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Dorian Hunter – Dämonen-Killer 55

Die Ereignisse spitzen sich zu! Wer wird am Ende triumphieren und wer eine empfindliche Niederlage einstecken müssen?
Dorian Hunter - Dämonen-Killer 55
© Zaubermond

In Georg Rudolf Speyer reift immer mehr die Erkenntnis, dass er in Baron von Graucht alias Mephisto einen Gegenspieler gefunden hat, dem er nur wenig entgegensetzen kann. In allen Belangen scheint der Dämon ihm überlegen zu sein und ebenso die Kontrolle über Alraune erlangt zu haben. Ein eindringliches, ja fast väterliches Gespräch nutzt das Höllengeschöpf, um dem armen Speyer vor Augen zu führen, dass er auf allen Ebenen verliert. Mephisto ist sich seines Sieges sicher und stellt es seinem Gegenüber sogar frei, das Schloss als freier Mann zu verlassen und Faust in seinen letzten Stunden Gesellschaft zu leisten. Wie im Fieberwahn verlässt er das Gemäuer und erreicht tatsächlich kurz vor Ablauf des Pakts das Anwesen von Faust.


Hier wird er Zeuge einiger zutiefst verstörender Ereignisse, nicht ahnend, dass gerade die Weichen für eine dramatische Zusammenkunft Jahrhunderte in der Zukunft gestellt werden. Coco Zamis versucht indessen immer noch, das Versteck des Sonnengeflechts zu finden und endlich einen Hinweis zu erhalten, wohin Alraune ihren Sohn verschleppt hat. Doch plötzlich müssen Coco und Bethany Bail um ihr Leben fürchten, denn etwas Altes und zutiefst Böses durchstreift die Wälder rund um das Wittenberger Schloss. Das Zeitfenster, um Dorian Hunter aus seinem magischen Schlaf zu wecken, droht sich zu schließen. Wird das Böse am Ende doch triumphieren?


Eine weitere Trilogie der Serie geht ihrem großen Finale entgegen, aber es ist noch viel mehr als das Ende einer Geschichte oder eines Zyklus. Es schließt sich vielmehr ein Handlungskreis, der vor über 25 Folgen seinen Auftakt nahm. Einmal mehr wird deutlich, um wie viele Lichtjahre entfernt von anderen Genrevertretern diese Serie ihre Bahnen zieht. Schon oft fielen an dieser Stelle in nahezu allen Belangen Begrifflichkeiten der Superlative und das vollkommen zurecht. Unaufgeregt, aber dennoch zutiefst dramatisch steuert „Dorian Hunter“ auf einen weiteren Höhepunkt zu. Wie in der griechischen Tragödie steht über den einzelnen Begrifflichkeiten das menschliche Scheitern. Entscheidungen und Fehler haben Konsequenzen, die einen über viele Jahre hinweg verfolgen.


Es ist hier nicht das Schicksal Dorian Hunters oder seiner früheren Inkarnation Georg Rudolf Speyers, es sind nahezu alle Akteure, die mit den Nachwirkungen ihrer schicksalsträchtigen Entscheidungen leben müssen. Dazu verwebt Zaubermond mit einer scheinbaren Leichtigkeit die Faust-Geschichte eines Goethe in den Serienkosmos von Dorian Hunter, ohne dabei anzuecken. Nein, es geschieht geradezu organisch und auf eine sehr authentische Weise. Natürlich sprechen wir immer noch über eine Horrorserie, allerdings eine mit einem bisher nie dagewesenen mythologischen und okkulten Unterbau. Neben Action und Spannung begeistert ein nicht gekannter Tiefgang innerhalb der Story, aber auch der verschiedenen Figuren. Egal in welchem Lager die verschiedenen Charaktere zu Hause sind, keiner passt in ein eindimensionales Raster von schwarz oder weiß, gut oder böse.


Allerdings muss auch niemand auf eine der wichtigen Zutaten einer solchen Serie verzichten. Szenen wie jene, die in den Wäldern um das Schloss angesiedelt sind, bestechen durch eine unheimliche Dichte. Die Anspannung und das Grauen werden fast greifbar. Die Dialoge dieser Episode bewegen sich auf einem ebenso hohen sprachlichen und in seiner Dynamik stechenden Niveau, das im kommerziellen Hörspiel nur selten erreicht wird. Das große Finale der Trilogie wartet mit einer handfesten Überraschung auf. Gerade jene Szene besticht durch eine selten erreichte Symbiose zwischen dem gesprochenen Wort, der soundtechnischen Gestaltung und den verwendeten musikalischen Kompositionen.


Wer „Dorian Hunter“ über einen längeren Zeitraum verfolgt, der weiß, dass alle beteiligten Sprecher sich immer nahe am Optimum bewegen und eine überdurchschnittliche Leistung abliefern. Dennoch ist es im vorliegenden Fall die Stimme eines Dieter Hallervorden, die diese Episode mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten dominiert. Ein absolutes Prunkstück der Erzählkunst und dieser nun bereits über viele Jahre beeindruckenden Serie.
 

# # # Justus Baier # # #
 

Publisher: Zaubermond
 

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artikel closer s147 rc45© SLAM Media

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