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Game-Review: Die Stämme

Gründe als Stammesfürst deine erste Siedlung, verbünde dich mit anderen Stämmen, erweitere deinen Einfluss und werde zum absoluten Herrscher des Mittelalters. Willkommen bei "Die Stämme"!

staemme1 (c) InnoGames / Zum Vergrößern auf das Bild klickenUm an "Die Stämme" teilnehmen zu können, ist, wie in den meisten anderen Browsergames auch, eine Registrierung erforderlich. Derzeit gibt es 52 deutschsprachige Welten (Server) – wobei es ratsam ist, auf einem der höher bezifferten Server anzufangen, da andernfalls die Wahrscheinlichkeit steigt, neben besser ausgebauten Dörfern in der Welt platziert zu werden. Es würde somit die gute Chance bestehen, dass der aufkommende Spielspaß durch vernichtende Angriffe im Keim erstickt wird. Daran ändert auch die anfängliche "Gnadenfrist" von bis zu 5 Tagen für Anfänger nicht sonderlich viel…
 

staemme2 (c) InnoGames / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSobald die Entscheidung für eine Spielwelt gefallen ist, gilt es als nächstes aus den 4 Himmelsrichtungen zu wählen. Davon ausgehend erfolgt die Positionierung im Koordinatensystem. Das eigene kleine Dorf wird samt einigen Startressourcen neben anderen, benachbarten Spielerdörfern zufällig platziert. Im Kern basiert "Die Stämme" auf dem gleichen Prinzip wie auch viele andere Genre-Vertreter: Ziel ist es, Punkte zu sammeln und ein möglichst starkes Heer aufbauen, um in der Rangliste aufzusteigen. Für den Truppenaufbau selbst können allerdings keine Punkte eingeheimst werden.


"Die Stämme" bietet dabei auch die Möglichkeit, sich einen bereits etablierten Verband von Mitspielern anzuschließen oder einen neuen Stamm (im Sinne einer Spiel-Allianz) zu gründen. Als Mitglied eines Stammes steht der Zugang zum integrierten Forum frei, welches die Koordination von Angriff und Verteidigung vereinfacht oder auch die Diskussion aller möglichen und unmöglichen (Offtopic-)Themen ermöglicht. Auch erfolgen hier Rollenverteilung sowie die Ausgabe der diplomatischen Gilden-Strategie durch den Stammes- bzw. Gildenleiter. Bemerkenswert ist, dass diese Gildenforen individualisiert werden können. Beispielsweise kann die Stammesbezeichnung samt individuellem Wappen frei ausgesucht werden. Profile und Ranglisten sind von allen Mitspielern überall abrufbar, sodass alleine diese Gilden-Foren – in Folge der zusätzlichen Interaktion unter den Mitspielern – einen wesentlichen Beitrag für die große Spielmotivation leisten.
 

staemme3 (c) InnoGames / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer Spielverlauf ist hauptsächlich vom individuellen Spielstil abhängig. Sowohl offensive als auch defensive Spieltaktiken können gleichermaßen von Erfolg gekrönt sein. Beide Wege bieten charakteristische Vor- und Nachteile. Nichtsdestoweniger hat sich dabei meist der goldene Mittelweg – eine schlagkräftige und durchdachte Kombination aus beiden Spielansätzen – als erfolgversprechendste Methode erwiesen. Um die eigene Macht sukzessive zu vergrößern sollte im weiteren Spielverlauf ein Auge auf neue Dörfer geworfen werden, die es zu erobern gilt. Neben dem konventionellen militärischen Weg scheinen die Entwickler sich die historisch erwiesene Heiratspolitik des österreichischen Herrschergeschlechts der Habsburger – gemäß dem Wahlspruch "Bella gerant alii, tu felix Austria nube" (Kriege führen mögen andere, du glückliches Österreich heirate) –  als Vorlage für ein besonderes Gameplay-Feature genommen zu haben; wenn auch in leicht abgewandelter Form. Denn anstatt den eigenen Einfluss durch Hochzeiten der Mitglieder mächtiger Adelsgeschlechter zu vergrößern, gilt es teuer "produzierte" Adelige in einzunehmende Dörfer zu entsenden. Diese Abgesandten blauen Blutes schwächen nun die Zustimmung der Dorfbewohner zum (noch) amtierenden Dorfobersten. Ist dessen Beliebtheitsskala auf den Gefrierpunkt oder darunter gesunken, jagt der meuternde Dorfpöbel den hofierenden Unglücksraben zum Teufel und die Siedlung läuft in den eigenen Einflussbereich über.


staemme4 (c) InnoGames / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNatürlich kann jedem Dorf auch geradeaus der Krieg erklärt werden, mit Ausnahme jener Siedlungen, die sich temporär im "Urlaubsmodus" befinden oder unter dem bereits angesprochenen Anfängerschutz stehen. Apropos Urlaub: Bei einer geplanten längeren Spielpause besteht die Möglichkeit, den Urlaubsmodus zu aktivieren oder eine so genannte Urlaubsvertretung zu beanspruchen. Der Unterschied besteht darin, dass beim Urlaubsmodus der Benutzer für einen gewünschte Zeitraum nicht angegriffen werden kann; dagegen übernehmen im Fall der Urlaubsvertretung Mitspieler des Vertrauens die Agenden des Abwesenden. Der Hintergedanke dabei ist, dass die Urlaubsvertretung den unweigerlichen Abstieg in den Ranglisten ein wenig abfedert. Hier sollte aber bedacht werden, dass dieser Modus lediglich auf defensive Spielaktionen beschränkt ist. Der Ausbau von Gebäude und Truppen ist daher nicht möglich. Übrigens: Inaktive Spieler ohne Urlaubsmeldung werden nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Gebäude und Ressourcen werden vernichtet, die Dörfer gehen in den Besitz der computergesteuerten Barbarensiedlungen über.
 

Wie im gesamten Browsergames Strategie-Genre üblich, so ist es auch bei "Die Stämme" möglich diverse Zusatzfunktionen gegen reales Geld zu erwerben, die den Spielverlauf teils erheblich erleichtern. Übersichtliche Schnellleisten, mit denen komfortablere und schnellere Aktionen zugänglich sind gibt es da genauso wie zusätzliche Baufunktionen, die es ermöglichen, mehrere Produktionen praktikabel in einer bestimmten Reihenfolge auf die Auftragsliste zu setzen.


Fazit: "Die Stämme" ist ein gelungenes und bereits überaus populäres Spiel, welches durch die Vielzahl an Ausbaumöglichkeiten der eigenen Siedlung – sowie nicht zuletzt durch Rangliste und Gilden-Forum – beachtliches Suchtpotential birgt. Wirklich erfolgreich werden vor allem jene Spieler sein, die genügend Zeit mitbringen. Wer reales Geld für die Extras übrig hat, darf sich über so manches zeit- und nervensparende Feature freuen. Allerdings kann "Die Stämme" auch völlig kostenlos gespielt werden. Trotz des weitverbreiteten Browsergames-Vorurteils beeinträchtigt die 2D-Grafik den Spielspaß keinesfalls. Beindruckender Beweis für den Erfolg: Neben der Deutschen Version gibt es mittlerweile Spielwelten in 25 weiteren Sprachen.

# # # Phillipp Schaufler # # #

www.die-staemme.de

Entwickler: InnoGames
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