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Fraktal 1

Aus heiterem Himmel bekommt der Journalist Jason Jublonsky die Möglichkeit, an einer geheimen Forschungsmission teilzunehmen. Das Ziel der Reise klingt schier unglaublich.

(C) Gigaphon Entertainment / Fraktal 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie bemannte Raumfahrt steht vor dem Aus. Explodierende Kosten machen eine Fortsetzung zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich. Gleichzeitig arbeitet in der Schweiz ein Team von Wissenschaftlern und Militärs an einem Projekt, das neue, ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Plötzlich bietet sich die Möglichkeit, in den Mikrokosmos zu reisen. Allerdings ist dies der Öffentlichkeit nicht bekannt und man unterstellt der Forschergruppe, mit unkontrollierbaren schwarzen Löchern zu experimentieren.


Die Stimmung in den Medien droht zu kippen. Um einer weiteren Image-Verschlechterung vorzubeugen, beschließt die Führung des Unternehmens, die Presse einzuladen und einem ausgewählten Journalisten ihre bisherigen Ergebnisse zu präsentieren. Die Wahl fällt auf Jason Jublonsky von der London Times. Doch was den Briten bei seiner Ankunft in der Schweiz erwartet, übertrifft alle seine Erwartungen. Plötzlich steht er in einem riesigen Hangar und erhält die Möglichkeit, mit einem Raumschiff, der Skyclad, in den Mikrokosmos zu reisen. Eine Chance, die sich Jublonsky keinesfalls entgehen lässt.


Anfänglich läuft alles wie geplant, doch dann kommt es zu einem unvorhergesehenen Vorfall. Die einzige Möglichkeit für die Skyclad, der vollkommenen Zerstörung zu entgehen, ist es, den bekannten und sicheren Raum zu verlassen. Der Kontakt zur Außenwelt geht verloren und die Besatzung der Skyclad muss sich mit dem Gedanken vertraut machen, im Mikrokosmos verschollen zu sein.


Nachdem man in Sachen Science-Fiction dem Platzhirsch "Mark Brandis" kampflos das Feld überlassen hatte, scheuten viele Labels den Start einer neuen Serie dieses Genres. Nun stellt sich Gigaphon der Aufgabe, die Science-Fiction Landschaft neu zu beleben. Abseits ausgetretener Pfade, die von "Perry Rhodan" & Co. in den vergangenen Jahren hinterlassen wurden, wählt man einen eigenen Ansatz, um den Aufbruch der Menschheit zu den Sternen zu thematisieren.


In der Literatur fand die Idee eines Mikrokosmos bereits in den 1950er und 1960er Jahren ihren Niederschlag, bevor dieses Modell in einen Dornröschenschlaf fiel und erst jetzt mit "Fraktal" wachgeküsst wurde. Um eine Verbindung zu realen Forschungseinrichtungen zu knüpfen, verlegte man die Basis der Forschungen in die Schweiz, wo tatsächlich CERN an der Erforschung schwarzer Löcher arbeitet, und änderte lediglich den Namen der Organisation in CET.


Bei der eingeführten Figurenkonstellation bleibt man jedoch zunächst auf vertrautem Terrain und greift dabei leider auch auf Stereotype zurück. Da ist der muskelbepackte und auf Zivilisten abweisend reagierende Offizier, die gut aussehende und charmante Wissenschaftlerin und der strahlende Held, der selbstlos sein Leben in Gefahr bringt, um andere zu retten. Im Mittelpunkt der ersten Episode steht die klassische Besatzung eines Raumschiffs, die in der Pilotfolge dem Hörer vorgestellt wird, wobei der Fokus zunächst auf einigen wenigen Charakteren ruht, wohingegen anderen erst in den kommenden Folgen ein genaueres Augenmerk zuteilwird. Obwohl "Verloren im Mikrokosmos" die Einstiegsfolge darstellt und in erster Linie dazu dient, die Figuren vorzustellen und die Ausgangslage für weitere Abenteuer zu schaffen, ist der Auftakt alles andere als langweilig geraten.


Schon relativ schnell begibt sich die Crew der Skyclad auf ihre erste Mission und wird gleich mit einigen unvorhergesehenen Vorkommnissen konfrontiert, sodass Spannung und Dramatik garantiert sind und mit den ruhigeren Passagen, in denen der Rezipient weitere Hintergrundinformationen über die Welt des Mikrokosmos erhält, eine ausgewogene Mischung ergeben. Die Spielzeit ist mit 70 Minuten recht üppig ausgefallen, wird aber auch benötigt, um die Weichen für kommende Geschichten stellen zu können und den Hörer neugierig auf eine neue fantastische Welt zu machen. Längen und aufgeblasene Dialoge sucht man hier zum Glück vergeblich und wird über eine Stunde bestens unterhalten.


Einen enormen Beitrag leistet dabei sicherlich auch der Soundtrack des Hörspiels. Die verwendeten Musikstücke regen die Fantasie des Hörers an, vor dem imaginären Auge nimmt die Unendlichkeit des Raums Gestalt an. Andere Stücke vermitteln etwas Mysteriöses, Fremdartiges, dem wir Menschen noch nie zuvor begegnet sind, und passen so natürlich hervorragend zu einem SF-Hörspiel. An anderer Stelle fließt natürlich auch das dazugehörige Quäntchen Epik und Pathos in die Melodien ein, was dem Hörspiel bei der dargebotenen Thematik gut zu Gesicht steht.


Bei den Sprechern trifft man auf einige alte Bekannte, die auch in dieser Serie nichts anbrennen lassen und mit einem hohen Maß an Proffessionalität zu Werke gehen. Als Captain Ian Pierce ist Gordon Piedesack zu hören, dessen tiefe, markante Stimme hervorragend zur autoritären Figur eines Raumschiffkommandanten passt. Bettina Zech konnte schon in der Hauptrolle der Lea in "Dragonbound" überzeugen und macht auch als Biologin Dr. Amy Keppler eine gute Figur.


Ebenfalls gut besetzt ist die Rolle des Journalisten Jason Jublonsky durch Martin L. Schäfer, dem man jederzeit den nachhakenden und skeptischen Pressevertreter abnimmt. Dazu kommen einige weitere bekannte Stimmen, die ebenfalls überzeugen können. Der Start ist gelungen, inhaltlich darf man gespannt sein, was in den folgenden Episoden auf den Hörer zukommt. Potenzial für viele spannende Abenteuer ist mehr als genug vorhanden. "Fraktal" hat das Zeug dazu, neben den bereits etablierten Serien bestehen zu können.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Gigaphon Entertainment/Delta Music




 


 
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