Navi Logo von SLAM alternative music magazine
Promo für aktuelles SLAM Heft
SLAM #143 mit Interviews und Storys zu SHYFRIN ALLIANCE +++ PRIMITIVE MAN +++ HECKSPOILER +++ THE BUTCHER SISTERS +++ AGNOSTIC FRONT +++ MEGADETH +++ GLUECIFER +++ DANKO JONES +++ KREATOR +++ VERRAT +++ u.v.m. +++ Jetzt am Kiosk!

Game-Review: Alpha Protocol (PS3, PC, Xbox 360; getestet auf PS3)

Fans von "24", "James Bond" und "Bourne" aufgepasst: Besitzt Segas neuestes Spionage-RPG die Lizenz für Spannung und Spielspass?

Alpha Protocol Cover (C) Sega / Zum Vergrößern auf das Bild klickenThornton, Michael Thornton. Geheimdienst-Agent, Spion. Auftrag: Ausforschung der Hintermänner jenes Terroranschlags, welchen dutzenden Passagieren eines zivilen Flugzeugs das Leben gekostet hat. Ort der Ermittlungen: Naher Osten, Moskau, Rom und Taipeh. Doch Agent Thornton steigt im Zuge der Nachforschungen mächtigen Hintermännern einer mysteriösen Verschwörung auf die Füße und wird kurzerhand auf die internationale Agenten-Abschussliste gesetzt.


Zu Spielbeginn besteht die Möglichkeit das Alter Ego durch überschaubare Auswahlmöglichkeiten wie Augenfarbe, Bartlänge oder Brillen zu individualisieren. Die vorgenommene Alpha Protocol Bild1 (C) Sega / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKonfiguration ist dabei jedoch nicht permanent, sondern kann in jedem "Safe House" vor Missionsbeginn wieder geändert werden. Genaueres Augenmerk sollte hingegen bei der Auswahl der Klasse gelegt werden, denn "Alpha Protocol" ist kein Agenten-Shooter á la "No One Lives Forever" sondern erinnert vielmehr an den Cyberpunk-Genremix "Deus Ex". Wie auch in der Action-RPG-Perle aus dem Jahr 2000 muss das Alter-Ego mittels Skillpoints gelevelt werden. In "Alpha Protocol" stehen hierfür die Klassen Agent, Söldner, Soldat oder Techniker zur Auswahl, ein Wechsel ist lediglich nach Abschluss des ersten Abschnitts im Nahen Osten möglich, danach können nur noch bei den neun zur Verfügung stehenden Fähigkeiten entsprechende Fertigkeitspunkte vergeben werden, beispielsweise auf Skills wie Sturmgewehr, Sabotage oder Tarnung. Die Fähigkeitspunkte bilden auch eines der tragende Säulen der Spielmechanik, da sämtliche Handlungs-Resultate im Hintergrund ausgewürfelt werden. Die Wahrscheinlichkeit mit einer nicht geskillten Fähigkeit den gewünschten Effekt zu erzielen ist daher sehr gering.


Alpha Protocol Bild2 (C) Sega / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSchwach und unausgereift wirkt auch die Gegnerlogik, richtig fordernd sind lediglich die Bosskämpfe, hier wurde die klägliche KI durch clever inszenierte Script-Events kompensiert. Auch gleichen sich viele Missionen wie ein Ei dem anderen. Dazu kommt, dass das Spieldesign umsichtiges Vorgehen und Schleicheinlagen nicht belohnt, sondern durch das fehlende Feedback sogar erschwert. Dies wird vielfach leider dazu führen, dass lediglich die offensiven Fähigkeiten geskillt werden um frustigen Wiederholungen zu entgehen (nein, es gibt kein freies Speichersystem). Zahlreiche Minigames wie das Schlösser-Knacken oder das Hacken von Computer-Terminals wurden augenscheinlich mit dem Anspruch implementiert Abwechslung in das Gameplay zu bringen. Leider wirken die meisten Minigames auf Dauer durch deren repetitives Design und auch durch die Häufigkeit nervtötend.
 

Die Aufträge beginnen stets von einem so genannten "Safe House". Diese Stützpunkte dienen als Rückzugsorte für Thornton und sind mit einem Computer-Terminal mit E-Mail-Funktion und einem Alpha Protocol Bild3 (C) Sega / Zum Vergrößern auf das Bild klickenvirtuellen Zugang zum Schwarzmarkt, einem Fernseher als Nachrichten-Quelle sowie Zugang zum Waffen-Inventar ausgestattet. Gegen Bares kann die Ausrüstung mit Rückstoßdämpfern, größeren Magazinen, Visieren und vielem mehr aufgewertet werden.


Alpha Protocol Bild4 (C) Sega / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSo groß die Freiheiten bei der Verbesserung der Ausrüstung sowie Entwicklung der Fertigkeiten auch sind, so unflexibel präsentiert sich der Spielablauf. Wurde die Ausrüstung festgelegt und die Mission ausgewählt, erfolgt der prompte Spieleinstieg am Einsatzort. Die Areale sind linear, die Karten auffällig klein. Auch fehlen ansprechende Nebenmissionen, hier wurde Potential für zusätzliche Abwechslung verschenkt. In Summe hält "Alpha Protocol" für einen erfolgreichen Durchlauf trotzdem gut und gerne 20 bis 30 Stunden bei der Stange. Der Wiederspielwert ist dabei immens, da die aus "Mass Effect" und "Mass Effect 2" bekannten Dialogentscheidungen in völlig konträre Spiel-Enden resultieren können. Das Dialogsystem ist daher auch einer der zentralen Eckpfeiler des Gameplays; herausragend ist dabei insbesondere, dass nicht immer offensichtlich ist, welche Dialog-Entscheidung für den jeweiligen Gesprächspartner die beste Wahl ist.


Die Steuerung funktioniert in den Kämpfen meist rund, jedoch hätte die verschachtelte Menüführung des Inventarsystems besser gelöst werden können. Auch die optischen Hinweise, welche Kletter- Alpha Protocol Bild5 (C) Sega / Zum Vergrößern auf das Bild klickenoder Sprungmöglichkeiten mittels Icon anzeigen wirken störend und stören die Atmosphäre. Ebenfalls unübersehbar: Die optische Präsentation hinkt dem Genre-Standard um Jahre hinterher; Charakter-Animationen wirken mit Ausnahme der bewegungsechten Nahkampfeinlagen hölzern, Clipping-Fehler und die an vielen Stellen matschigen Texturen passen ins Bild der rundum veralteten Grafik. Sound und Sprachausgabe gehen dagegen ausgesprochen gut ins Ohr, auf eine deutsche Synchronisation wurde verzichtet.


Fazit: Licht und Schatten liegen bei "Alpha Protocol" eng beisammen. Tolle Ansätze wie das durchdachte und motivierende Dialogsystem oder die hohe Wiederspielbarkeit stehen der strohdummen KI, der altbackenen Grafik und den repetitiven Mini-Games gegenüber. Schade auch um das verschenkte Stealth-Potential. Fans von Agenten-Spielen und Freunde von spielerischer Entscheidungsfreiheit und stimmigen Dialogen können dennoch zugreifen.



# # #  Karl H. Stingeder  # # #



Grafik: 4,5/10
Sound: 8,5/10
Steuerung: 7,5/10
Spielspaß: 7,0/10
Gesamt: 7


Entwickler: Obsidian Entertainment   
Publisher: Sega




************************************************************************

JETZT IM HANDEL:

SLAM #143
  Ab 19.12.2025 am Kioskdirekt im Webshop oder im Abo!

ROCK CLASSICS #44: IRON MAIDEN
Ab 12.12.2025 am Kiosk, direkt im Webshop oder in unserem Amazon-Shop!

SLAM @ Facebook - LIKEN und immer topinformiert sein!

************************************************************************

SLAM #143 & ROCK CLASSICS #44: IRON MAIDEN© SLAM Media

Diesen Artikel teilen
Teilen
Rapture öffnet erneut die Pforten, um uns in der schaurig-schönen Unterwasserstadt willkommen zu heißen.
Als ich das Cover von "15 Days" erstmals in der Hand hatte und mich gespannt und ungeduldig an die Installation machte schwebten mir wunderschöne Erinnerungen an längst vergangene Zeiten vor, an vor Spannung glühende Wangen (und Augen).
Kunterbunte Fußballaction für die ganze Familie.
Kein Intro, kein Tutorial, die DVD trägt den Namen "Sparta II" und die Grafik scheint aus Zeiten von "Warcraft III" zu stammen. Kann man eigentlich einen miserableren Ersteindruck hinterlassen?
Der Albtraum nimmt kein Ende!
"Run To The (Silent) Hills": Die Entwickler von "Max Payne" melden sich nach sieben Jahren Funkstille mit einem videospielgewordenen Albtraum zurück, der sich (mit Blut) gewaschen hat.
20 Jahre und kein bisschen alt, aber auch nicht viel reifer.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne! Und beim Aufeinandertreffen von Aliens, Predators und Marines auch noch Gedärme, abgetrennte Köpfe, Gliedmassen und hektoliterweise grünes und rotes Blut. Schnappt euch den Controller und geht auf eine ultrabrutale Menschen/Alien-Jagd (aber selbstverständlich nicht in Deutschland)!
Rios und Salem, die sympathischen Bad Boys aus dem Söldnergewerbe, sind zurück und lassen es diesmal in China ordentlich krachen.
Der "Dark Knight" kehrt in einem neuen actiongeladenem Abenteuer zurück. Dabei wird er nicht nur mit seiner Nemesis, dem Joker, konfrontiert, sondern auch mit den Abgründen seiner eigenen Seele.
Kann EA endlich der "Call of Duty"-Reihe das Wasser reichen? Im zweiten Ableger des "Bad Company"-Spin Offs aus der "Battlefield"-Serie lassen es die Jungs von Dice jedenfalls – und erstmals auch auf dem PC – so richtig krachen.
Witching Hour News: Sexy Hexi schreibt Videospiel-Geschichte!
Dass ich das noch erleben darf: Deck 13 gräbt in genretechnischen Untiefen und wagt mit "Black Sails" den Versuch eines Point and Click-Adventures – hält der Titel der "Venetica"-Macher was er verspricht?
"BlazBlue – Calamity Trigger", das neue Beat’em Up von Zen United ist nun auch in Europa erhältlich. Hau drauf mit Stil oder antiquiertes 2D-Kampfspiel?