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Game-Review: Pokémon Schwarz & Weiß (NDS)

"Pokémon Schwarz/Weiß" erfindet sich in der aktuellsten Ausgabe nicht neu, kommt der eigenen Perfektion eines Hoschentaschenabenteuers aber sehr nahe. Warum sich ein erneuter Besuch in Einall trotzdem lohnt, ist im folgenden Bericht nachzulesen.

Vor ungefähr 15 (c) Nintendo / pokemon_cover_1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenJahren konnte man als Spieler zum ersten Mal durch die Welt von Einall wandern und faszinierende Taschenmonster sammeln und trainieren. Viele Videospiele mussten sich schon mit der ersten Fortsetzung scharfe Kritikermeinungen gefallen lassen, die minimalen Fortschritt, stagnierende Kreativität und finanzielle Abzocke anprangerten. Pokémon ist seit jeher seinem Spielprinzip treu geblieben und hat an der grundlegenden Formel wenig geändert. Wie kommt es also, dass ein derartiges Spiel auch heute noch Publikum und Kritiker gemeinsam unter dem Dach der Euphorie vereinen kann?


Erneut bricht man als junge/r Teenager/in aus dem Elternhaus auf, um der größte Pokémon-Trainer aller Zeiten und gleichzeitig erwachsen zu werden. Zu Beginn entscheidet man sich für eines von dreien Taschenmonstern. Beflügelt von Neugierde und Sammeldrang, wagt man gemeinsam mit zwei Freunden die ersten unsicheren Schritte in dieser fremden und zugleich so vertrauten Welt.


Schon hinter den ersten Büschen warten wilde Pokémon auf den(c)  Nintendo / pokemon_suw_1 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken jungen Abenteurer. Mutig stürzt man sich in das rundenbasierte Kampfgeschehen und erprobt das eigene taktische Kalkül und die Fähigkeiten des Pokémons. Große taktische Überlegungen können zu diesem Zeitpunkt noch keine getroffen werden, aber schon nach einigen Stunden Spielzeit ist das eigene Repertoire an Taschenmonstern und gelernten Fähigkeiten ziemlich ansehnlich und taktische Möglichkeiten erreichen schnell eine ungeahnte Tiefe. Als Spieler steht man dann vor der sprichwörtlichen Qual der Wahl. Spezialisiert man lieber jedes Pokémon auf das jeweilige Element oder streut die Fähigkeiten lieber so breit wie möglich.


Dabei sind vor allem die eigenen Vorlieben ausschlaggebend. Das sechsköpfige Team aus begleitenden Pokémon wird zum Abbild der eigenen Stärken und Schwächen, die man versucht gekonnt auszubalancieren. Prinzipiell gehört jedes Pokémon einem der vier Elemente Wasser, Feuer, Pflanze und Elektrizität an. So sind zum Beispiel Feuer-Pokémon besonders anfällig auf Wasserattacken.


Jeder Kampf bringt den (c) Nintendo / pokemon_suw_2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenam Kampfgeschehen beteiligten Pokémons Erfahrungspunkte, die die Statuswerte mit steigendem Level erhöhen. Vor allem als Spieler entwickelt man sich mit jedem Kampf weiter. Man lernt Angriffsmuster zu lesen und entsprechend auf Attacken zu reagieren. Hinter der Knuddeloptik wird aber beinhart berechnet, Werte verglichen und nichts dem Zufall überlassen. Von Zeit zu Zeit wollen die posierlichen Monster neue Fähigkeiten erlernen. Leider kann sich ein Pokémon immer nur vier Fähigkeiten gleichzeitig merken und so muss man als Spieler geschickt abwägen, ob bewährte gegen unbekannte Angriffe eingetauscht werden sollen.


In jeder größeren Stadt kann die Zusammenstellung des Teams geändert werden und schon nach kurzer Zeit tummelt sich ein kleiner Zoo in der Aufbewahrungsbox, in die jedes gefangene Pokémon geschickt wird. Natürlich sollen möglichst alle Taschenmonster gefangen werden, um das lexikalische Pokedex zu befüllen. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass dem Spiel 156 völlig neue Pokémons spendiert wurden.


Am Weg zum großen Trainer müssen auch die Gym-Trainer jeder Stadt(c)  Nintendo / pokemon_suw_3 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken besiegt werden, um deren Abzeichen zu verdienen. Kämpfe dienen natürlich nur dem sportlichen Kräftemessen. Die sonst so harmonische Welt Einall wird aber von einer rebellischen Gruppierung wachgerüttelt, die eine weltbewegende Frage aufwirft: Sind Pokémon wirklich freiwillig unsere Gefährten? Kämpfen sie wirklich gern für ihre Trainer, die sie eigentlich unterwerfen und in lächerlich kleine Pokébälle stecken? Pokémon und die Bewohner Einalls sind seit jeher untrennbar miteinander verbunden, eine symbiotische Beziehung die sogar bis in die reale Welt reicht. Noch nie zuvor wurde diese Verbindung in Frage gestellt!


Dieser zentralen Frage geht man im gut 40 Stunden dauernden Abenteuer auf den Grund und bewandert wunderschöne Landschaften und große Städte. Alles wirkt lebendig und dank der grafischen Weiterentwicklung ist die aktuelle Pokémon-Version ein echter Augenschmaus. Reflexionen zeichnen sich in Pfützen ab, dichte Sandstürme verschleiern die Sicht und erstmals sind die Sprites der Pokémon im Kampf animiert. Überall wuseln kontaktfreudige Einwohner herum und die Entdeckungsmöglichkeiten in den Ländereien von Einall sind mannigfaltig.


Das Spiel bietet auf vielen (c) Nintendo / pokemon_suw_4 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEbenen eine starke Identifikationsmöglichkeit mit der Spielwelt und belohnt Sammlernaturen mit immer neuen Verlockungen. Vor allem das Tauschen mit Freunden und Kämpfe gegen andere, menschliche Trainer macht in der aktuellsten Version erheblich mehr Spaß. Ebenso wie in der virtuellen Welt sind die freundlichen Pokémon auch in der realen Welt stets omnipräsent. Unter anderem als Cosplayer, in Fernsehserien oder auf Briefmarken gehören sie schon fast zum täglichen Leben. Pokémons sind längst ein Pop-Phänomen, die schon lange alt und jung begeistern können und bestimmt noch viele Jahre überdauern werden.


Fazit:
Die Spielreihe hat nach gut 15 Jahren immer noch das selbe Spielprinzip zum Kern und trotzdem in keinster Weise Staub angesetzt. Die Entwickler von Game Freak erfinden das Rad nicht neu, bringen den Titel aber sehr nahe an die Perfektion. Die vielen neuen Taschenmonster, eine Geschichte die einer fast schon philosophischen Frage nachgeht, die optische Schönheitskur und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Vernetzung mit gleichgesinnten Spielern sind nur einige der vielen größeren und kleineren Verbesserungen. "Pokémon Schwarz & Weiß" bietet genügend Anreize für Veteranen und ist gleichzeitig die perfekte Einstiegsdroge für alle Neulinge - ein Meisterwerk in Hosentaschenformat!



# # #  Andreas Himmetzberger  # # #



Grafik: 9/10
Sound: 8/10
Steuerung: 9/10
Spielspaß: 10/10
Gesamt: 9

Entwickler: Game Freak
Publisher: Nintendo




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