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in Sünde töten

Ist die Feder wirklich mächtiger als das Schwert? Oder kommt es doch eher darauf an, zu welchem der beiden man greift?
in Sünde töten
© Dantes Verlag

Dank des unermüdlichen Engagements von Josua „Josch“ Dantes rücken seit 2023 auch Comics aus der brodelnden Kreativszene der Philippinen ins Bewusstsein der deutschsprachigen Leserschaft – für einen zusätzlichen Boost dürfte auch die Rolle des südostasiatischen Inselstaats als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse gesorgt haben, bei sich der zahlreiche im Verlagsprogramm vertretene Kreative ein Stelldichein gaben. Einer von ihnen war Randy Valiente, aus dessen Portfolio rechtzeitig im Vorfeld gleich zwei Titel erschienen sind. Während er in „No Man Manila“ das fiktive Szenario einer durch eine Atombombendrohung menschenleeren Hauptstadt entwirft und sich dabei an einen real existierenden nordkoreanischen Diktator anlehnt, widmet sich „in Sünde töten“ der bewegten Innenpolitik seiner Heimat.


Im Zentrum von „Sinning Killing“, so der Originaltitel, steht der junge Karl, der mehr schlecht als recht von einem Job als Kellner lebt. Als im Nachbarhaus ein Künstler einzieht, beginnt sich sein perspektivloser Alltag, der nach Arbeitsende hauptsächlich darin bestand, seinem an einem lädierten Knie leidenden Vater Gesellschaft zu leisten, merkbar aufzuhellen. Die neue Bekanntschaft, die sich als Tao vorstellt, ermutigt Karl dazu, das vor vielen Jahren aufgegebene Zeichnen wiederaufzunehmen und gibt ihm diesbezüglich Tipps. Nach und nach erfährt der gelehrige Schüler aber auch Dinge, die weniger mit den hehren Idealen der Kunst zu tun haben als vielmehr den nicht ruhen wollenden Dämonen der bewegten Vergangenheit der Philippinen… und warum sein zweiter Vorname Lenin lautet.


Mit jeder weiteren Seite setzen sich für Karl wie auch vor den Augen der Lesenden die einzelnen Puzzlestücke der Erzählung zusammen, die letztlich einen völlig anderen Verlauf nimmt als erwartet. Was zunächst den Anschein einer Kombination von „Coming of Age“-Szenario und kunsttheoretischen Betrachtungen hat, vollzieht einen fließenden Übergang zu einem der bisher politischsten Werke innerhalb des Philippinen-Schwerpunkts im Dantes Verlag, das die Evolution eines nach Orientierung strebenden jungen Menschen mit – Achtung, kleines Spoiler-Stichwort – der Revolution seiner Elterngeneration konfrontiert. Das macht „in Sünde“ zu einem ebenso überraschenden wie berührenden Titel, der sich die komplexe Thematik kontrastierend (und ebenso wie „No Man Manila“) optisch reduziert in Schwarzweiß samt einer weiteren Farbe präsentiert.


# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Dantes Verlag
 

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artikel closer s145 pc6© SLAM Media

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