wie die "Dark Phoenix Saga" und "Days of Future Past" schuf, bescherte anschließend den Fantastic Four eine zweite goldene Ära, bevor ihn der ewige Konkurrent DC 1986 mit dem Reboot von Superman betraute. Nachdem die "rote" Sammelreihe von Hachette bereits in Band 51 die ersten acht von Byrne verantworteten Ausgaben von "The Sensational She-Hulk" präsentierte, gibt es mit "Namor the Sub-Mariner" 1-9 den Auftakt seiner direkt im Anschluss entstandenen Arbeiten zu lesen.


Da sich anno 1990 bei Marvel alles, was auch nur im Entferntesten mit Mutanten zu tun hatte, wie geschnitten Brot verkaufte, versah man die zweite Soloserie des nunmehrigen Ex-Königs von Atlantis mit dem Slogan "Marvel`s first and mightiest mutant". Als neue Supportcharaktere führte Byrne Caleb und Carrie Alexander ein, die sich des zunächst geschwächt aus den Tiefen aufgetauchten Namor annehmen, auch Namorita knüpft freundschaftliche Bande zu dem Vater/Tochter-Meereskundler-Gespann. Wie üblich tritt der Sub-Mariner auch hier durchaus selbstbewusst auf, wenngleich keinesfalls so arrogant wie an andernorts geschildert.


Entgegen mancher Antihelden-Schlagseite, die man ihm immer mal wieder andichtet(e), präsentiert sich der Atlanter vergleichsweise sympathisch, was keineswegs nur an der wenig gewinnbringenden Natur seiner beiden Hauptgegner liegt. Als er als Geschäftsmann von Oracle, Inc. in Erscheinung tritt und im Verborgenen eine große Firmenübernahme einleitet, beginnen sich Desmond und Phoebe Marrs für ihn zu interessieren. Die Zwillinge, selbst große Namen in der Finanzwelt, hetzen neben dem Ungetüm Griffin auch militante Umweltschützer gegen ihn auf, die ein (von ihm selbst ungeliebtes) Hightech-U-Boot sabotieren wollen, das jeden Öltanker als aussehen lässt.


Die dadurch ausgelöste Ölpest, die überdies Sue und Reed Richards sowie Iron Man auf den Plan ruft, zeigt sich die neue Berufung, die John Byrne seinem Protagonisten auf den muskulösen Leib schrieb, nämlich die des Umweltschützers, der nicht militant gegen die "Luftatmer" vorgeht, sondern mit den Mitteln des Geldes – die ausgehenden Yuppie-Dekade lässt grüßen. Das lässt die Mischung aus klassischer Superhelden-Erzählung, etwas romantischer Verwicklung und Wirtschaftskrimi auch heute noch wunderbar funktionieren, sieht optisch gut aus und stellt wohl den Höhepunkt des Byrne`schen Marvel-Portfolios dar, dem in den folgenden Jahren nichts Wesentliches mehr hinzugefügt wurde.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.


 
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