Im Jahr 2007 überrascht "Crackdown" die Spielergemeinde. Böse Zungen munkeln immer noch, dass der kommerzielle Erfolg des Vorgängers einzig dem beiliegenden Beta-Code für Halo 3 zu verdanken ist. Die solide Fan-Basis, die die letzten drei Jahre geduldig auf einen Nachfolger gehofft hat, ist aber nicht von der Hand zu weisen. Der damalige Entwickler Realtime Worlds versetzte den Spieler in die Rüstung eines Super-Agenten der Agency, einer Art Spezial-Polizeieinheit. Als Schauplatz diente die fiktive Stadt
Pacific City, eine frei begehbare Inselgruppe mit futuristischem Setting. Leider wurde Pacific City von drei rivalisierenden Banden beherrscht. Als Agent galt es die kriminellen Gruppierungen auszuschalten und für Frieden zu sorgen.
Für die Fortsetzung zeigt sich das Entwicklerteam Ruffian Games verantwortlich. Die Ereignisse von "Crackdown 2" sind zehn Jahre später, ebenfalls in Pacific City, angesiedelt. Dank der Agency konnten alle Banden zerschlagen werden, doch die Umstände haben sich nicht zum Besseren gewendet. Die Stadt ist heruntergekommen, viele der Einwohner wurden mit einem Virus infiziert und sind zu Zombie-ähnlichen Lebewesen mutiert (den so genannten Freaks, die nachts die Straßen unsicher machen). Aber nicht alle stehen auf der Seite der Agency. Eine Terrorzelle, die sich selbst „The Cell“ nennt, macht die Agency selbst für den Ausbruch des Virus verantwortlich und kämpft gegen die Bemühungen der Super-Polizisten. Nachdem man sich für ein Charaktermodell (wobei nur vier männliche Agenten zur Auswahl stehen) entschieden hat, absolviert man ein kurzes Tutorial. Die Stimme eines Agentenausbildners erklärt
dabei alle Möglichkeiten und bleibt auch im weiteren Spielverlauf erhalten. Anschließend bringt ein Helikopter den Agenten direkt zum ersten Einsatzort. Im Hafen hat sich ein Teil von "The Cell" verschanzt, um einen der letzten Prototypen einer UV-Strahlenwaffe zu kontrollieren. Diese besonderen Waffen sind Bestandteil von "Project Sunbeam" - dem Plan der Agency die Freaks wirksam zu bekämpfen. Warum "The Cell" selbst verhindern möchte die Plage zu vernichten bleibt allerdings im Dunkeln. Gleich in der ersten Mission gilt es diesen Prototypen zu bergen.
Hat man dies erledigt, müssen Absorbtion Units aktiviert werden, um schließlich mit deren Energie und der UV-Waffe einen Unterschlupf der Freaks zu säubern. Im Grunde hat man schon nach den ersten 20 Minuten alle Missionen gesehen. Es gilt immer Niederlassungen von "The Cell" anzugreifen, um mit aktivierten Absorbtion Units und erbeuteten UV-Strahlenwaffen die Freaks zum verglühen zu bringen - kurz gesagt: Kill them all! Nebenmissionen, wie Autorennen, versprechen auch keine große Abwechslung.Startet man zu Beginn noch als schwächlicher Agent, können die eigenen Fähigkeiten durch das Einsammeln bestimmter Orbs in fünf Stufen gesteigert werden. "Renegade Orbs"
fliegen vor dem Spieler davon und bedürfen einiges an Geduld und Geschick, um eingefangen zu werden, bringen aber eine größere Leistungssteigerung. "Agility Orbs" verbessern Sprungkraft und Geschwindigkeit. Weiters können die Fähigkeiten Nahkampfstärke, Gebrauch von Waffen und Vehikeln durch Verwendung derselbigen verbessert werden, wobei die Veränderung auch an der eigenen Rüstung ersichtlich ist.
Schon nach kurzer Zeit bewegt man sich mit gewaltigen Sprüngen über die Dächer und teilt kräftig Watschen aus. Der eigentliche Spaß beginnt aber erst, wenn alle Ausbaustufen freigeschalten sind. Die Steuerung selbst ist unkompliziert aber nicht immer präzise. Vor allem die automatische Zielerfassung ist furchtbar. So werden meistens ungefährliche Gegenstände anvisiert, anstatt Gegner direkt vor dem Agenten. Immerhin regenerieren sich Lebensenergie und Schilde automatisch. Grafisch ist "Crackdown 2" hübsch anzusehen. Wie schon im Vorgänger wird wieder eine Celshading-Technik verwendet, was der Glaubhaftigkeit des Settings zugute kommt. Leider wird bei der KI der Gegner einzig und allein auf Quantität gesetzt. Anstatt taktischen Vorgehens, enden Gegner als sinnloses Kanonenfutter. Die Engine selbst schafft es aber mühelos mit großen Gegnerhorden umzugehen. "Crackdown 2" ist eindeutig in Richtung kooperativer Multiplayer ausbalanciert, denn manche Missionen sind im Alleingang höllisch schwer. Zum Glück kann die Singleplayerkampagne mit bis zu drei weiteren Freunden absolviert werden. Weiters kann in Arenen bei typischen Multiplayermodi, Jagd auf Mitspieler gemacht werden.Fazit:
Die Hoffnung, nach drei Jahren Entwicklungszeit einen würdigen Nachfolger spielen zu können war groß. Leider enttäuscht "Crackdown 2" nahezu auf der gesamten Linie. Ruffian Games liefert das gleiche Konzept ab und bringt kaum eigene Ideen ein. Die Missionen sind uninspiriert und repetitiv, die Straßen fühlen sich leer an, die automatische Zielerfassung ist unbrauchbar, das Potential der Geschichte bleibt unberührt, die KI ist strohdumm und der offenen Welt von Pacific City mangelt es an Tiefe und Inhalt. Echter Spaß kommt nur auf, wenn man gemeinsam mit Freunden über Dächer springt und einfach erkundet. "Crackdown 2" kann durchaus gut unterhalten und Spaß machen, aber so sieht keine gelungene Fortsetzung aus. Ich empfehle sicherheitshalber, die Demo anzuspielen oder gleich zum ersten Teil zu greifen.
# # # Andreas Himmetzberger # # #
Grafik: 7,5/10
Sound: 7/10
Steuerung: 7/10
Spielspaß: 6,5/10
Gesamt: 7
Entwickler: Ruffian Games
Publisher: Microsoft Game Studios





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