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Interview: Andreas Mergenthaler

Feierstimmung im Hause Cross Cult: Seit einem Jahrzehnt versorgt der Verlag die deutschsprachige Leserschaft nun schon mit ausgewählten Perlen der Neunten Kunst. Andreas Mergenthaler, einer der beiden Gründungsväter, hat sich unseren Fragen gestellt.

(C) Cross Cult Verlag / Andreas Mergenthaler / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMit einem "Hellboy"-Weihnachtsspecial startete der Cross Cult Verlag 2001 seine Veröffentlichungen, die uns nicht nur Perlen wie Mike Mignolas rothäutigen Dämonenjäger, "Sin City" oder "The Walking Dead", sondern auch ein stetig wachsendes Romanprogramm vor allem aus dem "Star Trek"-Universum beschert haben. Um das runde Jubiläum gebührend zu feiern, erscheinen dieser Tage ein auf 1.111 Exemplare limitierter Band mit "Geschichten aus dem Hellboy-Universum", Frank Chos "University Freaks" sowie alle sieben "Sin City"-Bände mit neuen Titelbildern von Frank Miller höchstpersönlich. Wir haben anlässlich der großen Sause mit Andreas Mergenthaler gesprochen, der Cross Cult gemeinsam mit Hardy Hellstern gegründet hat.


SLAM: Was ist euer bestverkaufter Titel bis jetzt? Einer der beiden Longseller "Sin City" oder "Hellboy"?

Andreas Mergenthaler: Mit Abstand die "Sin City"-Reihe und als Einzeltitel "300", ebenfalls von Frank Miller.


SLAM: Was war die größte Enttäuschung bisher hinsichtlich der Verkaufszahlen?

AM: Ausgerechnet die beiden tollen "Gregory"-Bände von Marc Hempel. Anscheinend ist so schräger Humor nicht jedermanns Sache.


SLAM: Wie ist es zur (C) Cross Cult Verlag / 10 Jahre Cross Cult Verlag Logo / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEntscheidung gekommen, den Schritt vom Dienstleister für andere zum eigenen Comic-Verlag zu wagen?

AM: Wir hatten einen Teil des Know-how quasi schon während der Grafik-, Coloring- und Lettering-Arbeit an den Titeln des Dino-Verlags (DC-Superhelden, Star Wars, Simpsons und andere) gelernt. Zudem hatte ich schon als Fanzine-Verleger bescheidene Erfahrungen gesammelt. Beides zusammen war dann ausreichend für die ersten Schritte als "richtiger" Verlag.


SLAM: Was war ausschlaggebend für den Entschluss, das nun etablierte und mittlerweile auch von anderen kopierte A5-Hardcover-Format für den Großteil eurer Veröffentlichungen zu verwenden? Inwiefern hat hier der Einbruch des Heftmarkts eine Rolle bei euren Überlegungen gespielt?

(C) Cross Cult Verlag / Geschichten aus dem Hellboy-Universum / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAM: Das Kleinformat passt nicht bei allen Titeln, aber bei unserer Startserie "Hellboy" war es perfekt und auch später bei "Sin City" und anderen Serien. Wir wollten vor allem Comics veröffentlichen, die "schön" sind, die man auch über den Buchhandel verkaufen kann, die man auch nach Jahren immer wieder gerne aus dem Regal zieht. Und das ist bei einem schlabbrigen, dünnen, schlecht gebundenen Paperback nicht so richtig der Fall.


SLAM: Gegen Ende des Jahres ist ja Neues von den "Jakob"-Machern bei euch zu erwarten, gibt es abgesehen davon weitere Planungen, die Arbeiten deutscher Künstler rauszubringen?

AM: Derzeit nicht. Andere Verlage haben ein größeres Faible für einheimische Künstler. Für uns ist es schlichtweg "einfacher", fertige, gut produzierte Themen in den USA oder anderswo einzukaufen und noch ein bisschen mit Hintergrundartikeln,  Skizzengalerien Interviews, besserem Design oder einer besseren Verarbeitung aufzuwerten. Eigenproduktionen verschlingen schlichtweg zu viel Zeit und Nerven.


SLAM: Mit "University Freaks" (C) Cross Cult Verlag / University Freaks / Zum Vergrößern auf das Bild klickenschließt sich ja nun nach zehn Jahren ein Kreis, der damals noch unter Gringo Comics seinen Anfang nahm. Stecken da auch gewisse Emotionen dahinter, dass die Veröffentlichung jetzt endlich geklappt hat?

AM: Ja, das ist eine Herzensangelegenheit und schon lange geplant, aber bislang hat der Sammelband nie so richtig ins Programm gepasst. Zudem war Frank Cho extrem schwer zu erreichen. Selbst für die Kollegen von Panini, die ja viele aktuelle Comics von ihm verlegen.


SLAM: Neben den geplanten Bänden bringt ihr im Herbst ja auch ein Artbook zu "The Walking Dead" heraus. Wie stark hat sich der erfolgreiche Start der Fernsehserie bei euren Verkäufen bemerkbar gemacht?

AM: Die Serie war schon immer einer unserer Topseller. Als Zeichner Charlie Adlard vor Jahren den Comic-Salon in Erlangen besucht hat, war schon die Hölle los und die Fans haben unseren Stand gestürmt. Die TV-Serie hat jetzt noch mehr Leute auf diese geniale Serie aufmerksam gemacht. Und das, obwohl sie bislang nur auf Sky lief. Da ist also noch viel Potential drin. Die DVD-Box erscheint ja endlich im Herbst. Übrigens sehe ich auch Potential in der Tatsache, dass bislang zwar viele Zombie- und Genre-Fans die Serie lesen, aber eigentlich ist "The Walking Dead" ja auch was für alle,  die sonst nur "anspruchsvolle" Graphic Novels und solche Sachen kaufen. Mit der Zeit werden hoffentlich immer mehr erkennen, dass es bei der Serie eigentlich nicht um Zombies geht, sondern um Menschen und Emotionen, um unser aller Leben, unser Verhalten und unsere Verantwortung anderen gegenüber. Etwa so wie bei Cormac McCarthys "The Road" – nur ist "The Walking Dead" eben viel umfangreicher und größer angelegt.


SLAM: Nach welchen Kriterien wählt ihr die Stoffe aus, die ihr veröffentlichen wollt? Gibt es da auch persönliche Steckenpferde, die man unbedingt herausbringen will, für die aber die Chancen am Markt nicht so gut stehen?

(C) Cross Cult Verlag / The Walking Dead 13 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAM: Die Titel sollten vor allem in unsere "Stammgenres" passen, also Horror, Krimi/Thriller, Fantasy und Science Fiction und/oder sie sollten Bezug zu einem Film oder einer TV-Serie haben, das erleichtert das Marketing. Aber wir machen natürlich auch Ausnahmen, wenn sich etwas anbietet, wie Ende letzten Jahres die tolle Neuausgabe von "The Rocketeer". Natürlich haben wir in der Redaktion Steckenpferde, die wir gerne herausbringen möchten, die aber entweder bereits von anderen deutschen Verlagen "belegt" sind oder deren Herausgabe einfach zu riskant ist. Auch wir sind da mit den Jahren etwas vorsichtiger geworden. Wenn eine Verfilmung floppt, wie die von "The Surrogates", hilft auch der beste Comic nichts beziehungsweise schadet es dem Comic sogar.


SLAM: In welche Richtung geht es bei euch jetzt weiter? Plant ihr für die Zukunft, weitere Schwerpunkte zu setzen, in deren Richtung sich das Verlagsprogramm entwickeln wird?

AM: Derzeit liegt (C) Cross Cult Verlag / Eric Powell und Filip Kolek / Zum Vergrößern auf das Bild klickenunser Schwerpunkt vor allem im ordentlichen Fortführen der laufenden Comic-Serien, dazu hin und wieder ein Einzelband wie diesen Sommer die Coming-Out-Saga "Stuck Rubber Baby", und nebenbei wollen wir ja auch noch unser Romanprogramm weiter ausbauen, das bislang aus "Star Trek", "Primeval" und "Torchwood" besteht.


SLAM: Inwiefern hat sich der Umgang mit den Medien für euch in den letzten zehn Jahren verändert? Ist es aus eurer Sicht leichter geworden mit Comics und Graphic Novels bei Journalisten auf Interesse zu stoßen?

AM: (C) Cross Cult Verlag / Sin City 1 Neuauflage / Zum Vergrößern auf das Bild klickenLeicht ist das nie, weil viele Zeitungen und Zeitschriften redaktionell einen weiten Bogen um das Thema Comic machen. Wenn überhaupt, dann sind für überregionale Tages- oder Wochenzeitungen eher "anspruchsvolle" Graphic Novels interessant – und von denen haben wir nicht so viele im Programm. Wir setzen ja mehr auf Unterhaltung. Unsere rege Presseabteilung schafft es aber oft, bei Musik- und Filmzeitschriften, Männermagazinen, Stadtmagazinen und ähnlichen Heften auf Interesse zu stoßen. Über die Jahre unverändert ist die Tatsache, dass es auf das Thema ankommt. So etwas wie "Sin City" hat alle bewegt, auch "Jakob" und "Chew" liefen pressemäßig sehr gut. Am meisten gebracht hat uns aber mal ein halbseitiger Artikel auf der Rückseite der "Bild" über "Lost Girls". Da hat sich innerhalb von ein paar Tagen die halbe Auflage abverkauft – und das von einem Titel, der mit 75 Euro nicht gerade günstig ist.


SLAM: Eine Frage aus persönlichem Interesse: Darf man auf absehbare Zeit auf weitere Titel zu "Alien(s)" und "Predator(s)" hoffen?

AM: Das ist noch nicht klar. Diese Themen sind gerade nicht so gefragt, weil sie im Kino und TV nicht präsent sind. Der "Predators"-Film letztes Jahr war ja leider kein Hit.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #
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