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Game-Review: Dead Rising 2 (Xbox 360, PS3, PC; getestet auf Xbox 360)

"Scream if you are undead!" Haben wir hier das (Zombie-)Spiel des Jahres vor uns?

Cover Dead Rising 2 (C) Capcom / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBereits vor einem halben Jahrzehnt sorgte "Dead Rising", exklusiv für Microsofts Xbox 360, für Furore und erfand das Zombiegenre praktisch neu beziehungsweise erschuf dies überhaupt sogar erst von Grund auf, denn bis dato hatte es außer Railshootern wie "House Of The Dead" oder der von Gamern vergötterten Survival Horror-Reihe "Resident Evil" noch nicht wirklich etwas auf diesem Sektor gegeben (EAs First Person-Shooter "Left 4 Dead" erblickte erst 2008 das Unlicht der Welt). Was den glücklichen Xbox 360 Besitzern damals geboten wurde, überraschte sogar Zombie- und Splatterfreunde, die bis dato (angeblich) schon alles in diesen Genres gesehen hatten.


Das Szenario: Eine amerikanische Kleinstadt wird von einer Zombieplage heimgesucht und überlebende Shoppingsüchtige ziehen sich in eine riesige Mall zurück, um auf die Ankunft der lebensrettenden US Army zu warten (siehe George A. Romeros "Dawn Of The Dead", der zweite Film in seiner unsterblichen, ursprünglich als Trilogie angedachten Filmreihe). Unter Zeitdruck (72 Stunden!) musste man in der Gestalt des Fotojournalisten Frank West durch die elendslangen Gänge des monströsen Einkaufszentrums huschen und unzählige hilflose Menschen vor den Zombiescharen retten. Apropos Zombieschar: Soviel Leben wurde bis dato noch nie einem Videospiel auf dem Bildschirm gezaubert und paradoxerweise handelte es sich im Fall von "Dead Rising" ja eigentlich um (Un)Tote.


Ein intensiveres Abschlachten und folglich Blutbad gab es ebenfalls in keinem Videospiel vor Capcoms Zombiemassaker, deswegen wurde der Titel in Deutschland von den allwissenden Entscheidungsträgern der BPjM indiziert (und in weiterer Folge beschlagnahmt). Diese Tatsache hat dem Verkauf offensichtlich nicht geschadet, denn "Dead Rising" wurde später in der Best Of-Reihe "Platinum Hits" wieder veröffentlicht und 2009 unter dem Titel "Dead Rising: Chop Till You Drop" sogar für Nintendos Wii adaptiert.


Capcom hat sich für "Dead Rising 2" das kanadische Entwicklerteam Blue Castle Games (bisher nur für diverse Baseballspiele wie "The Bigs 1 & 2" bekannt) "geborgt", welche dem alten Spielprinzip noch mehr Pep gegeben haben. Im Vorfeld der Veröffentlichung konnte sich der Gamer (kostenpflichtig) ein Prequel namens "Dead Rising 2: Case Zero" exklusiv über den Xbox Live-Marktplatz runterladen und sich schon mal ein Bild von dem machen, was in "Dead Rising 2" kommen würde. Grafisch hat sich im Vergleich zum ohnehin schon recht schönen Vorgänger nicht mehr viel getan, was aber durch die schier unendliche Vielfalt an selbst zu erstellenden Waffenkombinationen wieder gut gemacht wurde. Ein Paddel mit Kettensägen an beiden Enden, ein Rollstuhl mit Maschinenpistolen, der klassische Baseballschläger mit Nägeln, Raketenwerfer und sogar ein (für den Eigengebrauch gedachter) Bierhelm sind nur ein paar wenige der vielen Möglichkeiten des Bastelns in "Dead Rising 2".


Protagonist Chuck Greene verdient in der Realityshow "Terror Is Reality" seinen Lebensunterhalt, in dem er waghalsig Zombies mit seiner (mit Kettensägen bestückten) Motocross niedermetzelt. Diese findet in einer Las Vegas nicht unähnlich glitzernden Spielerstadt statt, die von spiel- und unterhaltungssüchtigen Menschen besucht wird. In weiterer Folge auch von nach Menschenhirn und –fleisch gierenden Zombies, die irgendein verrückter Bösewicht ins Areal gelassen hat. Am Spielprinzip hat sich seit dem Vorgänger eigentlich nicht mehr viel geändert, außer dass diesmal auch Chucks Tochter mit im Spiel ist, welche mit dem Zombievirus infiziert wurde und täglich ihre Dosis Zombrex benötigt, eine Art Zombie-Gegengift. Das Teil ist heiß begehrt und somit wird aus dem lockeren Einkaufserlebnis doch nichts, wenn man mit einem durchgeknallten Briefzusteller darum kämpfen muss. Zum allgegenwärtigen Zeitdruck in "Dead Rising 2" gesellt sich also noch eine zusätzliche Prise Verantwortungsgefühl dazu.


Für jeden geretteten Zivilisten gibt’s zusätzliche Erfahrungspunkte, die neue Kampfeigenschaften und/oder Slots in der Tasche von Chuck freischalten, was wiederum den Kampf gegen die über den Boden schlurfenden und ständig sabbernden Untoten erleichtert. Nach erfolgreicher Beendigung der Kampagne (also 72 Stunden voll Angst und Schrecken) kann man erneut versuchen soviel potentielles Zombiefutter wie nur möglich zu retten, was aufgrund der Tatsache, dass man auf dem Erfahrungslevel des davor beendeten Durchgangs bleibt, das Unterfangen massiv erleichtert. Die Zombiejagd lässt sich auch im Online-Koop-Modus mit Xbox Live-Kollegen betreiben, was ziemlich lustig ist, aber auch nicht unbedingt sein muss. Witziger gestaltet sich da der Onlinemodus der "Terror Is Reality"-Show, wo man im irrwitzigen Zombiemassaker gegeneinander antritt.


Obwohl kein anderes Spiel "Dead Rising 2" in punkto Blutrünstigkeit Paroli bieten kann, vergeht keine Sekunde, in der der Spieler kein fettes Grinsen im Gesicht hat. Mehr Humor und Unterhaltung findet man selten in einem Videospiel – aber eben auch nicht mehr Blut und Gedärme. "Dead Rising 2" ist das Spiel (der Herzen) des Jahres 2010.



# # # Thomas Sulzbacher # # #


Grafik: 8 /10
Sound: 8/10
Steuerung: 9 /10
Spielspaß: 10 /10
Gesamt: 9,5

Entwickler: Blue Castle Games & Capcom
Publisher: Capcom





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