In dieser mittlerweile dritten Adaption der relativ populären Manga/Anime-Serie "Bleach" für Nintendos Handheld haben die Entwickler den Pfad der etablierten Prügelspiele verlassen und ein reines J-RPG-Spiel entwickelt. Doch worum geht es eigentlich bei "Bleach"? Die Manga- und Anime-Serie handelt von Ichigo Kurosaki, einem unbescholtenen Schüler in seinen jungen Teenager-Jahren, der seit seiner Kindheit die Fähigkeit besitzt, Geister zu sehen. In der Welt von Bleach nicht unbedingt etwas völlig Außergewöhnliches, denn es existieren parallele Dimensionen. In einer davon werden junge Rekruten zu sogenannten Shinigami (Seelenschützern) ausgebildet, um die hinterhältigen Hollows, ihrerseits ruhelose Geister, die den Menschen ihre Seelen berauben, aufzuhalten. Eines Tages gerät Ichigo mitten in den Kampf der Shinigami Rukia Kuchiki, die schwer verletzt zurück bleibt und ihre Kräfte auf Ichigo übertragen muss. So wird er völlig unfreiwillig zum Shinigami und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Soviel zum Crash-Kurs in der Bleach-Welt.
"Bleach: The 3rd Phantom" spielt im etablierten Bleach-Universum, ist aber chronologisch vor den Ereignissen der Serie angesiedelt. Dafür wurde eigens für das Videospiel gemeinsam mit dem Schöpfer der Serie eine eigenständige Geschichte geschrieben, um sowohl kompletten Bleach-Neulingen als auch Veteranen gleichermaßen einen Anreiz zu bieten. Die Hauptfiguren dieser Quasi-Vorgeschichte sind die Zwillinge Fukimaru und Matsuri Kudo. Die beiden werden in letzter Sekunde von zwei fähigen Seelenschützern gerettet und werden in deren aristokratischen Reihen in Soul City aufgenommen.
Als Spieler kann man sich für einen der beiden Charaktere entscheiden. Die Geschichte ist in über 20 Kapitel unterteilt, in deren Erzählverlauf man auf eine Vielzahl der aus der Serie bekannten Figuren und Widersacher trifft. Sogar mit Ichigo kreuzen sich die Wege, während man mit Verrat, Rache und Verlust konfrontiert wird. Die generelle Inszenierung ist überaus dialoglastig und spielt sich eher wie ein interaktiver Manga als ein eigentliches Videospiel. Bevor man endlich als ausgebildeter Seelenschützer seinen Dienst verrichten darf, muss man sich durch eine Menge an Dialogen kämpfen. 
Um Hollows aufzuhalten, müssen unsere Schützlinge diese im Kampf besiegen. Das Kampfgeschehen wird in isometrischer Sicht dargestellt. Dabei ist das Feld schachbrettartig in Quadrate unterteilt. Unsere Gruppe bewegt sich gemäß der verfügbaren Aktionspunkte über das Feld. Steht man einem Hollow gegenüber, kann dieser attackiert werden. Das Handgemenge läuft automatisch ab und wird mittels ansehnlicher Animationen dargestellt, in Anlehnung an die Beat’em up-Vorgänger. Die eigenen Attribute und verwendete Ausrüstung sowie die Stärke des Gegners entscheiden über den Ausgang. Hat die eigene Gruppe alle Aktionspunkte verbraucht, zieht nun in bester Rundenmanier die feindliche Gruppe über das Schlachtfeld.
Werden wir angegriffen, kann man sich zwischen einer Defensivhaltung und einer Konterhaltung entscheiden. In bester Stein-Papier-Schere-Tradition gehören die Figuren entweder der Kraft-, Schnelligkeit- oder Technik-Kategorie an, wobei eine Kategorie immer effektiver gegen eine bestimmte andere ist. Leider wird dieses Konzept nicht immer völlig konsequent umgesetzt und so ist Kraft zumeist die wirkungsvollste Kategorie. Nach bestandener Auseinandersetzung können erhaltene Erfahrungspunkte selbstständig auf Attribute aufgeteilt werden.
Auf Kämpfe folgen ausgedehnte Dialoge, die immer wieder durch eigenartige kleine Minispiele unterbrochen werden. Im Verlauf der 20 Kapitel können über 50 mehr oder weniger bekannte Charaktere für die eigene Gruppe rekrutiert werden.
In grafischer Hinsicht präsentiert sich "Bleach: The 3rd Phantom" durchwachsen. Sind die Charaktere und Hintergründe allesamt schön im typischen Manga-Stil gezeichnet, so sind die Kämpfe nicht ganz so hübsch gelungen. Auch mag für die junge Zielgruppe die fehlende Lokalisierung ein Problem darstellen. Die musikalische Untermalung fällt nicht weiter auf, weder positiv noch negativ. Leider ist das Missionsdesign sehr einseitig. Meist muss jemand beschützt oder begleitet werden, aber der eigentliche Ablauf bleibt der selbe. Das restliche Spiel ist streng linear und bietet kaum Entscheidungsmöglichkeiten. Für die gesamte Kampagne müssen gut 25 Stunden Spielzeit eingerechnet werden. Fazit: Nach den erfolgreichen Beat’em up-Vorgängern haben sich die Entwickler an einer neuen Herangehensweise versucht. Ein Schritt, den ich grundsätzlich begrüßen kann, vor allem in der nicht enden wollenden Flut an ewig gleichen Fortsetzungen. Auch der Versuch, die etablierte Geschichte von Bleach aus einem anderen Blickwinkel zu erzählen ist gelungen, nur leider ist die Umsetzung etwas lieb- und ideenlos. Zu lange sind die einzelnen Dialogphasen, zu ähnlich verlaufen die Missionen und zu wenig Platz bleibt für Individualität und Interaktion. Für Liebhaber der Serie mag es durchaus spannend sein, sich mit bekannten Charakteren zu unterhalten und gemeinsam Abenteuer zu bestehen, für alle anderen gibt es interessantere Alternativen. Somit bleibt "Bleach: The 3rd Phantom" ein Stück Software vor allem für Fans der Serie, die durchaus einen Blick riskieren sollten.
# # # Andreas Himmetzberger # # #
Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Steuerung: 8/10
Spielspaß: 6/10
Gesamt: 7
Entwickler: Tom Create
Publisher: SEGA





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