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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 222

Der selbsternannte neue Verbrecherboss von New York liefert den Defenders einen Schlagabtausch, der sich gewaschen hat.

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 222Als die Handlungsstränge der vier für Netflix kreierten Marvel-Fernsehserien "Daredevil", "Jessica Jones", "Luke Cage" und "Iron Fist" 2017 in der achtteiligen Crossover-Miniserie mündeten, brachte das "House of Ideas" in bewährter Crossmedia-Manier einen neuen "Defenders"-Comic an den Start, für den sich mit Brian Michael Bendis und David Marquez ein eingespieltes Team (siehe "Civil War II") zusammentat. Das Duo stellte sofort sicher, dass es sich bei der Reihe nicht um ein bloßes Nebenprodukt handelte, um von der Popularität der besagten Produktionen von Marvel Television zu profitieren, sondern eine unterhaltsame, für sich stehende Lektüre, die sich abgesehen von einigen prominenten Gaststars im Grunde auf vier Charaktere konzentrierte.


Ihr Schicksal hatte Bendis wesentlich mitgeprägt, schließlich schuf er Jessica Jones und schrieb längere Strecken sowohl für Daredevil als auch die New Avengers, bei denen Luke Cage und Danny Rand alias Iron Fist Mitglieder waren. Als Gegenspieler fungierte Willis Stryker, auch bekannt als Diamondback, der 1972 in "Luke Cage: Hero for Hire" 2 – gleich nach seinem Debüt in der Startausgabe – das Zeitliche gesegnet hatte. Der einstige Freund von Luke Cage, der bereits 2016 in dessen Netflix-Serie auftauchte, will sich nach Wilson Fisks "Umorientierung" in legalere Gefilde zum neuen Kingpin aufschwingen und greift sowohl den ehemaligen Weggefährten als auch dessen Frau Jessica Jones sowie Daredevil und Iron Fist frontal an.


Wenngleich sich das Ganze wohltuend auf "street level" abspielt, sollten die vier Kapazunder eigentlich ausreichen, um dem Schurken schnell die Leviten zu lesen und die Handlung abrupt abzukürzen. Falsch gedacht, denn Diamondback, der mit einer gefährlichen Droge Kasse machen will, verfügt über besondere Kräfte, die ihn Verletzungen ebenso wegstecken lassen wie seine Kontrahenten. Und so kommt es, dass die Klinik von Linda Carter alias Night Nurse unfreiwillig zu einer Art Hauptquartier des Quartetts avanciert, die hier ihre Wunden lecken und neue Pläne schmieden. Leider enthält der vorliegende Band nur die ersten fünf US-Hefte, die mit einem fiesen Cliffhanger enden, die restlichen fünf werden der Leserschaft vorenthalten. Schade, denn die Bendis/Marquez-Inkarnation der Defenders unterhält tadellos.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette



Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.


 

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