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Gruselkabinett 164

Eine einzige unbedachte Tat, begangen im Alkoholnebel, kann ein komplettes Leben auf den Kopf stellen. Eine bittere Erfahrung, die auch James Gordon machen muss.

Gruselkabinett 164Eines Abends führt die Suche nach einer Mahlzeit und einem Drink den Cowboy James Gordon in ein abgelegenes Dickicht, das einem ehemaligen Sklaven und seiner Gefährtin als Heimstatt dient. Die Menschen der Umgebung meiden das Paar, da man hinter vorgehaltener Hand darüber mutmaßt, dass die dunkelhäutige Jezebel über Zauberkräfte verfügt, die sie jederzeit auch zum Schaden ihrer Mitmenschen einsetzt. Der Empfang fällt wärmer aus als erwartet. Gordon und Joel verstehen sich blendend und beginnen bald bei einer Flasche Tequila zu würfeln. Der Alkohol fließt alsbald in Strömen und sorgt dafür, dass die Stimmung kippt.


Plötzlich steht der Vorwurf des Betrugs im Raum. Ein Wort gibt das andere und plötzlich liegen Jezebel und ihr Gefährte tot am Boden. Der Doppelmord bleibt unentdeckt, doch Gordon stellt schnell fest, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Fordert Jezebel aus dem Grab heraus Rache? Ein Rindertrail nach Kansas steht unter keinem guten Stern, die Menschen beginnen Gordon zusehends zu meiden. Die Stimmen in seinem Kopf werden immer lauter und die Grenzen zwischen Wahnsinn und Realität mit jedem Tag fließender. Der Tod scheint Jezebel nicht an ihrer Rache hindern zu können.


Nach H. P. Lovecraft dürfte der amerikanische Autor Robert E. Howard mittlerweile zu den häufigsten Vertretern dieser Reihe zählen. Während sich die Geschichten des Grandfather of Horror häufig in einem bestimmten thematischen Rahmen bewegen, zeichnen sich jene von Howard durch eine enorme Bandbreite aus. Der geistige Vater des Barbaren Conan entwarf mühelos immer neue exotische Szenarien für seine Charaktere, im vorliegenden Fall siedelte er die Story im Mittleren Westen an. Können zwei grundverschiedene Genres wie Western und Horror eine Symbiose eingeben, die es schafft, das Publikum zu fesseln? "Die Toten vergeben nichts" ist der Beweis. Die Stilmittel des originären Westerns verbinden sich mit den Elementen des klassischen Schauerromans und verschmelzen zu einem überzeugenden Ganzen.


Das uralte Motiv der Sühne wird in ein unverbrauchtes Gewand gekleidet und bedient gleichzeitig alle wichtigen Archetypen, die einen typischen Western ausmachen. Eine Mischung, die nicht nur Spaß macht, sondern auch mit einer gehörigen Portion Spannung und Nervenkitzel aufwarten kann. Folge 164 gefällt als unterhaltsames Hörspiel, was sicherlich auch der wechselnden Erzähltechnik geschuldet ist. Anfängliche Rückblicke in Briefform werden abgelöst durch die Aussagen einer Gerichtsverhandlung und erschaffen das detaillierte Bild einer Rache, die auch über den Tod hinaus ihr Ziel findet. Action und Schauer halten sich auf gekonnte Weise die Waage und es gelingt scheinbar mühelos, die Fans beider Genres in Verzückung zu versetzen. Das Siegel "Horror-Western" kann hier im besten Sinne des Wortes vergeben werden. Das Motiv von Rache und Sühne ist sicherlich so alt wie die Anfänge der Literatur, hier erfährt sie eine neue, anregende Dimension.


Viele Folgen dieser Reihe bewegen sich im Bereich der Sprache und Dialoge oft im historischen Kontext und bedienen sich einer antiquierten Redeweise, die nahezu immer passend wirkt. Im vorliegenden Fall weicht man von dieser Vorgehensweise zugunsten einer lebendigeren, direkteren Wortwahl ab und erzeugt so ganz nebenbei ein enormes Gefühl von Authentizität. Bei dieser Episode gibt es bei den Soundeffekten keine andere Begrifflichkeit als genial. Wie sollte eine Geschichte in der großen Weite des Westens klingen? Genauso wie es hier zu hören ist. Binnen weniger Augenblicke versinkt man in der Geschichte und wähnt sich in der Endlosigkeit der Prärie. Der musikalische Rahmen weiß ebenso zu gefallen und unterstreicht insbesondere die dunklen und unheimlichen Momente.


Zum guten Schluss muss über die Besetzung dieses Hörspiels gesprochen werden, die sich fast wie das Who`s Who des Labels liest. David Nathan ist als James Gordon zu hören und schafft es mühelos, das Bild des unabhängigen und selbstbestimmten Cowboys zu kreieren. Seine manchmal lose und schnodderige Sprechweise kommt überaus glaubwürdig und überzeugend rüber. Ein Urteil, das sich auch problemlos auf Dietmar Wunder anwenden lässt, der hier in einer der Nebenrollen glänzt. Wer nun vermutet, dass damit die prominenten Stimmen bereits genannt wurden, befindet sich auf dem Holzweg. In weiteren Rollen sind nämlich so illustre Namen zu finden wie Jürgen Thormann, Peter Weis, Bert Stevens, Patrick Bach und Horst Naumann. In allen Belangen kann man hier ohne Probleme die Höchstnote zücken! Ein weiteres Kleinod der Reihe.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien


 

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