Ja,
hätte ich "Tropico 3" nicht gespielt, dann wäre ich vor Begeisterung wohl nicht zu bremsen. Schon im Vorfeld tauchten Screens und Informationen auf, dass es sich bei diesem Teil um einen Aufputz des Vorgängers handeln würde, aber die Schicht des Neuen ist leider nicht so dick wie erhofft. Das beginnt bereits bei der als `verbessert` angekündigten Grafik.
Die hat zwar schöne Schatten und Texturen zu bieten,
aber aus mir unerfindlichem Grund wurde die gesamte Insel in einen seltsamen Glanz getaucht, der bei längerer Betrachtung fast comichaft wirkt. Die schon bekannten Gebäude ähneln eins zu eins jenen aus T3, bei einigen wie der Polizeistation ist darüber hinaus geringere Detailtiefe zu beklagen. Die neuen Katastrophen wie Vulkanausbrüche, Tsunamis oder Tornados werden in kurzen Clips animiert, werden aber auch nach dem zweiten Mal langweilig. Extrem positiv hervorzuheben ist hingegen der neue Modus für Farbenblinde. Gerade Menschen mit Rot-Grün-Schwäche – und damit verbunden Schwierigkeiten was die Anbaugebiete betrifft – werden diese Einstellungsmöglichkeit zu schätzen wissen.
Zu den Gebäuden:
Einige Neuerungen sind zu vermelden. Alles schon Bekannte steht zur Verfügung, zusätzlich sind etwa ein Ministerium, eine Feuerwehr, ein Atomkraftwerk und einige interessante Attraktionen baubar. Darüber hinaus wurde der Wirkungsbereich der Müllhalde erweitert, endlich muss man eine große Stadt nicht mehr damit zupflastern. Ein anderes Manko aus T3 wurde leider nicht ausgemerzt: Die Grundschule ist immer noch viel zu klein, schon ab knapp hundert Bewohnern ist eine zweite notwendig. Auch fallen für höher entwickelte Gebäude extra Kosten für einen Bauplan an, die durch die (ebenfalls neue) Wissenschaftsakademie gesenkt werden können.
Die Erlässe, wie immer hilfreiches Mittel zur Kontrolle der Bürger, sind
exakt dieselben wie in T3, mit dem einzigen Unterschied, dass man für die einzelnen Verordnungen die passenden Minister braucht, die wie immer entweder aus den eigenen Reihen oder mit Fachpersonal aus dem Ausland besetzt werden können. Was das Besetzen der Stellen anbelangt hat sich auch eine schöne Neuerung eingeschlichen: Auch ungelernte Kräfte können nun angeworben werden – was besonders bei geschlossenen Grenzen weitaus mehr Kontrolle über die Bevölkerungszahl erlaubt.
Ebenfalls lobenswert anzumerken
ist die Kampagne: Anstatt zusammenhanglos von Insel zu Insel zu springen folgt man einer aufbauenden Storyline, die einzelnen Missionen sind noch dazu mit kleineren Aufträgen gespickt. Die am Beginn zu wählenden Eigenschaften der Diktatorfigur können sich verbessern – kleines RPG-Element inklusive also. Das macht die Kampagne um einiges kurzweiliger und unterhaltsamer als im Vorgänger, sie ist mit guten 25-30 Stunden Spielzeit auch relativ lang.
Weiters wurden die Inseln um einiges vergrößert, wer will, kann
richtige Megacities in die Landschaft klotzen. Das ist auch dadurch möglich, dass der Wirtschaftssektor Importe zulässt. Von Rohstoffen über Nahrung bis hin zu Luxusgütern für das neue Einkaufzentrum kann alles aus dem beiden Großmächten und den neuen `kleinen` Playern EU, China und Mittlerem Osten eingeschifft werden. Der Umfang und der Preis hängt wie immer vom Beziehungsstatus mit den Machtblöcken ab, die einen immer wieder in diplomatische Quereleien verstricken.
Fazit: Für alle die "Tropico 3"
nicht kennen – kaufen! Aber wohl alle, die den Vorgänger inklusive seines Addons im Besitz haben, werden sich angesichts der etwas dürftigen Neuerungen und der meiner Meinung verschlechterten Grafik gut überlegen, ob sie den vollen Preis bezahlen oder lieber noch ein Weilchen warten. T4 ist überhaupt kein schlechtes Spiel und verdient ohne lang herumzumotzen eine hohe Note, macht auch mächtig Laune und wird mir noch einige schöne Stunden bringen, wirkt aber viel zu oft wie ein größeres Addon.
hätte ich "Tropico 3" nicht gespielt, dann wäre ich vor Begeisterung wohl nicht zu bremsen. Schon im Vorfeld tauchten Screens und Informationen auf, dass es sich bei diesem Teil um einen Aufputz des Vorgängers handeln würde, aber die Schicht des Neuen ist leider nicht so dick wie erhofft. Das beginnt bereits bei der als `verbessert` angekündigten Grafik.Die hat zwar schöne Schatten und Texturen zu bieten,
aber aus mir unerfindlichem Grund wurde die gesamte Insel in einen seltsamen Glanz getaucht, der bei längerer Betrachtung fast comichaft wirkt. Die schon bekannten Gebäude ähneln eins zu eins jenen aus T3, bei einigen wie der Polizeistation ist darüber hinaus geringere Detailtiefe zu beklagen. Die neuen Katastrophen wie Vulkanausbrüche, Tsunamis oder Tornados werden in kurzen Clips animiert, werden aber auch nach dem zweiten Mal langweilig. Extrem positiv hervorzuheben ist hingegen der neue Modus für Farbenblinde. Gerade Menschen mit Rot-Grün-Schwäche – und damit verbunden Schwierigkeiten was die Anbaugebiete betrifft – werden diese Einstellungsmöglichkeit zu schätzen wissen.Zu den Gebäuden:
Einige Neuerungen sind zu vermelden. Alles schon Bekannte steht zur Verfügung, zusätzlich sind etwa ein Ministerium, eine Feuerwehr, ein Atomkraftwerk und einige interessante Attraktionen baubar. Darüber hinaus wurde der Wirkungsbereich der Müllhalde erweitert, endlich muss man eine große Stadt nicht mehr damit zupflastern. Ein anderes Manko aus T3 wurde leider nicht ausgemerzt: Die Grundschule ist immer noch viel zu klein, schon ab knapp hundert Bewohnern ist eine zweite notwendig. Auch fallen für höher entwickelte Gebäude extra Kosten für einen Bauplan an, die durch die (ebenfalls neue) Wissenschaftsakademie gesenkt werden können.Die Erlässe, wie immer hilfreiches Mittel zur Kontrolle der Bürger, sind
exakt dieselben wie in T3, mit dem einzigen Unterschied, dass man für die einzelnen Verordnungen die passenden Minister braucht, die wie immer entweder aus den eigenen Reihen oder mit Fachpersonal aus dem Ausland besetzt werden können. Was das Besetzen der Stellen anbelangt hat sich auch eine schöne Neuerung eingeschlichen: Auch ungelernte Kräfte können nun angeworben werden – was besonders bei geschlossenen Grenzen weitaus mehr Kontrolle über die Bevölkerungszahl erlaubt.Ebenfalls lobenswert anzumerken
ist die Kampagne: Anstatt zusammenhanglos von Insel zu Insel zu springen folgt man einer aufbauenden Storyline, die einzelnen Missionen sind noch dazu mit kleineren Aufträgen gespickt. Die am Beginn zu wählenden Eigenschaften der Diktatorfigur können sich verbessern – kleines RPG-Element inklusive also. Das macht die Kampagne um einiges kurzweiliger und unterhaltsamer als im Vorgänger, sie ist mit guten 25-30 Stunden Spielzeit auch relativ lang.Weiters wurden die Inseln um einiges vergrößert, wer will, kann
richtige Megacities in die Landschaft klotzen. Das ist auch dadurch möglich, dass der Wirtschaftssektor Importe zulässt. Von Rohstoffen über Nahrung bis hin zu Luxusgütern für das neue Einkaufzentrum kann alles aus dem beiden Großmächten und den neuen `kleinen` Playern EU, China und Mittlerem Osten eingeschifft werden. Der Umfang und der Preis hängt wie immer vom Beziehungsstatus mit den Machtblöcken ab, die einen immer wieder in diplomatische Quereleien verstricken. Fazit: Für alle die "Tropico 3"
nicht kennen – kaufen! Aber wohl alle, die den Vorgänger inklusive seines Addons im Besitz haben, werden sich angesichts der etwas dürftigen Neuerungen und der meiner Meinung verschlechterten Grafik gut überlegen, ob sie den vollen Preis bezahlen oder lieber noch ein Weilchen warten. T4 ist überhaupt kein schlechtes Spiel und verdient ohne lang herumzumotzen eine hohe Note, macht auch mächtig Laune und wird mir noch einige schöne Stunden bringen, wirkt aber viel zu oft wie ein größeres Addon.# # # Bernhard Kleinbruckner # # #
Grafik: 6/10
Sound: 9/10
Steuerung: 9/10
Spielspaß: 8/10
Gesamt: 8
Entwickler: Haemimont Games
Publisher: Kalypso





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