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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 139

Nachdem die Terrigen-Bombe gezündet wurde, geht Kamala Khans Superheldenkarriere im wahrsten Sinne des Wortes durch die Decke.

(C) Hachette / Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 139 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit den glorreichen Tagen des "Marvel Age of Comics" in den 1960er Jahren war das "House of Ideas" stets ein Garant für progressives Storytelling und die Inklusion von sozialen Randgruppen in Panelform, schlicht und einfach um trotz all der fantastischen Elemente der gesellschaftlichen Realität zu entsprechen und vom über Jahrzehnte praktizierten Prinzip abzugehen, dass Superhelden vorwiegen männlich und weiß zu sein haben. Gut, das sind sie zum überwiegenden Teil immer noch, aber heutige Mainstream-Comics sind verstärkt um Diversität bemüht und ecken dabei immer noch bei so manchen stockkonservativen Lesern an. Das war auch 2014 mit dem Debüt der jungen New Yorker Muslima Kamala Khan so, nachdem der ewige Marvel-Konkurrenz DC einige Monate zuvor bereits mit Simon Baz einen Muslim zur Green Lantern befördert hatte.  


Im Unterschied zu ihm erhielt die Teenagerin allerdings eine eigene monatliche Serie und somit entsprechend mehr mediale Aufmerksamkeit, die bei allem Neuigkeitswert aber letztlich zur essentiellen Frage führt: Kann die Story für sich stehen oder ist lediglich das Feature "in New York geborene Tochter pakistanischer Einwanderer muslimischen Glaubens" der im Marketingsprech vielzitierte "Point of sale"? Im Fall der ersten fünf Ausgaben von "Ms. Marvel", die sich im vorliegenden Band der Hachette-Sammelreihe (zusammen mit einer Story aus "All-New Marvel NOW! Point One" 1) finden, kann in qualitativer Hinsicht Entwarnung gegeben werden. Kamala funktioniert als ungemein sympathischer Charakter mit vielen Ecken und Kanten, der wohl nicht zufällig an Vorbilder wie Peter Parker – oder jüngeren Datums – Miles Morales erinnert.


Die Innovation von G. Willow Wilsons Story ist so einfach wie einleuchtend: Ein pubertierender Teenie, der sowohl den Schulalltag als auch die neugewonnenen Kräfte (in diesem Fall "dank" der Zündung einer Terrigen-Bombe durch Black Bolt im "Infinity"-Event) irgendwie unter einen Hut bringen soll und nebenbei auch noch das andere Geschlecht entdeckt, bekommt als zusätzliche Hürden noch das Spannungsfeld kultureller Identität, Tradition und Religion verpasst. "Meta-Morphose", so der deutsche Titel, meistert diesen schwierigen Spagat, hat mit dem leicht cartoonig angehauchten Stil von Adrian Alphona auch den passenden Zeichner und einige Momente zum Schmunzeln in petto. Wenn auch die Tatsache, dass Religion hier überhaupt (noch) eine Rolle spielt, angesichts Legionen an Göttern und kosmischen Entitäten, die das Marvel-Universum bevölkern, nicht einer gewissen Ironie entbehrt…


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.


 
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