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Game-Review: The Witcher 2 (PC)

Der Hexer ist zurück! Nach dem fulminanten Erfolg des ersten Teiles nehmen sich die polnischen Entwickler von CD Project des Nachfolgers für ihr Debüt an – kann Geralt das bisher enttäuschend verlaufende Jahr ("Dragon Age 2") in die richtigen Bahnen lenken?

Wer sich heuer auf anspruchsvolle(c) Namco Bandai / the_witcher_packshot_german_usk_cut / Zum Vergrößern auf das Bild klicken RPG gefreut hat, wurde bisher nicht gerade mit Meisterwerken beglückt; umso größer daher der Wunsch, dass es bei diesem Spiel anders sein würde. Das Tutorial lässt sich schon mal gut an: Da wird nicht lange gefackelt, sofort heißt es das neue Kampfsystem ausprobieren – an dem haben alle schnell mal zu knabbern. Mit dem ersten Teil hat es nämlich nicht mehr allzu viel zu tun, anstatt dreier Kampfstile werden nun mit der Maus schnelle und harte Schläge ausgeteilt. Besonders in den niedrigen Levelstufen heißt das: Viel ausweichen, viel parieren und das Defensivzeichen Quen exzessiv nutzen.


Bereits im Prolog wird deutlich, was die (c) Namco Bandai / screenshot_1 / Zum Vergrößern auf das Bild  klickeneigens entwickelte REDEngine zu bieten hat: Auf potenten Rechnern sieht alles schlicht und einfach umwerfend aus. Dazu diese Erzählperspektive: Im Wechsel von aktiven Szenen und Rückblenden wird man aufgeklärt, was der gute Geralt überhaupt auf dieser komischen Burg verloren hat und wo der rote Faden rund um die Geschehnisse mit König Foltest liegt. Schließlich und endlich muss Geralt fliehen, mit einem mysteriösen Begleiter geht’s per Schiff auf ins kleine Städtchen Flotsam.


Noch ein Wort zum Kampfsystem: (c) Namco Bandai / screenshot_2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWer schon im Tutorial ein paar Mal draufgeht, muss sich dessen nicht schämen. Es braucht einige Zeit, bis man das auf den ersten Blick recht simpel erscheinende Zusammenspiel verstanden hat. Kaum in Flotsam angekommen wird man regelrecht von Quests überspült, völlig frei scheint zu sein, was man als nächstes angeht. Nur anscheinend deshalb, weil es herzlich wenig Sinn hat, sich sofort in den (übrigens fantastischen) Wald zu begeben nur um sofort von zu groß geratenen Waldskorpionen angefallen und umgenäht zu werden. Also gilt es, sich auf alte RPG-Tugenden zu verlassen – mal Dinge in der Stadt erledigen und langsam hochleveln.


TW2 hat in vielerlei Hinsicht vor allem etwas zu bieten, dass ich in i(c) Namco Bandai / screenshot_3 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenn diesem Jahr sonst noch nicht gesehen habe: Herausforderung. Man ist gezwungen, der Story zu folgen, sich Dinge zu merken und zu lernen – eigentlich erschreckend, über welch banale Selbstverständlichkeiten man sich so freuen kann. Der Skillbaum ist viergeteilt in Hexerfähigkeiten, Alchemie, Magie und Schwertkampf; auch hier hat man oft die Qual der Wahl. Für Magiefreunde ist der Baum der Wahl wohl klar, die fünf schon aus Teil eins bekannten Zeichen entwickeln auf höherer Stufe ziemliche Kräfte. Wer den Melee-Weg bevorzugt, wird allerdings auch beglückt.


Es sind im Übrigen wieder die Konsequenzen(c) Namco Bandai / screenshot_4 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken der Entscheidungen, die das besondere Salz in der Suppe sind. So gibt es beispielsweise am Ende von Kapitel eins eine Zwangsentscheidung, die bestimmt, was in Kapitel zwei überhaupt zu sehen ist. Immer wieder laufen einem Charaktere über den Weg, die in frühere Entscheidungen eingebunden waren und dementsprechend reagieren. Selbst am Ende des Spieles sind noch Dinge zu klären, die offen bleiben – ich rieche und hoffe auf ein Addon.


Was hingegen etwas nervt, ist das Inventar. Kurze Scrolllisten, (c) Namco Bandai / screenshot_5 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenauf der gerade mal fünf Gegenstände Platz haben und ein fehlendes Glossar (welche Kreaturen ich jetzt kenne und welche nicht, hab ich längst vergessen) sowie der Zwang, sämtliche Rezepte immer mitzuschleppen sorgen nicht gerade für Übersichtlichkeit. Zwar wurde die Ausrüstung extrem aufgeblasen, die Wahl somit weitaus größer, aber das Interface zeugt in Summe schon von der Konsolenzukunft des Hexers.


Selbst in die Game-Innereien (c) Namco Bandai / screenshot_6 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenkann man ohne Probleme eingreifen, die per default aktivierten Quick-Time-Events sind abschaltbar. Auch die für mein Empfinden extrem nervigen Blur-Effekte lassen sich über den Launcher deaktivieren. Mit der Tiefenunschärfe (Cinematic Depth of Field) scheint es allerdings einige Probleme zu geben: Selbst nach dem ersten Patch scheint sie für allerlei Abstürze verantwortlich zu sein; war sie deaktiviert, lief alles problem- und klaglos. Besonders im Wald um Flotsam fällt auf, dass man da und dort an Wurzeln hängenbleibt, die eigentlich keine sind, bei der Wegfindung sind also noch kleinere Bugs auszubügeln.


Fazit: Ein Fazit wollt ihr haben? Kaufen! CD Project scheinen(c) Namco Bandai / screenshot_7 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken zu einer aussterbenden Rasse zu gehören – hier wurde ordentlich in Story, Charaktere und die Atmosphäre investiert. Hoher Wiederspielwert, auf ordentlichen Kisten atemberaubende Grafik, herausfordernde Quests, Entscheidungen, die den Namen auch verdienen – mal ehrlich: RPG-Herz, was willst du mehr? Dem Kampfsystem kann man die leicht hektische Arcadigkeit ankreiden, der Story ein wenig zu viel Linearität, aber sonst muss man in Zeiten wie diesen froh sein, so ein Superteil genießen zu können.



# # # Bernhard Kleinbruckner # ##


Grafik: 10/10
Sound: 9/10
Steuerung: 9/10
Spielspaß: 10/10
Gesamt: 9,5

Entwickler: CD Project
Publisher: Namco Bandai



 
 

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