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Dorian Hunter – Dämonen-Killer 54

Georg Rudolf Speyer steht kurz davor, endlich seinem alten Freund Dr. Faust gegenüberzutreten. Dieser ist allerdings nur mehr ein Schatten seiner selbst.
Dorian Hunter - Dämonen-Killer 54
© Zaubermond

Coco hat es geschafft, die Akademie von Madame Francoise Lelouche zu infiltrieren. Deren abgeriegelte Einrichtung befindet sich in jenem Schloss, das vor Jahrhunderten der Familie von Graucht als Stammsitz diente. Die junge Hexe erhofft sich hier Hinweise auf eine Möglichkeit, Dorian Hunter aus seinem magischen Schlaf zu wecken, und einen Fingerzeig, was den Aufenthaltsort ihres Sohns Martin und von Hekate betrifft. Doch der Job vor Ort erweist sich als harte Nuss. Die Rekrutinnen stehen unter ständiger Überwachung und Coco stößt auf eine Wand des Schweigens, die auch dann aufrecht bleibt, als eines der Mädchen spurlos verschwindet und plötzlich ein Wolfsrudel die Wälder um das Schloss durchstreift. Wird es der Hexe gelingen, ihre Ziele zu erreichen, bevor sich das Zeitfenster für Dorians Rettung endgültig schließt?


Währenddessen ist es Georg Rudolf Speyer endlich gelungen Wittenberg zu erreichen. Er freut sich auf ein Wiedersehen mit Faust, das jedoch ganz anders verläuft als erwartet. Aus dem alten Freund wurde scheinbar ein ganz anderer Mensch, für den die eigene Arbeit keine Rolle mehr spielt und nur noch seine Braut Helena zählt, jene Frau, die eigentlich auf dem Schafott ihr Ende fand. Speyer ist sich sicher, dass das Böse in Wittenberg Einzug gehalten hat. Auf der Suche nach Antworten begibt er sich auf die Burg des Barons von Graucht. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einem erneuten Treffen mit Alraune und einer vollkommen unerwarteten Einladung auf das Schloss. Als deutet auf eine Falle hin, doch wenn Speyer endlich Licht ins Dunkel bringen will, bleibt ihm keine andere Wahl als anzunehmen. Eine Entscheidung mit unabsehbaren Konsequenzen.


Wie gewohnt hält man sich nicht lange mit Rückblicken auf, sondern setzt die Geschichte genau dort fort, wo die vorherige Episode endete. Zwei Zeitebenen dominieren Folge 54 – die Gegenwart, in der Coco versucht Dorian zu retten, und die Ereignisse mehrere Jahrhunderte in der Vergangenheit, wo Speyer unwissend dem Dämon Mephistopheles gegenübertritt. Verzahnt werden die Handlungsstränge durch den Ort der Ereignisse, beide sind über weite Passagen auf dem Schloss Wittenberg angesiedelt. Zwar zeichnen sich die zwei Ebenen durch eine sehr dunkle und oftmals auch bedrohliche Grundstimmung aus, im Kern unterscheiden sie sich jedoch erheblich. Die Erlebnisse von Coco sind durch deutlich mehr Actionelemente geprägt und lassen an einen gut durchdachten Mix aus Agententhriller und Horrorelementen denken, wobei man sich perfekt in den Handlungsrahmen der Serie einfügt und die Geschichte konsequent vorführt.


In der Vergangenheit wird subtiler vorgegangen, das Grauen lauert im Verborgenen und ist nicht bereit, sich sofort zu zeigen. Die Begegnungen mit dem undurchsichtigen Baron von Graucht erinnern an einen Schlagabtausch auf dem Schlachtfeld, jede Entscheidung hat direkte Auswirkungen. All das wird auf eine sehr ruhige Art zum Hörer transportiert, aber man fühlt eine ständige unterschwellige Bedrohung in den Dialogen. Eine Umsetzung, die so nur selten zu finden ist und zu begeistern weiß. Dazu kommen Szenen, welche einem Fiebertraum gleichen, die Begriffe von Ort und Zeit auflösen und für ein Gefühl von Konfusion sorgen. Was ist Realität, was Illusion und Hexerei?


Schon seit Anfang an unterscheidet sich „Dorian Hunter“ von anderen Horrorreihen. Natürlich begegnen wir auch hier dem ganzen Spektrum an Monstern, Hexen und Dämonen, doch alles wirkt reifer und erwachsener. Gerade der okkulte Background ist wesentlich finsterer und bedrohlicher als bei vergleichbaren Titeln. In der vorliegenden Folge behält man alle diese Elemente bei und vermengt sie mit Elementen des Faust-Stoffs von Goethe, eingebettet in den Serienkosmos. Ein gewagtes Experiment, das jedoch von Erfolg gekrönt wird. Action und Tempo lassen einer stetig anwachsenden Spannung den Vortritt.


Das Sounddesign setzt ein weiteres Ausrufezeichen, problemlos kreiert es den perfekten Hintergrund der Story auf einer imaginären Leinwand. Dazu tut der bekannte Score mit seinen Geräuschkollagen, angereichert mit Industrial-Klängen, ein Übriges für das gelungene Gruselerlebnis. Das letzte Quäntchen zum erstklassigen Hörspiel liefert das Sprecherensemble. Thomas Schmuckert und Claudia Urbschat-Mingues brillieren wieder einmal in den Hauptrollen als Dorian und Coco, dazu gesellen sich weitere großartige Sprecher wie Stephan Benson, Tim Knauer und natürlich Dieter Hallervorden. Schlicht und einfach überragend!
 

# # # Justus Baier # # #
 

Publisher: Zaubermond
 

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artikel closer s145 pc6© SLAM Media

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