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FIDGET


"Eigentlich haben wir uns aber erst mal mehr mit Lärmschutzmatten geprügelt und uns in Kühlschränken durch den Keller gefetzt, als Musik zu machen."

fidget01_72dpi_rgb / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMal schnell das Wörterbuch aufgeschlagen und nachgesehen, was es denn wirklich bedeutet (aus einem mir unerfindlichen Grund hatte ich bis dato immer ein Blatt oder sonstigen feingliedrigen Teil eines Baumes vor dem inneren Auge, wenn ich dieses Wort vernommen habe): Ungefähr soviel wie „nervöses Herumzappeln“. Ich muss wohl gerade eine ähnliche Bewegung gemacht haben wie die (damals noch nur) Herren von FIDGET, 1997 war’s, als die Band ihren heutigen Namen bekommen hat – durch das zufällige Aufschlagen des Wörterbuches.
Jetzt, die Addition einer Sängerin, einer EP und ein Album später, erscheint der nächste Longplayer, „The Merciless Beauty.“ Zu diesem Anlass hat ihnen SLAM-Zine gleich ein paar Löcher in den Bauch gefragt, unter anderem, ob von Anfang an geplant war, eine Band zu gründen.


Bis auf Andreas, unseren zweiten Gitarristen, der mit sieben Jahren mit Klassikgitarre angefangen hat, haben wir tatsächlich nur mit der Musik begonnen, um eine Band zu haben. Wir konnten ja am Anfang (Micha und ich, Tom, haben zum ersten mal mit 13 Jahren zusammen "Musik" gemacht) noch nix, aber das war egal, denn wir hatten dann halt so was wie ne Band, und das zählte. Darline kam damals auf den Philippinen zuerst durchs Tanzen auf die Musik.

Darline ist, wie an dieser Stelle Unausweichlicherweise erklärt werden muss, die „zweite“ Stimme – oder die erste, je nach Lied. Denn bei FIDGET wird meistens zweistimmig gesungen. War das von vorneherein beabsichtigt?

Nicht wirklich. Wir haben Darline Sylvester 98/99 kennengelernt, irgendwie hat sich das dann ergeben, nachdem wir mal aus Spaß einen Song zusammen gemacht hatten.

A Propos Songs. Wo fanden denn die ersten Proben statt, der Ur-Mitglieder, zu den Zeiten, als man noch PERCEPTION hieß?

Es gibt in Düsseldorf, gegenüber vom Haus, in dem meine Eltern wohnen, ein Jugendzentrum - Haus Spilles. In dessen Keller hatten wir unseren ersten Proberaum. Eigentlich haben wir uns aber erst mal mehr mit Lärmschutzmatten geprügelt und uns in Kühlschränken durch den Keller gefetzt, als Musik zu machen. Als wir es dann ernster nahmen, merkten wir, dass die Umgebung etwas ungünstig war, weil sehr feucht.
Die Textblätter wurden sehr schnell naß, die Schlagzeug-Hardware rostete weg...

Nun, man kann wohl mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass das Musizieren mittlerweile in trockenen und gut geheizten Proberäumen stattfindet. In diesen deutschen Proberäumen erklingen dann englische Texte – nun stellt sich die Frage, wenn man größtenteils Deutsch spricht, wieso setzt man sich der Gefahr aus, wegen fremdsprachiger Texte oder der Aussprache derselben kritisiert zu werden?

Ich kann da für mich persönlich auf jeden Fall sagen -
Ich fand als Kind schon so Sachen wie Nena oder Die `Neue Deutsche Welle` schrecklich.
Als ich dann meinen Kopf in die Plattensammlung zuhause gesteckt hab, waren die Sachen, die ich cool fand, auch auf Englisch. Darline ist ja quasi mit Englisch aufgewachsen -
Ich glaub, unsere Aussprache ist eigentlich auch ganz OK =).

Ja, die Aussprache ist wirklich nicht zu bemängeln. Wer schreibt denn nun die Texte?

Die Arbeit teile ich mir meistens mit Darline.
Ihre Lyrics sind dabei eher vertrackter Natur, meine sind etwas einfacher gehalten.

Wenn man als Band schon länger existiert, kann es vorkommen, dass das ständige Wiederabspielen der selben Songs mit der Zeit langweilig wird – so zumindest meine Beobachtung. Wenn man FIDGET nun live erlebt, bekommt man die Songs genau so zu Hören, wie sie auf Datenträger gebannt wurden?
Oder entstehen Variationen der alten Songs?


Dafür, dass wir sie verändern, brauchen sie gar nicht so alt sein.
Z.B. haben wir Add(nun), den letzten Track vom vorigen Album, relativ schnell weitaus länger und mit mehr Rhythmuswechseln als auf der LP, gespielt.
Es gibt daneben auch einige alte Songs, die wir heute einfach nicht mehr spielen.
Es scheint jetzt schon so zu sein, dass die neueren Songs, vornehmlich die vom neuen Album, eine längere Halbwertszeit haben, gleichzeitig aber auch Boden bieten, den man variieren kann. Je eher wir uns selber durch möglichst viele Kurzweile zufriedenstellen, desto eher findet es auch das Publikum geil.
Publikum, Konzerte. Da können teilweise schon unvorhergesehene Dinge geschehen, von denen dann später erzählt werden kann.
Einige mehr oder weniger...
Es gab mal vor drei Jahren ein kleineres Festival in Bayern, auf dem 3 von uns beim Gig nicht mehr wirklich stehen konnten. Unser zweiter Gitarrist mußte unserem Schlagzeuger sein Set notdürftig aufbauen, unser damaliger Bassist drehte alle Regler von meinem Amp auf 10 - ich hab die Konsequenzen eh nicht mehr bemerkt und hing mit meinen Beinen und Armen irgendwann so im Kabelsalat, dass ich nicht mehr ans Mikro kam.
Micha würde immer noch 50 € fürn Video von diesem Auftritt geben, aber ich bin schon froh, dass das der einzige Ausfall dieser Art war..

Die Tücken des Musikerjobs, der sich ja meistens auch nicht wirklich rentiert. Da muss man die Frage stellen, wird nebenbei Gearbeitet oder Studiert?

Ja und ja!
Micha, Schiwo und ich studieren in Düsseldorf, Darline arbeitet beim WDR, Andreas bei VW in Kassel.
Außerdem machen Micha und ich noch RockOrDie, Produktionen und Coaching für junge Bands.

Gibt es schon Videos zu Songs? Im Internet sind nämlich keine zu finden.

Bis jetzt waren das Low-Budget-Videos in Eignregie, die wir nicht wirklich mit dem Gedanken des sendefähigen Videos gemacht hatten.
Einmal eins zu Occupied, dem ersten Song, den wir für Supermusic Records aufgenommen hatten, und einmal zu The  Marks Of Those. Es ist auf der gleichnamigen Single erhalten.

Ich bin übrigens bei der Recherche für dieses Interview auf eine schwedische Band namens, richtig, FIDGET gestoßen. Gab es sie? Gibt es sie noch?

Ich glaub, eher `gab`. Wissen wir seit nicht allzu langer Zeit auch.
Wir hatten sogar neulich mal Mailkontakt zu Nina Natri, ihrer Sängerin.
Scheint nett zu sein.

Agnes Wieninger
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