Nach einem verbalen Schlagabtausch zwischen Studd, dem Chauffeur der Familie Lebanon, und Doktor Amersham, einem engen Vertrauten von Lady Lebanon, findet man den Bediensteten im Garten des Hauses tot auf. Zweifellos ist der junge Mann das Opfer eines Verbrechens geworden, erdrosselt mit einem roten Halstuch. Inspector Bliss und sein Team beginnen mit den Ermittlungen. Schnell wird klar, dass der Fall einige Besonderheiten aufweist. Das am Tatort zurückgelassene Halstuch stammt aus keiner lokalen Produktion, sondern wurde ausschließlich für den asiatischen Markt in Indien produziert. Wie und in wessen Besitz gelangte es ausgerechnet nach Marks Priory? Recht schnell zeigt sich im Rahmen der Nachforschungen, dass das sichergestellte Halstuch nicht der einzige Fingerzeig in Richtung Indien ist.
Sowohl Studd als auch Dr. Amersham waren in der ehemaligen Kronkolonie als Soldaten stationiert, überraschenderweise weilte auch Willie Lebanon, der Sohn des verstorbenen Lords, zur selben Zeit dort. Bloßer Zufall? Erste Indizien und einige Aussagen von Willie Lebanon machen den Arzt der Familie urplötzlich zum Hauptverdächtigen. Reichte eine unbedeutende Meinungsverschiedenheit für einen kaltblütigen Mord oder liegt der Schlüssel zur Lösung des Verbrechens lange zurück in der gemeinsamen Vergangenheit der Männer auf dem indischen Subkontinent? Inspector Bliss muss sich beeilen, wenn er den Mörder stellen will, bevor sich womöglich ein weiteres Verbrechen ereignet.
Erneut hat man sich zur Vertonung eines der bekanntesten Stoffe von Edgar Wallace entschieden, der auch als Hörspiel bereits mehrfach eine Bearbeitung erfuhr. Es dürfte jedoch die deutsche Schwarzweiß-Verfilmung mit Klaus Kinski sein, die sich ins kollektive Gedächtnis der Menschen brannte. Natürlich finden sich eben diese Elemente, die den Streifen berühmt machten, auch in der Produktion von Gigaphon wieder: Ein altehrwürdiges englisches Anwesen mit vielen düsteren Zimmern, Türmen und Winkeln, dazu seine zwielichtigen Bewohner und ein exotisches Mordinstrument. Während in der Vergangenheit der Fokus jedoch eher auf Gänsehaut und Schockeffekten ruhte, um das Publikum zu begeistern, beschreitet diese Bearbeitung neue Wege. Die Figuren werden vielschichtiger, eine eindeutige Einordnung in Schwarz und Weiß unterbleibt. Selbst das Motiv des Täters wird für den Hörer schlüssig und nachvollziehbar.
Die Figur des Mordermittlers erfährt eine Erweiterung, neben dem vom harten Polizeialltag abgehärteten Beamten etabliert sich der Therapeut, der den Verdächtigen zuhört, ihnen gar Sicherheit und Anerkennung bietet, ein Seelsorger in der Uniform eines Polizisten. Die Akte eines pathologischen Mörders ergänzt eine finstere Familiengeschichte, die sich über zwei Kontingente und mehrere Jahrzehnte erstreckt. Eingebettet wird all dies in die typische Edgar-Wallace-Atmosphäre gepaart mit einem dicht inszenierten Krimiplot, der „Das indische Tuch“ in dieser Bearbeitung neue Frische verleiht und es auch für ein Publikum im Hier und Jetzt spannend und interessant werden lässt.
Die Dialoge mit den Verdächtigen muten mehr als nur einmal wie ein Gespräch zwischen Arzt und Patient – eine Offenlegung von Enttäuschungen und verletzten Gefühlen, wie es im Krimisegment eher ungewöhnlich ist. Die Inszenierung erweist sich als deutlich ruhiger und zurückgenommener als bei anderen Folgen und gibt der Handlung eindeutig mehr Raum, um sich zu entfalten. Bei all den erwähnten Neuerungen bleibt sich Gigaphon jedoch immer treu und schafft zu jeder Minute den Spagat, „Das indische Tuch“ als einen Krimi von Edgar Wallace zu identifizieren. Beim Soundtrack greift man auf die bewährten Melodien zurück und ergänzt sie an den richtigen Stellen um einige Klangteppiche, die sich nicht an den bekannten Rhythmen orientieren, aber bestens zur Story passen. Die Soundeffekte sind gut gewählt und machen es einem leicht, das Feeling für das alte Gemäuer der Familie Lebanon zu entwickeln.
Neben dem etablierten Stammensemble sind es insbesondere zwei Stimmen, die diesem Hörspiel ihren Stempel aufdrücken. Kornelia Boje inszeniert die Rolle der Lady Lebanon als eine unnahbare Frau des alten britischen Adels, der alle Mittel recht sind, die Familie zu schützen. Kalt, abweisend, brillant. Daneben Tobias Brecklinghaus, der den undurchsichtigen Gilder spielt und es schafft, einem anfänglich grobschlächtigen Charakter wie aus dem Nichts neue Nuancen zu entlocken. Wieder eine in allen Belangen überzeugende Folge einer Serie, der es gelingt, den Geschichten von Edgar Wallace frische Impulse zu geben. Wie immer ein Hörgenuss.





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