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Game-Review: Left 4 Dead (Xbox 360, PC; getestet auf PC)

Schrotflintensalven und explodierende Köpfe. Klaustrophobische Stimmung und sich nach Menschenfleisch verzehrende Gegner. "When there is no more room in hell, the dead will walk the earth!" - "Left 4 Dead" ist endlich da!

Left 4 Dead (c) EASeit der ersten Ankündigung von “Left 4 Dead” im Dezember 2006 gierten die Spieler weltweit nach der Veröffentlichung des Spiels. Vor einigen Tagen, und einer kleinen Demo, war es endlich soweit und die Pforten der virtuellen Hölle wurden endlich geöffnet: Valve hat uns da jetzt schon ein – wenn auch sehr, sehr blutiges – Weihnachtsgeschenkt beschert. Schon beim coolen Intro wird klar, worauf sich der Spieler einlassen wird: nämlich auf ein Zombie-Massaker „à la carte“, das sich überwiegend an Genre-Klassikern wie George A. Romero’s „Night Of The Living Dead“, aber auch an moderne Zombie-Werken wie Danny Boyle’s „28 Days Later“ orientiert. Vom ersten Film wurden die trashige Atmosphäre und der stimmige Soundtrack inspiriert, vom anderen die Brutalität und Geschwindigkeit der Zombies.

Left 4 Dead (c) EAGestartet wird als einer der vier Hauptcharaktere (Zoey, Bill, Louis und Francis) auf dem Dach eines Hauses, auf welchem man sich auch gleich mit der Waffe seiner Wahl eindeckt (anfangs nur eine Schrotflinte oder eine Maschinepistole, die reguläre Pistole – mit unendlichem Munitionsvorrat - gehört von Anfang an zur Grundausstattung). In dieser ersten Episode (von insgesamt vier) – genannt „Mercy Hospital“ – gilt es, mit Hilfe seiner drei Mitstreiter den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des namengebenden Spitals zu erreichen, um von einem Helikopter gerettet zu werden. Klingt recht einfach, ist es aber nicht, denn die vier haben ihre Rechnung ohne die unzähligen Zombie-Wirte gemacht, die jeden Quadratzentimeter auf dem Weg zum Spital belagern. Wie es der Zombie-Connaisseur sicher schon lange weiß, gilt es nach der „No Brain, No Pain“ Devise, den übel riechenden und sabbernden Burschen und Mädels das Hirn aus der Rübe zu blasen, denn das ist der einfachste Weg, sich ihrer zu entledigen und trägt auch noch zum „Achievement“-Ernten bei.

Wie es im Zombie-Genre so üblich ist, wird man dann von literweise Blut bespritzt, welches herrlich den Bildschirm runterläuft und die eh schon beklemmende und chaotische Szenerie zusätzlich unterstützt. Wieso chaotisch? Nein, die Zombies treten nicht einzeln auf und sie bewegen sich auch nicht in Zeitlupentempo: in Horden fallen sie im Eiltempo von allen Seiten über den armen Spieler her. Schlimmer wird’s noch, wenn man von einem so genannten „Boomer“ angekotzt wird, denn sein grüner Mageninhalt lockt noch mehr Zombie-Feinschmecker an. Diesen Kerl sollte man am besten aus sicherer Entfernung erledigen, denn auch wenn man ihn aus der Nähe erschießt, wird man von seinem Körperinneren bespritzt. Zum Klub der Spezial-Zombies gesellen sich auch noch der schnelle „Hunter“, der unfreundliche „Smoker“, der Hulk-artige „Tank“ und die ultraböse „Witch“ hinzu – ein Klub, der den Spieler nicht als Mitglied haben möchte!

Left 4 Dead (c) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNatürlich muss das rettende Krankenhaus nicht in einem Flutsch erreicht werden, jede Episode ist in einzelne Kapitel unterteilt, die man mit dem Erreichen eines Schutzraums abschließt, das finale Kapitel stellt immer einen um die 15 Minuten andauernden Überlebenskampf bis zur Ankunft der Rettung dar. Falls es soweit kommen sollte, dass man hilflos am Boden liegt, kann man sich mit seinen Pistolen der angreifenden Zombies erwehren und muss – à la „Gears Of War“ – von einem Mitstreiter wieder hochgezogen werden. Falls man nicht überlebt, respawnt man in irgendeinem geschlossenen Raum im Level und muss von einem seiner Kollegen wieder befreit werden.

Auch ist bei „Left 4 Dead“ „Friendly Fire“ aktiviert, daher muss man schon aufpassen, dass man nicht in die Feuerlinie seiner Kollegen kommt oder selbst auf diese schießt. Wie der Leser schon merkt, ist hier Teamplay sehr wichtig, das erst im Multiplayerspiel der Kampagne richtig zur Geltung kommt, denn auf seine realen Freunde sollte man sich eigentlich verlassen können, oder? Auch entfaltet das Spiel erst dann seinen Charakter, da es ja eigentlich auf Multiplayer ausgelegt wurde. Interessant ist auch die künstliche Intelligenz des Spiels – genannt „Director“ – die eine Art adaptiven Schwierigkeitsgrad einbaut. Das bedeutet, dass jedes gestartete Spiel zu einem neuen Erlebnis wird, je nach dem wie man sich schlägt. Je besser man wird, desto mehr Zombies greifen an und desto weniger Munition wird gefunden.

Left 4 Dead (c) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuch gibt’s noch den so genannten Versus-Modus, in dem man endlich selbst als Zombie agieren kann und gegen das menschliche Team (genannt die „Überlebenden“) antritt. Dies birgt eine komplett neue Herausforderung in sich, denn als Zombie zu spielen ist gar nicht so einfach, da man schon nach wenigen Schüssen erledigt wird: hier benötigt man ganz neue Strategien und muss seine speziellen Fähigkeiten gekonnt einsetzen. „Left 4 Dead“ ist nicht ganz so komplex wie seine Valve Kollegen „Counter Strike“ oder „Team Fortress 2“, soll es aber auch gar nicht sein. Das Spiel führt nun gemeinsam mit „Resident Evil 4“ die Speerspitze der Zombie-Survival-Horror-Spiele an. Eine solche Intensität muss man erlebt haben – aber Vorsicht: das Spiel ist nichts für schwache Nerven (das soll keine leere Phrase sein)! An Morbiditäten und herumfliegenden Körperteilen wird – zumindest in der unzensierten Version – nicht gespart. Und diese werden wunderschön mit Hilfe der bekannten (und etwas upgedateten) Source-Engine detailliert dargestellt.

Fazit: „Left 4 Dead“ ist das Horrorspiel des Jahres. Wer nach „Resident Evil 4“ unterversorgt war, muss sich das Game unbedingt zulegen. Klarer Vorteil zu „RE4“ ist natürlich der tolle Multiplayer-Modus. Storytechnisch darf man sich natürlich nichts erwarten, aber wer tut das schon?


###Thomas Sulzbacher###

Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Steuerung: 9,5/10
Spielspaß: 9,5/10
Gesamt: 9,5

Entwickler: Valve
Publisher: Valve/EA
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