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Edgar Wallace präsentiert: Bliss ermittelt 4

Eine gewaltige Bombenserie erschüttert die Hauptstadt. Binnen weniger Tage wurde die Londoner Unterwelt empfindlich dezimiert.

Edgar Wallace präsentiert: Bliss ermittelt 4Seit seinem spektakulären Verschwinden ist es still geworden um den sagenumwobenen Hexer. Niemand kennt seinen aktuellen Aufenthaltsort und auch Scotland Yard befindet sich mit den Ermittlungen in einer Sackgasse. Da lässt ein Bombenattentat im fernen Australien, das niemand Geringerem als der Gattin des Hexers galt, aufhorchen. Wie durch ein Wunder überlebt die junge Frau schwer verletzt. Doch kaum hat sich der nicht greifbare Kriminelle wieder in Erinnerung gerufen, setzt unter den Verbrechergrößen Londons das Massensterben ein.


Ist der Hexer zurückgekehrt, um Rache an jenen zu üben, die hinter dem Mordversuch an seiner Frau stecken? Alles scheint daraufhin zu deuten. Inspector Bliss nimmt die Ermittlungen auf, aber stets scheint der Hexer der Polizei einen Schritt voraus zu sein und das Sterben unter den Mitgliedern des organisierten Verbrechens setzt sich ohne Unterbrechung fort. Bliss ist fest entschlossen, die Bombenanschläge zu beenden und den Hexer hinter Schloss und Riegel zu bringen. Oder steckt doch am Ende jemand ganz anderes hinter der blutigen Mordserie?


Erneut greift Gigaphon Entertainment auf einen absoluten Klassiker aus der langen Liste an Kriminalromanen von Edgar Wallace zurück, um "Inspector Bliss ermittelt" mit Folge Nummer vier fortzusetzen. Der eine oder andere wird nun sicher fragen, ob es denn keine anderen Geschichten gibt, auf die man zurückgreifen kann? Müssen es immer dieselben sein? Ein berechtigter Einwand, denn sicherlich wäre es durchaus reizvoll, einer Vertonung eines weniger bekannten Stoffs lauschen zu dürfen. Letztendlich zählt jedoch die Qualität einer Produktion – und die hebt sich im vorliegenden Fall deutlich von vorangegangenen Bearbeitungen von "Neues vom Hexer" ab.


Zeichneten sich viele der bisherigen Hörspiele entweder dadurch aus, dass ihre Laufzeit sehr überschaubar ausfiel oder aber sie durch den verwirrenden Handlungsaufbau im Gedächtnis blieben, lässt sich hier ohne Einschränkungen von einer der besten Umsetzungen. Die Geschichte wird stringent erzählt und kontinuierlich nach vorn getrieben. Man verliert sich nicht in endlosen Dialogen voller Worthülsen, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche, was Spannung und Action jedoch zu keiner Sekunde schadet. Immer wieder gibt es bedrohliche Momente, die gut über die gesamte Handlung verteilt liegen und Langeweile gar nicht erst entstehen lassen.


Die Figuren erinnern hier nicht an überzeichnete Karikaturen ihrer selbst, sondern können mit Glaubwürdigkeit glänzen. Die Kriminellen sind keine Witzfiguren, sondern knallharte Verbrecher, die sich auch einer solchen Sprache bedienen. Selbiges gibt es erfreulicherweise auch von den Vertretern des Gesetzes zu berichten, die im aktuellen Fall zwar etwas in den Hintergrund geraten, aber zu überzeugen wissen, wenn sie in den Fokus treten. Gigaphon ist es gelungen, das Werk eines der bekanntesten Kriminalschriftsteller zu entstauben und ins neue Jahrtausend zu transferieren, ohne dass der ganz eigene Charme der Wallace-Storys verlorengeht.


Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat auch in der neuesten Episode das formidable Soundkorsett. Jazz-Elemente gepaart mit südamerikanischen Rhythmen wechseln sich ab mit dunklen und beunruhigenden Kompositionen, die ein nebelverhangenes London der 1960er Jahre schnell Gestalt annehmen lassen. Hier wird die Chance genutzt und gezeigt, wie wichtig die richtige Musikauswahl sein kann, um einer alten Geschichte neues Leben einzuhauchen. Die Soundeffekte lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Egal ob Nachtlokal oder feuchtes Kellerverlies, jeder Handlungsort gewinnt schnell an Kontur durch die verwendeten Geräusche. Natürlich wissen auch die Bombenexplosionen zu gefallen und dröhnen amtlich aus den Boxen.


In den Hauptrollen sind wieder Gordon Piedesack als Bliss und Clemens Gerhard als Chandler zu hören, die hörbar zu einem eingespielten Team zusammengewachsen sind. Das absolute Sprecherhighlight wird jedoch von Milton Welsh gesetzt. Nur selten klangen Verbrecher fieser als im vorliegenden Fall, da macht das Zuhören Spaß. In weiteren Rollen wissen Heiko Grauel, Linus Klaus, Dirk Hardegen und Sabina Godec zu gefallen. Als Sprecher konnte man erneut Jürgen Kluckert gewinnen, der mit seiner beeindruckenden Stimme durchs Geschehen führt. Es gibt keine Abnutzungserscheinungen zu beobachten, auch die vierte Folge der Reihe kann in allen Belangen punkten. Eine Bereicherung der Hörspiellandschaft.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Gigaphon Entertainment


 

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artikel closer s144 pc6© SLAM Media

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