Die Story des dritten Teils (Review zu Teil 2) spielt im Jahr 2012 – kurze Zeit nachdem das sagenumwobene atomare Sperrgebiet rund um Pripyat zugänglich gemacht werden konnte. Daraufhin entsendet die ukrainische Regierung Helikopter mit Spezialeinheiten um die Zone zu sichern. Leider erreicht keiner der Hubschrauber den Zielort. Infolgedessen schlüpfen die Spieler in die Haut eines Agenten, der sich als Stalker ausgibt um unerkannt im ehemaligen Sperrgebiet Nachforschungen anstellen zu können.
Gleich in der Anfangsphase des Spiels wird deutlich, dass sich "Call of Pripyat" sowohl an Fans der Reihe als auch an Einsteiger richtet. Zufällig generierte Quests gehören nun der Vergangenheit an, da alle Missionen von Hand erstellt sind. Selbst die Nebenaufgaben sind von einem roten Faden durchzogen und erzählen eine eigene spannende Geschichte. Leider hat die Absicht es auch den Hardcore-Fans der ersten Stunde recht machen zu wollen vor allem für Neulinge einen bitteren Beigeschmack: Bereits die ersten Missionen weisen einen knackigen Schwierigkeitsgrad auf. Der Grund dafür liegt weniger in übermächtigen Gegnern als vielmehr im eingeschränkten Inventar. Vor allem zu Spielbeginn werden die Spieler daher gezwungen mit billiger Ausrüstung und Bewaffnung vorlieb zu nehmen.
Auch der dritte Teil im "S.T.A.L.K.E.R."-Universum lebt von der düsteren postapokalyptischen Grundstimmung. Nach wie vor durchstreifen allerhand Mutanten die Zone und radioaktive Stürme zwingen häufig dazu, einen sicheren Unterschlupf suchen zu müssen. Weiterhin ist der PDA-Organizer des Protagonisten der Dreh- und Angelpunkt für alle Aufgaben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einen Detektor zu tragen um vor Anomalien rechtzeitig gewarnt zu sein. Leider sind diese Vorwarn-Systeme nur beschränkt nützlich da viele Anzeigen vom Spiel nicht erklärt werden. Da passt es nur zu gut ins Bild, dass ein Tutorial ebenfalls fehlt.
Die optische Präsentation ist solide, allerdings sind gewisse Alterserscheinungen bei der betagten Grafikengine nicht mehr zu überdecken. Das wohl größte Manko sind die langen Ladezeiten bei den Übergängen zu neuen Level-Abschnitten. Hier wird die – ansonsten recht gut gelungene – Illusion einer freien offenen Welt häufig zu Nichte gemacht. Fallweise stören auch Clipping-Fehler sowie Abstürze den Spielfluss. Auf hohem Niveau bewegt sich dagegen der Sound. Die Geräuschkulisse wirkt glaubwürdig, die musikalische Untermalung geht gut ins Ohr und trägt zur Verdichtung der düsteren Atmosphäre bei. Nichts gelernt haben die Entwickler aus der Kritik an der fragmentarischen Charaktere-Synchronisation. Trotz aller Forderungen nach einer zeitgemäßen und vollständigen Vertonung, darf weiterhin fleißig gelesen werden. Was im Jahr 2007 vielleicht noch annehmbar war, wirkt 2009 doch schon eher altbacken. Selbiges gilt für den Multiplayer-Modus: Ohne neue Modi und mit dem bekannten Geld- und Rangsystem, haben sich die Entwickler auf keine Experimente eingelassen.Fazit: Das "S.T.A.L.K.E.R."-Universum vermag weiterhin zu faszinieren. – Trotz einer Engine mit Alterserscheinungen, einiger Grafikfehler und der unvollständigen Charakter-Vertonung. Wer sich von einem düsteren postapokalyptischen Setting angesprochen fühlt und sich auf eine spannende und dichte Story einlassen möchte, wird mit "S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat" trotz Unzulänglichkeiten fündig. Und zum ersten mal in der Geschichte der "S.T.A.L.K.E.R."-Reihe sind nun alle Missionen von Hand gefertigt; auch die Nebenmissionen sind packend erzählt und von einem roten Faden durchzogen.
# # # Karl Stingeder # # #
Grafik: 7,0/10
Sound: 7,5/10
Steuerung: 8,0/10
Spielspaß: 8,5/10
Gesamt: 8
Entwickler: GSC GameWorld
Publisher: Namco Bandai





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