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EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN

01.04.05, Gasometer (Wien)

neubau2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAnmerkung: Alle Zitate entspringen meinem Gedächtnis und sind demnach womöglich nicht hundert Prozent korrekt.

Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, dass das Konzert ausverkauft war. Das kann aber nicht der Fall gewesen sein, nachdem alle Leute genug Platz fanden – Über die Qualität der Atemluft lässt sich zwar streiten, aber es kann niemand behaupten, zerquetscht worden zu sein. Und das ist doch ein wichtiger Aspekt im Genuss eines Konzertbesuches, wie ich meinen will. Auch, das übernatürliche Timing-Talent zu besitzen, genau dann den Saal zu betreten, wenn auch die Künstler gerade ihre Plätze auf der Bühne einnehmen. Vorab gibt es erst einmal ein kleines Briefing von Herrn Blixa Bargeld, was die Planung der Abendgestaltung anbelangt. Eine Stunde Musik, „was sich halt so angesammelt hat“, dann Pause, dann wieder eine Stunde Musik. „Und wenn wir dann nicht mehr auf die Bühne kommen, dann nur, weil wir euch sehr, sehr lieb haben.“ Und man könne das alles ganz entspannt angehen lassen, schließlich gastiere hier niemand Weltbewegendes, nur eine kleine Band, die eben vor fünfundzwanzig Jahren in Berlin unter dem Namen EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN gegründet wurde. Ja eh nur. Sie werden leise beginnen, fügt er noch hinzu. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und begutachte das Instrumentarium: Riesige Röhren. Dann Dinge, die mit einer Regentonne verbunden sind, nun ja, osbkures Zeugs halt, eingefleischte NEUBAUTEN-Fans kennen das ja. Das Set beginnt mit „Ich Gehe Jetzt“, tatsächlich eher ruhig. Aber gleich als Nächstes kommt „Yü Gung (Fütter Mein Ego)“, und aus ist’s mit der Ruhe. Wobei ich allerdings das Gefühl hatte, dass die Gesamtstimmung recht entspannt war. Vereinzelt zwischendurch ein bisschen Gekreische und Gegröle, aber generell verhielt sich das Publikum durchaus gesittet und wohlerzogen. Vielleicht kam mir das aber auch nur so vor. A Propos Gegröhle: Auf einen unverständlichen Zwischenbrüller während einer Umbaupause antwortet Blixa mit „Kauf dir doch n Mikro, Alter.“ Und ein Werk wird folgendermaßen angekündigt: „Jetzt kommt ein Lied, das wir noch nie live gespielt haben. Also, abgesehen davon, dass wir es die letzten vier, fünf Male gespielt haben.“ Sie hätten es damals, zu seiner Entstehung, noch nicht so spielen können, wie sie sich das vorgestellt hatten, es quasi einfach nur einmal schnell skizziert. Aber in der Online-Abstimmung hätte es als Wunsch wahnsinnig hoch abgeschnitten – „Und so dachten wir, na dann lernen wir’s mal.“ Es folgt: Das tanzende „Z.N.S.“. Ich glaube, ich sollte noch schnell erwähnen, dass es ein sehr gutes Konzert war. Die schlechte Luft hat zwar nicht unbedingt zur Besserung meines Schädelwehs und des damit verbundenen Genussverlustes beigetragen, aber soweit ich das beurteilen kann, gelungen, gelungen. Damit man nicht stundenlang stehen und, wie in den hinteren Reihen, den Hals recken muss, gibt es auch die versprochene Pause, in der man sich die Beine in dem kleinen Vorraum der Gasometer-Halle vertreten kann – denn leider, wer hinausgeht, darf nachher nicht mehr rein. Frechheit eigentlich. Zuerst keine ordentliche Belüftung und dann nicht einmal ein two-way-out. Aber egal, man ist ja nicht zum Atmen hier, sondern wegen Dingen wie einem plötzlich erscheinenden Einkaufswagen („Das ist noch der Originaleinkaufswagen von damals. Den haben wir auf jeder Tour mit. Da ist noch ein original Markstück von 1980 drinnen!“), den Röhren, von deren Geräusch ich sehr angetan war, den Texten, der Stimmung, dem Krach, dem Alko – äh, und so weiter. Gegen Ende des Sets wird das Publikum noch schnell in Chorgesang geschult, „Was ist ist was nicht ist ist möglich!“ Alexander Hacke zum Publikum: „Ganz einfach. Wenn ich singe, singt ihr mit.“ er deutet dann auf Herrn Bargeld: „Wenn der Chef singt, seid ihr still.“ Es hat schon was, so ein gemeinsam intoniertes „Was Ist Ist“. Und nachher gibt es doch noch eine Zugabe. Kurz, bevor meine Füße nachgeben wollen.

 

Setlist (schamlos geklaut von Neubauten.org)

 

Ich Gehe Jetzt

Yu Gung (Fütter Mein Ego)

Dead Friends (Around The Corner)

Redukt

Z.N.S.

Youme&meyou

Neun Arme / Die Nacht

Haus Der Lüge

Armenia

Rampe

Befindlichkeit Des Landes

 

Ein Leichtes Säuseln

Salamandrina

Sabrina

Perpetuum Mobile

Sehnsucht

Draussen Ist Feindlich

Selbstportrait Mit Kater

Was Ist iIst

Wnde Neu

 

Grundstuck (PM short version)

Kalte Sterne

Alles

PS: Das Konzert hat wirklich statt gefunden. Dieser Artikel ist kein Aprilscherz.

Agnes Wieninger
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