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Game-Review: Singularity (Xbox 360, PC, PS3; getestet auf: Xbox 360)

Manchmal ist gut kopiert doch besser als schlecht selber gemacht. Raven Software, die Entwickler hinter "Wolfenstein" und "Quake 4", schaffen mit "Singularity" einen neuen First-Person-Shooter mit Potential.

Singularity Cover (C) Activision / Zum Vergrößern auf das Bild klickenRussland und Amerika, zwei alte Rivalen mit bekanntem Geschichtsverlauf. Raven Software schreibt in "Singularity" die jüngere Geschichte kurzerhand neu. In den 1950er Jahren wird auf der russischen Insel Katorga das Element E99 entdeckt. Das Element ist eine mächtige Energiequelle, die Russland im Wettlauf des weltweiten Wettrüstens den entscheidenden Vorteil bringt. Als positiver Nebeneffekt vermag E99 die Zeit zu manipulieren. Leider ist das Element hochgradig instabil. Natürlich ereignet sich ein desaströser Unfall und verwandelt das gesamte Personal in bizarre Monster und Zeit-Zombies. Russland kehrt jedoch alles unter den Teppich.


Doch Geheimnisse sind da, um enthüllt zu werden! Dem wachsamen Auge eines amerikanischen Satelliten entgehen die ungewöhnlichen Vorgänge auf der Insel nicht und die USA sieht Singularity Bild 1 (C) Activision / Zum Vergrößern auf das Bild klickensich gezwungen, der Sache auf den Grund zu gehen. Nach diesem ausführlichen Intro befindet man sich als Nathaniel Renko, ein Black-Ops-Soldat, an Board eines Helikopters, der sich gerade im Anflug auf die Insel Katorga befindet. Eine routinemäßige Aufklärungsmission; doch ein E99-Energieschub entlädt sich und Nate stürzt auf der Insel ab.


Singularity Bild 2 (C) Activision / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIm Kern ist "Singularity" ein solider Shooter, der seine Inspiration von einigen der Größen des Genres offen am Revers trägt. Die Geschichte wird (wie in Bioshock) mittels Tonbändern, Notizen und überzeichneten Propagandafilmen erzählt. Viele Elemente aus "Singularity" sind aus dem Ideenpool erfolgreicher Genrevertreter entlehnt. Auch das Zeitmanipulationsgerät, kurz ZMG, fühlt sich anfangs wie ein Plasmid an. Im ZMG vereinen sich die Tugenden der Plasmide aus "Bioshock" mit den Vorzügen der Gravity Gun aus "Half-Life 2". Neben dem Ausstoßen von Impulsen, dem Fangen von Raketen und Granaten, können Zeitblasen geschaffen werden, in denen die Zeit nahezu still steht. Damit eröffnen sich interessante taktische Möglichkeiten. Das interessanteste Feature des ZMG ist die Fähigkeit, Lebewesen rapide altern zu lassen bzw. Gegenstände (wie Kisten oder Stiegen) auch in ihren ursprünglichen Zustand zu verjüngen. "Singularity" erweitert seine typischen Genregrenzen damit um Rätseleinlagen, die die klassische Shooter-Kost gut ergänzt.


Im restlichen Waffenrepertoire befinden sich neben Standardschießeisen auch ein paar originelle Arbeitsgeräte. Die Nailgun verschießt klebende Kugeln, der Granatwerfer lässt abgefeuerte Granaten Singularity Bild 3 (C) Activision / Zum Vergrößern auf das Bild klickennicht sofort explodieren und ein Spezialgewehr lässt sogar abgefeuerte Kugeln im Zeitlupenmodus direkt steuern. Die interessanteste Waffe bleibt aber das ZMG, die im Verlauf des Spiels immer stärkere Upgrades bekommt. Auch die Fähigkeiten von Nate, sowie einzelner Waffen können an speziellen Punkten verbessert werden. Hierzu müssen überall verstreute ZMG-Technologien gesammelt und Waffentechnologien gefunden werden.


Singularity Bild 4 (C) Activision / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNach einigen Stunden Spielzeit entwickelt sich "Singularity" langsam in eine eigenständige Richtung. Immer wieder springt man zwischen dem Jahr 1950 und der Gegenwart hin und her und bricht die oberste Regel des Zeitreisens: Greife nie in die Zeitlinie der Vergangenheit ein! Schon nach dem ersten Sprung in die Vergangenheit passiert etwas Furchtbares. Als Nate rettet man einen Wissenschafter, der mit Hilfe von E99 Russland zur alleinigen Weltherrschaft führt und sich  zum obersten Regenten ernennt. Kehrt man in die Gegenwart zurück, hat die Welt eine andere Geschichte erlebt und Nate versucht seinen Fehler wieder gut zu machen. Dabei steht ihm ein führender Wissenschaftler und eine mysteriöse Frau der Geheimorganisation MIR-12 zur Seite.


Nach guten zehn Stunden Spielzeit steht man schließlich vor der finalen Entscheidung. Abgesehen davon kann man sich noch in hitzige Multiplayer-Gefechte stürzen. Die beiden Modi sind keine Singularity Bild 5 (C) Activision / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNeuerfindung des Rades, aber man kann in die Haut der Monster schlüpfen und so sogar Wände emporlaufen. Aus technischer Sicht ist "Singularity" gut gelungen. Die verwendete Unreal-Engine erledigt ihren Job solide, aber mit den bekannten Schwächen: hoher Polycount, nette Effekte und flüssige Darstellung stehen langsam ladenden Texturen gegenüber. Die deutsche Sprachausgabe ist wirklich makellos und die Soundeffekte hören sich gut an.


Fazit: Vor allem zu Beginn erinnert "Singularity" stark an Bioshock. Der Titel bietet aber genügend eigenständige Anreize, um über die zehn Stunden hinaus gut zu unterhalten. Zwar ist das Spieldesign strikt linear, aber Pacing, gescriptete Events und Spannung halten sich gut die Waage. Mir persönlich hat "Singularity" gut gefallen und sticht mit dem ZMG-Feature aus dem Shooter-Einheitsbrei heraus. Wer "Bioshock 2" schon durchhat und Gefahr läuft sich bis "Halo: Reach" zu langweilen, wird mit Ravens Titel sicher Spaß haben.



# # #  Andreas Himmetzberger  # # #


Grafik: 7,5/10
Sound: 8/10
Steuerung: 8/10
Spielspaß: 7/10
Gesamt: 7,5


Entwickler: Raven Software
Publisher: Activision





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