Seto, der 15-jährige Hauptcharakter, lebt in einer verlassenen und einsamen Welt. Es ist unklar welche Katastrophe den Planeten heimgesucht hat, doch die Zivilisation ist zerschlagen, die Menschheit entweder ausgelöscht oder untergetaucht und die Natur erobert ihr Territorium langsam wieder zurück. Seto und der alte Mann, mit dem er gemeinsam in einer Sternenwarte lebt, könnten die letzten zwei lebenden Menschen sein. Doch dann stirbt der alte Mann und Seto ist völlig allein.Seto erweist dem alten Mann die letzte Ehre und als Spieler übernimmt man erstmals die Kontrolle über den Charakter. In der Sternenwarte wird der Spieler mit den Grundzügen der
Steuerung vertraut gemacht. In klassischer Adventure-Manier tastet man sich durch die Einrichtung, kurbelt das Dach der Sternwarte auf oder findet eine Taschenlampe. Diese ist auf den Reisen ein treuer und wichtiger Begleiter, mit ihrer Hilfe können Orte nach nützlichen Objekten durchsucht werden. Dabei lenkt man direkt mit der Wiimote den Strahl des Lichts auf interessante Punkte, wie zum Beispiel einen versteckten Brief des alten Mannes. Darin erklärt er Seto, dass er in Richtung Osten wandern soll, denn dort steht ein noch immer hell erleuchteter Turm. Der "Rote Turm" scheint die beste Möglichkeit zu sein, um weitere Überlebende zu finden.
Nach diesem bereits sehr berührenden ersten Spielabschnitt erwartet den Spieler eine fantastische Anime-Sequenz mit einer wundervollen Melodie und einer zarten Stimme, die Seto bei seiner Wanderschaft durch verfallene Ruinen und verlassene Plätze begleitet. Abwechselnd sieht man Seto und ein geheimnisvolles, junges Mädchen, das ebenfalls allein durch die Welt wandert. Am Ende der Sequenz begegnen sich die zwei Charaktere. Seto ist fasziniert von ihr, doch das schöne Mädchen läuft vor Schreck davon, bevor Seto richtig mit ihr sprechen kann.Hier beginnt das eigentliche Spiel. Man lenkt Seto die verfallenen Stufen einer Bahnstation hinab, um das Mädchen einzuholen. Doch anstelle des Mädchens findet Seto eine weitere einsame
Persönlichkeit. Eine Computereinheit, die seit langer Zeit verlassen in der Dunkelheit steht und sich nach Gesellschaft sehnt. Seto schnallt sich die intelligente Maschine mit der weiblichen Stimme auf den Rücken und fortan reisen sie gemeinsam durch die Welt. Die Maschine steht Seto dabei mit Rat und Tat zur Seite. Doch Bekanntschaften mit Lebenwesen sind in "Fragile Dreams" ebenso zart und vergänglich wie die Umwelt selbst.
Seto trifft während seiner Suche nach dem Mädchen und Antworten auf einige skurrile Gestalten. Dämonen und böse Geisterwesen wollen Seto an die Wäsche, aber der Charakter ist nicht völlig wehrlos. Man findet allerhand Argumentierwerkzeuge, um bei Gegnern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Leider gibt es in "Fragile Dreams" keine Lock-On-Funktion. So verdrischt man öfters nur virtuelle Luft und man muss erst umständlich den Gegner erneut ins Visier nehmen. Die Implementierung eines einfachen Seitwärtsschrittes hätte dem Spieler in Kampfsituationen viel Ärger erspart. In bester Rollenspielmanier erhält man für besiegte Gegner Gegenstände und Erfahrungspunkte, die Seto verbesserte Attributswerte verschaffen. Häufig benutzte Waffen nutzen sich ab und können sogar brechen. Zwar kann man dann noch immer damit zuschlagen, die Auswirkungen sind dadurch aber nicht mehr sehr groß. Gefundene Gegenstände werden in einem "Resident Evil"-ähnlichen Inventar abgelegt, dass leider nicht sehr viel Platz bietet und in seiner Umständlichkeit etwas frustrierend ist. Nur an überall auf der
Welt verstreuten Feuerstellen kann das Inventar ordentlich verwaltet werden. Hier regeneriert sich auch die Lebensenergie, werden Spielstände gespeichert oder Gegenstände untesucht, um mehr über die Geschichte zu erfahren. Dieses starre Konzept zwingt dem Spieler einiges an unnötiger Laufarbeit auf, denn will man gefundene Gegenstände ablegen oder holen, gebrochene Waffen wechseln oder abspeichern, muss man immer wieder durch bereits besuchte Gebiete reisen.
"Fragile Dreams" verfügt über eine morbide Schönheit, die das melancholische Thema der Vergänglichkeit des Seins in jedem Pixel eindrucksvoll zur Geltung bringt. Generell ist dieses Thema in interaktiver Form niemals so schön thematisiert und inszeniert zu erleben gewesen. Einsam streift man mit Seto durch verfallene Bahnhöfe oder dunkle Hallen, erlebt einen wunderbaren Sternenhimmel und atemberaubende Sonnenaufgänge. Gemeinsam mit Seto durchlebt man auf seiner Reise einige schicksalhafte Begegnungen und tragische Rückschläge. Diese Momente sind es auch, die den besonderen Reiz des Titels ausmachen. Die Entwickler von Tri-Cresendo verstehen es meisterhaft Gefühle zu vermitteln. Auch die musikalische Untermalung trägt viel zu der grandiosen Stimmung bei, denn der von Riei Saito komponierte Soundtrack, aus japanischem Gesang und gefühlvollen Melodien, ist eine Wucht. Bis man mit Seto am Ende seiner Reise angelangt ist, vergehen gut und gerne 10-12 Stunden Spielzeit.Fazit: Mit "Fragile Dreams – Farewell Ruins of the Moon" ist ein echtes Juwel der Videospielunterhaltung geschaffen worden. Interessante Charaktere, wunderschöne Schauplätze und eine bewegende Geschichte erzeugen eine einmalige Atmosphäre und ein intensives Spielgefühl, wie es bisher noch nicht zu erleben war. Manchmal gestaltet sich die Spielerfahrung jedoch etwas eigenwillig. Vor allem die langen Laufwege, das starre Inventarsystem und die fehlende "Lock-On"-Funktion sind Kritikpunkte, die zum Glück aber nicht sehr gravierend ausfallen. Wer schon mit "Eternal Sonata" von Tri-Cresendo seinen Spaß hatte, wird mit "Fragile Dreams - Farewell Ruins of the Moon" bestimmt gut unterhalten werden. Alle anderen, die interaktive Kunst abseits der ewig gleichen Formeln zu schätzen wissen, sollten unbedingt einen Blick riskieren.
# # # Andreas Himmetzberger # # #
Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Steuerung: 7/10
Spielspaß: 7,5/10
Gesamt: 8
Entwickler: Tri-Cresendo
Vertrieb: Koch Media





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