In einer postapokalyptischen Welt, ungefähr 150 Jahre in der Zukunft, gibt es nicht mehr viele Menschen. Eine nicht näher beschriebene Ursache hat die moderne Zivilisation ausgerottet und die Natur hat ihren angestammten Lebensraum wieder zurück erobert. In der Rolle des brachialen Mannes fürs Grobe, namens Monkey, erwacht man eingesperrt auf einem fliegenden Sklavenschiff, als dieses über den Ruinen von Manhattan abstürzt.
Kurz vor der Katastrophe konnte Monkey mit der rätselhaften Schönheit Trip Bekanntschaft machen. Für ihn keine schmerzfreie Erfahrung. Leider sind die überwucherten Gebäude der ehemaligen Großstadt nicht nur eine wunderschöne Kulisse, sondern auch eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Vor allem patrouillierende Roboter führen mit menschlichen Lebewesen eher metallhaltige Konversationen. Um die Chance auf eine höhere Lebenserwartung zu erhalten, setzt die technisch begabte Trip, dem muskulösen Monkey kurzerhand ein gehacktes Stirnband auf und macht ihn damit zum gekrönten Sklaven.
Das besondere am gehackten Kopfschmuck ist, dass beide Charaktere nun auf Leben und Tod miteinander verbunden sind. Ein derart aufgezwungener Beschützerinstinkt bringt natürlich ein gehöriges Konfliktpotential mit sich; sehr zur Freude des Spielers. Denn die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten, zu Beginn noch aus Abneigung aber gleichzeitiger Abhängigkeit entstanden, entwickelt sich zunehmend zu etwas Tieferen und zu echter Umsicht. Diese nachvollziehbare Entwicklung ist eindeutig dem "Schauspiel" der Charaktere zu verdanken, denn für die Rolle des Monkey konnte der englische Schauspieler Andy Serkis, vor allem bekannt in der Rolle des Gollum, gewonnen werden. Serkis, der schon einmal für den hausinternen Titel "Heavenly Sword" des Studios "Ninja Theory" spielte, verleiht seiner Figur durch seine Körpersprache und Mimik eine starke Bühnenpräsenz. Aber auch Lindsey Shaw (in der Rolle von Trip) macht ihre Sache überzeugend. In schön inszenierten Zwischensequenzen wird die Geschichte vorangetrieben, die immer glaubwürdig bleibt und narrativ nie aufgesetzt wirkt.
Gemeinsam kämpfen sich die Beiden durch eine bedrohliche Umwelt, auf der Suche nach einem Weg zurück in das Heimatdorf von Trip. Monkeys spezieller Kampfstab ist dabei eine mächtige Waffe, die auch diverse Energiemunitionen verschießen kann. Trip selbst, als nicht direkt spielbare Figur, mit ausgeprägtem Technikverständnis steht Monkey aber tatkräftig zur Seite. So lenkt sie zum Beispiel auf Wunsch des Spielers die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich oder verteilt MediPacks. Bei den Kämpfen, als Action-gebende Spielmechanik, führt stupides Draufdreschen selten zur gewünschten Verschrottung der aggressiven Roboter. Taktisch kluges Vorgehen ist zunehmend wichtig und die Reihenfolge, in der die Roboter ausgeschalten werden, entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Niederlage.
Auch auf der Seite der optischen und akustischen Präsentation haben die Entwickler von "Ninja Theory" eine überzeugende Welt kreiert. In bunten, kräftigen Farben präsentiert sich die verfallene Stadt von einer wunderschönen und exotischen Seite, passend untermalt von ruhigen Klängen. Auch die Charaktermodelle und deren Animationen sind eine echte Augenweide. Leider ist die an sich tolle Synchronisation schlecht abgemischt. Viele der witzigen, verbalen Schlagabtausche gehen immer wieder im Spielgeschehen unter. Auch das Leveldesign liefert Grund für einen leisen Kritikpunkt, denn die Level verlaufen, mit einigen Ausnahmen, streng linear und in begrenzten Arealen. Als Spieler möchte man neugierig alles erkunden und sich mit Monkey in den Ruinen austoben. Leider sind aber die erklimmbaren Passagen strikt vorgegeben und erlauben es dem Entdeckungsdrang nicht ausgelebt zu werden. Großteils mangelt es auch an echten Herausforderungen, denn Kletterpassagen und Rätsel lösen sich nahezu von selbst. Bei den cool inszenierten Boss-Kämpfen braucht man als Spieler schon etwas mehr Geschick!Fazit: "Enslaved" hat einige Macken, dennoch schafft es der Titel aus der Masse der ewigen Fortsetzungen herauszuragen! Trotz vieler Beschwerderufe aus der Spielergemeinde, über stagnierende Kreativität und lieblosen Fortsetzungswahn, wurden neue Franchises und kreative Ideen häufig durch schlechte Absatzzahlen bestraft. "Enslaved" ist dieses Schicksal wahrlich nicht zu wünschen! Insgesamt ist "Enslaved" ein empfehlenswertes Action-Abenteuer, das den Spieler auf eine schöne Reise mitnimmt und leider schon nach gut zehn Stunden Spielzeit viel zu früh endet. Gerne hätte ich die wachsende Beziehung zwischen dem ungleichen Duo noch etwas verfolgt!
# # # Andreas Himmetzberger # # #
Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Steuerung: 8/10
Spielspaß: 8,5/10
Gesamt: 8,5
Entwickler: Ninja Theory
Publisher: Namco





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