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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 236

Im Finale von Jason Aarons Saga um die weibliche Thor zeigt Jane Foster den Göttern Asgards, wo der Hammer hängt – wohl wissend, welchen Preis sie dafür zahlen muss.
Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 236
© Hachette

Abgesehen natürlich von der großen Anzahl an fantastischen Geschichten, welche die Leserschaft in die Hände bekommen hat, ist einer der Vorteile, die eine so lange laufende Serie wie Hachettes erste Marvel-Sammlung mit sich bringt, dass mittlerweile viele Querverweise möglich sind (die immer wieder auch zu einer erneuten Lektüre einladen). Das macht sich auch beim vorliegenden Band bemerkbar, mit dem Jason Aarons mehrjährige Thor-Autorenschaft zweifellos ihren Höhepunkt erreichte: „Der Tod der mächtigen Thor“, so der Titel, dürfte bei Marvel-Connaisseuren natürlich unweigerlich Erinnerungen an das tragische Ende von Captain Marvel wecken, denn dieser litt ebenso wie Jane Foster an Krebs. Des Odinsohns einstige Herzensdame hatte Aaron 2014 zum neuen Thor gemacht und damit derart einen Nerv getroffen, dass selbst das „MCU“ massiv davon beeinflusst wurde (siehe „Thor: Love and Thunder“).


Ihre ersten Abenteuer als neue Donnergöttin, nachdem Thor zwischendurch (als Folge des Events „Original Sin“) des Tragens von Mjolnir nicht mehr würdig war, finden sich in Band 145, während bezüglich des grausamen Geschöpfs, mit dem sie es nun zu tun bekommt, auf Band 89 (eine der „Klassiker“-Nummern der Kollektion) verwiesen sei. Dort gibt es den ersten Auftritt von Mangog zu lesen, der nun zurückkommt und erneut Asgard angreift. Niemand ist imstande, das Monstrum aufzuhalten, welches sich vom Wesen her als eine Art Scharfrichter für die Götter versteht, die sich keiner Instanz über ihnen zu rechtfertigen glauben – ein Motiv, das Aaron auch ganz am Anfang seiner Autorenstrecke mit dem Götterschlächter Gorr (siehe Band 130) verwendet hatte.


Während Mangog wütet und im Hintergrund dank der Machinationen von Malekith der im Crossover „The War of Realms“ (2019) kulminierende Krieg zwischen den zehn Welten in vollem Gang ist, sollte Jane eigentlich im Krankenhaus weilen, um ihre Chemotherapie fortzusetzen. Entgegen aller Warnungen, dass die nächste Verwandlung in Thor das Todesurteil bedeutet, steht ihre Entscheidung felsenfest – und trotz der epischen Auseinandersetzung mit Mangog endet die Geschichte der weiblichen Donnergöttin dann doch anders als erwartet. Wesentlichen Anteil an dem unglaublich toll choreografierten Wechselspiel zwischen kosmischem Drama und dem Kampf gegen die Krebszellen in ihrem Körper, der Jane mit Millionen anderen Menschen verbindet, hat Russell Dauterman, mit seinem feinsinnigen, anmutigen Stil zweifellos der definitive Thor-Zeichner der 2010er.


Er kommt für den hier abgedruckten Storybogen aus „The Mighty Thor“ 700-706, der mit einer runden Jubiläumsnummer beginnt, ebenso wieder an Bord wie die etwa im Umfeld Asgards bestens bekannten Größen Walt Simonson und Olivier Coipel. Abgeschlossen wird dieser Band mit dem Oneshot „The Mighty Thor: At the Gates of Valhalla“, in dem es einerseits ein Wiedersehen mit König Thors Enkelinnen Atli, Ellisiv und Frigg aus einer fernen Zukunft gibt und wir andererseits Malekiths blutiger Spur durch die zehn Welten folgen können. Alles in allem ganz großes Popcorn-Kino im Panelformat, bei dem im Rahmen von Aarons „nordischer“ Frischzellenkur nicht nur Jane Foster beweist, dass selbstbewusste Frauen sogar dem scheinbar unverwüstlichen Machismo eines Allvaters Odin noch gehörig den Wind aus den Segeln nehmen können.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Hachette

Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.
 

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artikel closer s147 rc45© SLAM Media

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