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Game-Review: Fuel (PS3)

Schnelle Rennen in düsteren, postapokalyptischen Landschaften. Hält der Titel, was der Weltrekord verspricht?

fuelcover (c) Asobo Studios/Codemasters / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNachdem "Fuel" 2006 zwar angekündigt (damals noch unter dem Namen Grand Raid Offroad), jedoch im selben Jahr noch gecancelt wurde, rast der Codemasters-Titel diesen Frühsommer auf unsere Next-Gen-Konsolen und PCs zu. David Dedeine, Co-Director und Designer der Asobo Studios (den Entwicklern von Fuel), hat eine plausible Erklärung für diese längerfrisitge Verzögerung: zum damaligen Zeitpunkt war der Stand der Technologie nicht auf demselben Level wie die Ideen und Vorstellungen des Teams. Wie auch immer, das Spiel ist jetzt draußen und es stellt sich die Frage, ob sich das Warten auch wirklich gelohnt hat.


fuel_1 (c) Asobo Studios/Codemasters / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGroße Erwartungen werden klarerweise schon im Vorfeld geschürt, wenn man davon ausgeht, dass "Fuel" mit der größten spielbaren Umgebung aufwartet, die es jemals auf Konsolen bis dato gegeben hat und damit sogar im "Guinness Book of World Records - Gamer`s Edition 2009" gelandet ist. 14 000 Quadratkilometer frei befahrbare offene Fläche wollen mit 75 zwei-und vierspurigen Fahrzeugen erkundet werden, egal ob on- oder offroad. Dabei gilt es 70 Karriere-Rennen und 190 Herausforderungen (Challenges) erfolgreich zu meistern. Angelegt ist das Racing-Scenario in einer (nicht ganz so) alternativen Gegenwart, wo die globale Erwärmung ihren Tribut gefordert hat und man zusammen mit fünfzehn anderen Gegnern die einst idyllischen, mittlerweile verwüsteten Landschaften in verschiedenen Rennen unsicher macht. Das Wetter ist unberechenbar und so bahnt man sich durch Buschfeuer, Blitzstürme, Regenschauer und Tornados seinen Weg zum Ziel. Ein voller Tag-Nacht-Zyklus in Kombination mit einer Sichtweite von 40 Kilometern runden dieses "Open-World-Racing" ab. Man startet als Neueinsteiger in einem der zahlreichen Camps, wo sich die Rennfahrer treffen bevor es richtig zur Sache geht und wird per Helikopter zum jeweiligen Rennstart geflogen. Oh welch Komfort…


fuel_2 (c) Asobo Studios/Codemasters / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWie vorher schon erwähnt gibt es drei verschiedene Modi: Karriere, Herausforderungen und Free Ride. Im Karriere-Modus arbeitet man sich seinen Weg die Leiter hinauf, wobei man jewels zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen kann. Je schwieriger, desto mehr Sterne bekommt man, welche man benötigt um an späteren Karriererennen teilzunehmen. Ausserdem sammelt man Benzinpunkte ("Fuel"), die wichtig für die Anschaffung von schnelleren und schnittigeren fahrbaren Untersätzen sind. Hellikopterverfolgungen, "Seek and Destroy" (sogenannte Auftragskillermissionen) oder aber Zeitrennen, wo es darum geht, am Schnellsten von A nach B zu kommen, sind nur einige der möglichen Mission im Herausforderungsmenü – hier sammelt man übrigens am Schnellsten viele Benzinpunkte. Free Ride erklärt sich wohl von selbst, hier kann man ausgiebig und ohne Stress die kargen, post-apokalyptischen Landschaften erkunden. Auf seinem Streifzug trifft man auch hier auf Goodies und Vista-Points, zu denen man respawned wird, falls man sein Vehikel geschrottet hat.


fuel_3 (c) Asobo Studios/Codemasters / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWem das alles nicht genug ist, kann sich online mit bis zu 16 Gegner gleichzeitig anlegen. Grafisch ist Fuel im Großen und Ganzen in Ordnung und aus der Ferne nett anzusehen. Bei näherer Betrachtung erkennt man aber die grafische Mogelpackung, es gibt einige Patzer und unausgereifte Texturen. Was den Charakter des Spielers angeht, so leidet dieser an einer schweren Identitätskrise, denn er hat weder einen Namen, noch erfährt man sonst irgendetwas in diese Richtung, von einer Storyline ganz zu schweigen. Der Spielspaß ist tatsächlich grenzenlos was die Größe der Spielewelt angeht, leider gibt es aber ansonsten nichts Interessantes zu entdecken, abgesehen von unterschiedlichen Wetter- und Umwelteinflüssen. Abwechslung und Kreativität im Bereich Landschaften und Umgebung wurden hier klein geschrieben. Teilweise sind die Gegenden so leer wie der Ladebildschirm bei "Assassin’s Creed".


fuel_4 (c) Asobo Studios/Codemasters / Zum Vergrößern auf das Bild klickenFrustierend fand ich außerdem, dass man nur dann weiterkommt, wenn man als Erster durchs Ziel prescht – hier beißen einen schon ab dem zweiten Platz die Hunde, denn man geht absolut leer aus. Als Novum ist diese Spiel auf jeden Fall anzusehen, die Entwickler von Asobo Studios haben sich Mühe gegeben, vor allem mit der Verwendung von echten Satellitenaufnahmen der USA. Leider macht das ganze Spiel einen halbfertigen Eindruck – ihm fehlt jeglicher Charme und Leidenschaft. Naja, dafür steht es halt im Guinness Buch der Rekorde.


Fazit: "Fuel" ist ein kurzweiliges Spiel für nebenbei. Wer sich wenig erwartet wird nicht enttäuscht und wird sicher seinen Spass daran finden, sich wilde Rennen zu liefern. Am Besten nur online mit vielen Freunden bei reichlichem Biernachschub zocken.

 

# # # Michel Bakhoum # # #

Grafik: 7/10
Sound: 5/10
Steuerung: 6/10
Spielspaß: 4/10
Gesamt: 5

Entwickler: Asobo Studios
Publisher: Codemasters
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