Der Mann, der einst die Poesie in den deutschsprachigen Hip Hop brachte, seine Band FREUNDESKREIS im Jahr 2000 am Höhepunkt ihrer Karriere auflöste und mit den sogenannten FK ALLSTARS 2007 einige gelungenen Comebackkonzerte gab, veröffentlicht nun sein zweites Soloalbum „Ein geschenkter Tag“. Im Gegensatz zum 2004 erschienenen selbstbetitelten Debütwerk, lässt MAX HERRE seine Leidenschaft für Hip Hop und Reggae diesmal beiseite und widmet sich der klassischen Songwriterkunst, die ihr starkes Fundament auf der Akustikgitarre und der immer noch warmen und souligen Stimme MAX HERRE`S baut. „Blick nach vorn“ gibt zu Beginn entspannt und positiv die Richtung vor, danach folgt mit dem Titeltrack das erste Highlight des Albums. Ein sehr flotter Rhythmus, der entfernt auch an „Sympathy For The Devil“ der STONES erinnert, umschwirrt den Text, der Aufbruch und Lebensfreude vermittelt. „Alles da“ ist ein weiterer easy going sonnendurchfluteter, poetischer Song aus der Feder des runderneuerten MAX HERRE. Phasenweise wirkt das Unterfangen auf neuem Terrain dann aber noch etwas unsicher und zaghaft. Daher führt es im Mittelteil des Albums dann doch zu einigen Längen. So kann man das dahinplätschernde „Weg von hier“ oder das sphärische, genudelte „Staub“ skippen, um nach „Es geht“ wieder voll ins Album zu kippen. „Wo rennen wir hin?“ ist sowohl textlich wie auch in seinem relaxten, funky Rhythmus ein Highlight. Es folgen der jazzig angehauchte, voll positiver Patina Energie durchzogene „Baby Mamma Rag“, welches gekonnt mit Ragtime und Boogie Einflüssen jongliert. Das wundervolle und tieftraurige Liebeslied „Wir wollen doch einfach nur zusammen sein“ behandelt eine schwierige Ost-West-Liebe der Zeit vor der Wiedervereinigung. Am Ende klingt der geschenkte Tag majestätisch klassisch und RANDY NEWMAN like mit „Wir haben`s gesehen“ aus.www.maxherre.de
Claus Michäler (6)





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