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Gruselkabinett 169

Der scheinbar harmlose Besuch in einem Antiquitätengeschäft bleibt für Familie Hargreave nicht ohne Folgen.

Gruselkabinett 169Wenn Tante Marilyn wieder einen ihrer berüchtigten Anrufe tätigt, ist man im Hause Hargreave auf der Hut, denn diese bedeuten in den seltensten Fällen etwas Gutes. Doch dieses Mal scheint das vorgebrachte Anliegen zwar skurril, aber eher harmloser Natur zu sein, schließlich bittet sie lediglich ihre Enkelin Pamela um Begleitung bei einer Shopping-Tour in der Stadt. Natürlich verbirgt sich dahinter ein ganz eigennütziges Interesse, im konkreten Fall die Londoner Parkplatzsituation. Der Besuch in einem Antiquitätengeschäft beginnt tatsächlich unspektakulär, was sich jedoch schlagartig ändert, als Tante Marilyn entscheidet, das Stöbern im Ladengeschäft auf den privaten Bereich der Besitzerin auszudehnen.


Ohne Skrupel entwendet sie hier ein kunstvoll gestaltetes Kästchen. Dieses ist jedoch keinesfalls leer, denn im Inneren verbirgt sich ein derangierter, einäugiger Puppenjunge. Trotz seines abstoßenden Äußeren schließt ihn Pamela sofort ins Herz und so hält das Böse Einzug bei den Hargreaves. Schnell wird klar, wer ab sofort das Sagen im Haus hat. Das Leben der Familie gerät aus den Fugen, denn die diabolische Puppe lässt ihren Drohungen Taten folgen. Die Attacken sind derart heftig, dass Colin ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Da fasst Alwyne einen Plan, um die Familie zu retten.


Bereits zum sechsten Mal ist Familie Hargreave im "Gruselkabinett" zu Gast. Standen deren Auftritte in der Vergangenheit für eher harmlosem Grusel im britischen Stil, so verändern sich mit der vorliegenden Folge erstmalig die Grundparameter. Natürlich hält man an den Trademarks der bisherigen Folgen fest, die sich mittlerweile als Wiedererkennungsmerkmal innerhalb der Reihe etabliert haben. Was wären die Geschichten um Alwyne und Colin Hargreaves ohne die monumentalen Auftritte von Tante Marilyn, die jeder einzelnen Episode ihren Stempel aufdrücken?


So hält Titania auch hier an den bewährten Stilmitteln fest, allerdings bekommt dieses Mal die Handlung einen deutlich düsteren Anstrich. Spätestens wenn Oscar in seinem neuen Heim ankommt, werden Details in die Story eingeflochten, die aufgrund ihrer Härte so bisher nicht zu finden waren, aber absolut in den Kontext der Geschichte passen. Abgehen von dem ausufernden Eingangsgeplänkel, das wirklich an die Schmerzgrenze führt, schon allein wegen des nervtötenden Telefonläutens, haben wir es mit einer sehr kurzweiligen Angelegenheit zu tun.


Man greift auf den ersten Blick auf bewährte Handlungsmuster zurück, welche in fast allen Geschichten zu finden sind, die eine Thematik abhandeln, welche zum Leben erwachte Puppen beinhalten. Wo sich viele dieser Storys auf die böswilligen Aktionen der animierten Figuren konzentrieren und deren diabolisches Handeln in den Fokus stellen, kommt ein ganz unerwarteter Faktor zum Tragen. Das Handeln von Alwyne weicht vom bekannten Schema ab und führt die Handlung in eine neue, unerwartete Richtung, der Spannungsbogen wächst stetig, beginnt das Ganze zunächst noch ruhig und gemächlich, nimmt das Geschehen mit voranschreitender Laufzeit an Geschwindigkeit zu. Ein weiterer Pluspunkt ist der Umstand, dass man der Figurentiefe erneut Aufmerksamkeit widmet und der Vita einzelner Charaktere weitere Details hinzufügt.


Die Soundeffekte weichen wie die bisherigen Handlungsmuster ebenfalls ab. Die dramatischen Auftritte der Puppe sind mit beängstigenden Basssounds unterlegt, die einen sofort gefangen nehmen. Dazu gesellen sich die bereits bekannten und überaus geschätzten Geräusche, welche eher verhalten ausfallen, aber jeder Szene einen eigenen Charme verleihen. Die musikalische Gestaltung bewegt sich in den gewohnten Parametern, die jeder Folge innewohnen und den überzeugenden Eindruck von "Ein Heim für Oscar" nochmals unterstreichen.


Eine sichere Bank sind einmal mehr die Sprecher der Familie Hargreave, die auch dieser Episode ihre eigene Note verleihen. Ursula Sieg ist in der ersten Hälfte des Hörspiels einmal mehr als anstrengende Verwandte zu hören und zieht in ihrer Rolle alle Register. Eine mehr als ansprechende Leistung. Daneben hat Marc Gruppe als Oscar einen entscheidenden Anteil an dem finsteren und morbiden Grundtenor dieser Folge. Wieder ein überzeugender Eintrag innerhalb der gesamten Reihe, aber sicherlich der bisher stimmigste über die übersinnlich vorbelastete Familie Hargreave.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien


 

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