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Game-Review: M.U.D. TV (PC)

Unweigerliches Schicksal eines jeden Klassikers ist es, irgendwann mal neu aufgelegt zu werden. Nun hat dieses Los auch "Mad TV" ereilt, denn nicht nur der Titel referenziert heftigst auf das zwanzig Jahre alte Amiga-Spiel.

M.U.D. TV Cover (c) Realmforge Studios/Kalypso Media / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEin böses Fernsehimperium gilt es also zu schaffen, so beginnt der steinige Weg auf Rupert Murdochs Spuren. Alles was zählt sind Quoten, Quoten, Quoten – so füllt ihr die ersten Tage eurer Sendezeit mit dem Müll, der selbst bei Privatsendern nicht ausgestrahlt werden würde. Die Art, wie dies vonstatten geht, ist noch dazu relativ umständlich. Mit der Maus selbst könnt ihr relativ wenig tun, denn alles, was ihr in eurem anfangs kleinen Studio tun müsst, erledigt ein kleiner Avatar für euch, den ihr per Mausklick durch die Räume jagt. Erst wenn dieses kleine Ding in einem Raum steht, könnt ihr Dinge in Auftrag geben – völlig unnötig und umständlich.


Sendungen können nicht nur selber produziert, sondern (wie am Anfang der Kampagne vorgeschrieben) auch eingekauft werden, genauso wie Werbungen und Stars. Die Werbungen müssen geschickt platziert werden, da die jeweiligen Ausstrahlungen sich immer nur an gewisse Teile der acht Zielgruppen wenden – passt eine Werbung nicht zu einer Sendung, erreicht ihr die notwendige Quote nicht und die Kohle für den Werbevertrag geht euch durch die Finger.


M.U.D. TV 1 (c) Realmforge Studios/Kalypso Media / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn der Theorie klingt alles wunderbar und herausfordernd: Verschiedene Zielgruppen, Formate von der Quizshow bis zum Actionfilm, Aufwertungen und neue Räume für eure Studio sowie jede Menge Möglichkeiten den Sender nach eigenem Geschmack zu führen. Hat man aber einmal den Dreh raus, wird das Ganze zu einer repetetiven und stupiden Klickerei. Abwechslung bietet nur noch die Möglichkeit, das Studio und die Mitarbeiter eurer Konkurrenzsender zu sabotieren – recht spannend ist das aber auch nicht wirklich. Steil wird es nur dann, wenn ihr einen Tag fertig geplant habt und wie nach jedem Tag die Zusammenfassung erscheint die euch unter anderem verrät, welche Art Sendung am nächsten Tag verboten ist. Hallo? Geht’s noch? Nicht einmal in ärgsten Diktaturen ist einem Tag für Tag etwas anderes verboten – das betrifft nämlich nicht nur Erotik, sondern auch simple Game- oder Talkshows. Selbst für eine Mediensatire ist das ziemlich schwach.


Wie schon gesagt ist eure kleine Figur für alles zuständig. Das wird nervig, denn für alle Einkäufe müsst ihr euer Studio verlassen und ins Erdgeschoß des Gebäudes fahren. Euer Büro hat ein ständig klingelndes Telefon und alle Stars, Sendungen und Statistiken sind in einem links unten platzierten PDA abrufbar – wozu das ewige Herumgerenne? Fertige Shows müssen auch noch ins Archiv getragen werden, um in Sendeplan platziert zu werden – effektives Mikromanagement sieht anders aus. Nächstes Ärgernis ist die Zeit, die man zwar hervorragend beschleunigen, aber nicht anhalten kann – in Ruhe einen Tag zu planen, ohne dass es im Hintergrund beständig wuselt, ist also nicht möglich.


M.U.D. TV 2 (c) Realmforge Studios/Kalypso Media / Zum Vergrößern auf das Bild klickenHinzu kommt die absolut unterirdische Grafik. Die Figuren sehen aus wie Wii-Miis, die überdimensionierten Köpfe unterstreichen den Comic-Stil des ganzen Spiels. Mangelnde Herausforderung kommt schon dadurch auf, dass selbst billigst produzierter Müll schnell von Millionen gesehen wird – monetär in Probleme zu geraten, ist eigentlich nicht möglich. Über die lustigen Referenznamen der Moderatoren und Schauspieler lacht man auch nur kurz.


Fazit: Ein Polygon-Monstrum mit langer Lernkurve und geringer Langzeitmotivation. Nichts für zwischendurch. Wer sich an der Grafik, den lästigen Hintergrundgeräuschen und der billigen Quotenjagd nicht stört, wird vielleicht einige lustige Stunden damit verbringen.


Grafik: 4/10
Sound: 4/10
Steuerung: 3/10
Spielspaß: 5/10
Gesamt: 4


Entwickler: Realmforge Studios
Publisher: Kalypso Media


# # # Bernhard Kleinbruckner # # #


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