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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 165

Als Gründerin einer speziellen Zeitarbeitsfirma versucht sich Patsy Walker neu zu erfinden, doch aber abstreifen lässt sich ihre Vergangenheit dann doch nicht.

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 165Hellcat dürfte der Marvel-Leserschaft vor allem durch ihre Zugehörigkeit zu den Avengers und Defenders bekannt sein, tatsächlich hat sie aber schon etliche Jährchen mehr auf dem Buckel als so manch andere Teamkolleg(inn)en. Ihre kostümierte Identität nahm sie 1976 in "The Avengers" 144 an, doch als Patsy Walker debütierte sie bereits über drei Dekaden früher in "Miss America Magazine" 2 von 1944, um fortan diverse romantische Verwicklungen in der Herzschmerz-Abteilung von Timely, dem Vorgänger von Marvel, zu erleben. So wie beim ebenfalls im Juni 1961 erschienenen "Journey into Mystery" 69 prangte auf "Patsy Walker" 95 erstmals die Bezeichnung "MC" (für "Marvel Comics") als neuer Verlagsname.


Die Superhelden-Renaissance im Rahmen des "Marvel Age of Comics" führte dazu, dass die Romantik-Comics langsam aber sicher aus den Regalen verschwanden. Wie auch andere Charaktere wurde Patsy Walker in die neue Marvel-Realität übernommen, blieb aber stets in der zweiten Reihe und nahm sich in den frühen 1990er Jahren "dank" ihrer Verbindung mit Daimon Hellstrom sogar das Leben. Von solcher Tragik wandte sich die 2016 gestartete Serie "Patsy Walker, A.K.A. Hellcat!" definitiv ab, wenngleich sich die Heldin immer wieder mit diversen Übeln von früher auseinandersetzen muss.


Das größte von ihnen trägt den Namen Hedy Wolfe und ist ebenfalls eine alte Bekannte aus den Tagen von Timely. Sie hat sich die Rechte an den einst von Dorothy Walker veröffentlichten Comics gesichert, die lose auf den Erlebnissen ihrer Tochter basieren – ein genialer Kniff, mit dem Marvel (in "The Defenders" 89 von 1980) den einstigen Heften Legitimität im Marvel-Universum verliehen hatte. Ein erbitterter Rechtsstreit bahnt sich an, in dem Patsy die juristische Hilfe von Jennifer Walters alias She-Hulk gut gebrauchen kann, aber auch deren Muckis. Die böse, aus Asgard verbannte Magierin Casiolena versucht Anhänger mit Superkräften um sich zu sammeln und tritt damit unwissentlich in Konkurrenz zu ihrer Firma für Teilzeit-Superheldentum.


Die ersten sechs (von insgesamt 17) US-Ausgaben, die Hachette als deutschsprachige Premiere präsentiert, sind eine unglaublich charmante und witzige Lektüre, die aber die problematische Vergangenheit der Protagonistin nie ins Lächerliche zieht. Autorin Kate Leth lässt nicht nur viele Gaststars auftreten, sondern erschafft auch einen Freundeskreis neuer, sympathischer Figuren. Der cartoonhafte Zeichenstil von Brittney L. Williams passt perfekt zur gelockerten Atmosphäre, das Artwork von Natasha Allegri, die das sechste Kapitel übernommen hat, führt den ansonsten nur in besonders komödiantischen Situationen angewandten Manga-Einfluss weiter und macht dabei auch eine tolle Figur. Verdammt schade nur, dass der Spaß in diesem Format wohl keine Fortsetzung erhalten wird!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.


 
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