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Fraktal 10

Die Sicherheit des Schleiers war immer eine Konstante im Leben eines jeden Kintaruaners. Nichts und niemand kann den Schirm überwinden. Doch was geschieht, wenn die Gefahr aus dem Inneren droht?

(C) Imaga / Fraktal 10 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKintaru ist es einmal mehr gelungen, die Angreifer des Taroximperiums abzuwehren, allerdings befindet sich der gesamte Planet im Belagerungszustand. Zwischen den feindlichen Truppen steht nur der Schleier, ein mächtiger Energieschirm, der die Invasoren zurückhält. Noch ahnt niemand, welche Gefahr dem Planeten aus dem Inneren droht. Mittels eines perfiden Plans ist es den Tarox gelungen, die Besatzung der Skyclad zu infiltrieren.


Einige der Crewmitglieder wurden durch einen massiven Eingriff in ihre Gehirnstruktur während eines brutalen Eingriffs in rücksichtslose Attentäter verwandelt, die ihre Mission selbst über das eigene Leben stellen. Das Ziel ihres Einsatzes ist der sensibelste Punkt des gesamten Planeten, die Schildkontrolle des Schleiers. Jublonsky ahnt nicht, dass die körnige Bildaufnahme der Traummaschine in seinem Besitz den einzigen Hinweis auf das bevorstehende Attentat darstellt. Diese zeigt Amy Keppler in einer Gefangenenzelle des Feindes. Obwohl alles dagegenspricht, dass tatsächlich sie auf dem Bild zu sehen ist, beginnt er aufgrund eines intuitiven Gefühls Nachforschungen anzustellen. Wird es dem ehemaligen Journalisten und Reporter gelingen, das Schlimmste noch zu verhindern, um nicht einen gesamten Planeten dem skrupellosen Imperium der Tarox auszuliefern?


Es ist schon erstaunlich, welchen Weg diese immer noch recht junge Serie genommen hat. Lange Zeit blieb man unscheinbar und fristete ein Schattendasein im Rücken der etablierten Größen. Doch dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt. Während ein Konkurrent nach dem anderen aus den unterschiedlichsten Gründen die Segel streichen musste, kehrte "Fraktal" nach einer etwas längeren Schaffenspause gestärkt zurück, konnte sich mit jeder erscheinenden Folge weiter emanzipieren und beeindruckt heute mit einer eigenständigsten und inhaltlich stimmigsten Serienkonzepten des Science-Fiction-Genres. "Die Nacht der Verschwörer" führt die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit konsequent fort, schlägt aber gleichzeitig ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Skyclad und seiner Besatzung auf. Der neue Handlungsstrang, der auch schnell das Geschehen dominiert, gehört augenscheinlich immer noch ins Genre der Sci-Fi, da gewisse Stilelemente auch ihre Verwendung finden, allerdings kann man ohne Probleme von einem lupenreinen Thriller sprechen.


Eine Gruppe von Attentätern, die von einer feindlichen Macht manipuliert wurden, um im Verborgenen direkt unter den Augen ihrer Feinde einen Anschlag vorzubereiten, gehört zu den klassischen Motiven des Thrillers. Die Spannung resultiert aus der Frage, ob es gelingen wird, den Anschlag noch zu verhindern und die unfreiwilligen Verschwörer aus den Klauen ihrer Peiniger zu befreien. Eine Grundidee, die auch im vorliegenden Fall ohne Probleme aufgeht und für eine ordentliche Portion Spannung sorgt. So verfolgt der Hörer Jublonskys Bemühen, hinter die Geschichte der verschwommenen Bildaufnahme zu kommen, wobei man immer über mehr Informationen verfügt als der Akteur. Dadurch wird eine enorm dichte Atmosphäre erzeugt, in der die Frage, ob es Jublonsky gelingen wird, hinter das Geheimnis zu kommen, die höchste Priorität einnimmt.


Dazu gesellt sich eine Variante des klassischen Stoffs der Verschwörergeschichte, der erheblich vom Original abweicht. Hier haben die Attentäter keinerlei Chance, sich in letzter Sekunde doch noch gegen die Mission zu entscheiden. Der Eingriff in ihre Gehirne schaltet den freien Willen aus und setzt die erfolgreiche Beendigung des Einsatzes sogar über das Überleben. Besonders eindringlich sind hier jene Momente ausgefallen, in denen Amy Keppler erkennen muss, dass ihr keine andere Wahl bleibt als ihr Schicksal zu akzeptieren. In seiner Vielseitigkeit erinnert "Fraktal" häufig an große Space Operas, wie "Star Trek: Voyager" oder "Babylon 5". Die Crew der Skyclad ist ebenfalls weit von der Erde entfernt und muss sich in den unterschiedlichsten Extremsituationen zurechtfinden, um das eigene Überleben sicherzustellen. Allerdings sind die Ereignisse an Bord des Schiffs und seinem Umfeld doch deutlich düsterer als die genannten Serien.


Die Dialoge wissen zu überzeugen und schaffen es ohne Ausnahme, die Dramatik der jeweiligen Szene einzufangen und für den Hörer greifbar zu machen. Ein wichtiges Merkmal, ob ein Hörspiel funktioniert, ist die Wortwahl der Charaktere, hier kann man schnell mal danebengreifen, insbesondere dann wenn man Figuren in Ausnahmesituationen reagieren lässt. Im Fall von "Die Nacht der Verschwörer" ist dies eine Frage, die sich zu keiner Zeit stellt und es gelingt immer, die besondere Dramatik der geschilderten Situation einzufangen. Die eingesetzten Geräusche sind einer Story, die im Science-Fiction-Metier angesiedelt, ist jeder Zeit würdig und können überzeugen.


Dasselbe kann man über die dosiert und sehr zurückhaltend eingesetzten Musikstücke vermelden, die wenn sie zum Einsatz gelangen, absolut stimmig platziert wurden. Bevor wir uns den Leistungen einzelner Sprecher zuwenden, kann man ohne Einschränkung feststellen, dass alle Beteiligten mit großem Eifer bei der Sache waren und eine sehr gute Arbeit abgeliefert haben. Besonderen Respekt muss man jedoch jenen zollen, denen die Rollen der Verschwörer zugefallen sind. Tatsächlich gelingt es ihnen, den immer noch vorhandenen Zwiespalt ihrer Mission einzufangen, sodass man das Gefühl bekommt, hier sind keine Monster am Werk zu hören, sondern ferngesteuerte Individuen, die nichts gegen ihre Programmierung tun können.


Aus der Zahl guter Sprecher sticht jedoch Bettina Zech in der Rolle der Amy Keppler hervor. Es gelingt ihr mit ihrer Stimme, die ganze Abscheulichkeit ihrer Peiniger und die damit einhergehende Hilflosigkeit einzufangen. Eine wirklich große und tatsächlich reife Leistung. Johannes Steck überzeugt als großer Skeptiker und Zweifler in dieser Episode und macht dies auf eine sehr bodenständige und überzeugende Art, daneben agieren so tolle Sprecher wie Martin Sabel, Katharina von Draake und Michael Che-Koch. Es ist einfach beeindruckend mit welchem Ideenreichtum und Spielfreude diese Serie mit jeder erscheinenden Folge reift. Ich kann im Moment nicht genug von der Skyclad und ihrer Besatzung bekommen und hoffe auf eine rasche Fortsetzung.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Gigaphon Entertainment




 


 
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