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SLAM #107 mit Interviews und Storys zu SONS OF APOLLO +++ MIDNIGHT +++ TRAIL OF DEAD +++ KOPFECHO +++ RAISED FIST +++ BOHREN & DER CLUB OF GORE +++ MONO INC. +++ FOLKSHILFE +++ APOCALYPTICA +++ u.v.m. +++ plus CD mit 10 Tracks! Jetzt am Kiosk!

Interview mit ITCHY POOPZKID

Sie zählen zur neuesten Entdeckung von MTV-Deutschland. Die Rede ist von ITCHY POOPZKID. Drei Punkrocker aus Eislingen machen sich auf, die Welt zu erobern. Derzeit sind sie mit ihrem neuen Album "Time To Ignite" auf Tour und statten sowohl Deutschland, Österreich als auch der Schweiz rockige Besuche ab. Wir baten die drei sympathischen Kerle zum SLAM-Interview.

ITCHY POOPZKID (c) Stephanie Bürgler / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBei euch geht’s ja momentan richtig turbulent zu! Ihr werdet von MTV gespielt, bei TRL, Rockzone und auch einen MTV-Bandtrip gab es. Wie hat sich euer Leben dadurch verändert?
Daniel: Soviel hat sich jetzt eigentlich gar nicht verändert, außer dass wir nun selber auf Tour fahren können und auch hier und da mal ein paar Leute kommen. Also, es kamen ja immer schon ein paar Leute, aber es ist halt schon ein Unterschied, ob am Abend zwanzig Leute da sind oder fast immer über 200. Ansonsten ist alles wie früher. Wir sind nicht reich geworden – noch nicht – das denken nämlich immer viele, dass, wenn man auf MTV läuft, man auch sofort viel Geld hat. Nein, das haben wir nicht!
Sibbi: Für uns ist es halt krass, dass unsere Videos im Fernsehen laufen. Es ist immer noch so unfassbar und dass wir die Show Bandtrip hatten – es ist immer noch lustig für uns, diese Sachen anzusehen.

ITCHY POOPZKID (c) Anja Prietl / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBereut ihr es, oder habt ihr es mal bereut, dass ihr keinen Beruf erlernt habt?
Sibbi: Naja, wir leben jetzt erst seit zwei Jahren von der Musik, aber wir haben es eigentlich nie bereut nichts gelernt zu haben. Das war bei uns ein stetiger Prozess, der Gott sei Dank immer bergauf ging. Wir wissen ja nicht, was nächstes Jahr sein wird… Vielleicht kommt dann keiner mehr auf unsere Konzerte.
Daniel: Ist ja nicht so, dass wir eine gesicherte Zukunft haben. Im Hinterkopf hat man natürlich immer ein bisschen Bedenken: Was ist, wenn es irgendwann gar nicht mehr läuft? Aber im Moment freuen wir uns einfach, dass es gut läuft. Jetzt machen wir seit sieben Jahren zusammen Musik und es war halt immer so, dass es immer ein Stück bergauf ging. Nicht so von zwei Prozent auf Hundert sondern Stück für Stück und wir finden diese Entwicklung ganz gut. Vielleicht fällt man dann auch nicht wieder so schnell tief runter, wenn man sich das langsam aufbaut.
Sibbi: Aber bereuen tun wir auf jeden Fall nichts!

ITCHY POOPZKID (c) Anja Prietl / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSteckt ihr euch feste Ziele oder lasst ihr alles auf euch zukommen?
Daniel: Wir möchten auf jeden Fall noch ganz lange zusammen Musik machen, das ist das Hauptziel. Wenn wir in zwanzig Jahren in der gleichen Besetzung spielen und wir immer noch herumfahren und wir immer noch halbwegs unser Geld verdienen, dann ist alles super für uns. Letzte Woche haben wir in Stuttgart in der Röhre gespielt, also nicht weit von unserer Heimatstadt und das ist der Club in dem wir früher immer Bands angeschaut haben. Das Konzert war ausverkauft und da hätte ich nach dem Konzert fast geheult Backstage, weil das echt so ein Kindheitstraum war. Es ist aber nie so, dass wir uns nach so einem erreichten Ziel denken: Ja und jetzt? Es gibt tausend Sachen, die wir noch machen wollen und hoffentlich können. Irgendwann mal im Ausland touren, vielleicht sogar nach Japan, mal gucken was kommt…

Wie handelt man bei soviel Tour und Studiozeit Familie, Freunde und Freundin?
Tobi: Freunde haben wir ja diesmal alle dabei.
Sibbi: Ja, das ist wirklich gut auf dieser Tour. Alle Freunde, die wir haben fahren mit uns und…
Daniel: Das spricht jetzt nicht für uns, weil wir nur zu neunt unterwegs sind... *Gelächter*
Sibbi: Lieber ein paar gute, als ganz viele Halbfreunde! Denen haben wir allen Pseudo-Jobs gegeben, einer muss Kisten schleppen – das ist der Max – damit alle mit uns mitfahren können. Somit haben wir eine super Truppe dabei und es ist eher wie eine Klassenfahrt.

ITCHY POOPZKID (c) Anja Prietl / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBezeichnet ihr euch selbst als CD- oder als Live-Band?
Sibbi: Auf jeden Fall Live-Band! Das war der Grund, warum wir das überhaupt alles machen und wird es auch immer bleiben. Natürlich ist die Studiozeit auch schön, aber für uns ist live spielen das ein und alles und darauf freuen wir uns immer. Die Herausforderung ist, das Live-Band-Artige auf CD zu pressen!
Daniel: Oh, das war ein guter Satz!!
Sibbi: Ja, das können wir uns ja mal fürs nächste Album vornehmen!

Ihr tourt ja hauptsächlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Gibt es da markante Unterschiede zwischen dem Publikum?
Sibbi: Ne, es gibt eigentlich keinen Unterschied. Es gibt von Konzert zu Konzert Unterschiede, eben auch innerhalb von Deutschland oder Österreich. Es ist jeden Abend anders, aber so pauschal kann man eigentlich keinen Unterschied feststellen, finde ich. Doch, in der Schweiz wird halt am meisten gekifft!
Daniel: Das stimmt! Das ist echt beängstigend. Da hängen auch Backstage Zettel auf denen draufsteht: Nicht rauchen! Only weed!
Sibbi: Solange die Leute tanzen, ist uns echt egal, wo wir sind.
Daniel: Ja, die müssen nur Bock haben auf das Konzert und wenn sie keinen Bock haben, dann müssen sie sich nach fünf Liedern dazu überreden lassen, Bock zu haben.

ITCHY POOPZKID (c) Stephanie Bürgler / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWas haltet ihr von der momentanten Umbruchstimmung in der Musikbranche? Ihr wisst schon, die Aufregung um`s neue RADIOHEAD-Album und die Absage der NINE INCH NAILS an sämtliche Labels...
Daniel: Es ist schwierig. Jeder sucht momentan nach einem Mittel, die Branche irgendwie zu retten, einen neuen Weg, die Leute wieder dazu zu bewegen für Musik zu bezahlen. CDs werden nun mal immer weniger gekauft und ich bin gespannt, wann die erste Idee zündet und ob überhaupt mal eine kommt, denn ich kann es mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen. Ich glaub die Leute haben sich daran gewöhnt, dass man, wenn man Musik haben möchte, diese kostenlos irgendwo her bekommt.
Tobi: Für die Jüngeren ist es halt schon ganz normal, dass sie ins Internet gehen und sich dort Musik laden. Die gehen nicht mehr in den Laden.
Sibbi: Wir wissen noch, wie das war, drei Monate auf eine CD zu warten, sie am ersten Tag zu kaufen und dann zwei Monate lang am Stück anzuhören. Jetzt haben wir Myspace und ähnliches, was natürlich super ist für Bands. Aber auf der anderen Seite kann man da eben tausend Punkrockbands aus z.B. Wien hören, wenn man möchte und man ist einfach ITCHY POOPZKID (c) Anja Prietl / Zum Vergrößern auf das Bild klickenüberflutet von der Vielfalt und Auswahl. Es ist nicht mehr so, dass man sich auf eine Band konzentriert, sondern man hört ein Lied von der und ein Lied von der anderen usw. Deshalb werden von einer bestimmten Band dann sicher weniger CDs verkauft. Früher war es halt nicht möglich, dass jeder eine unbekannte Band hören kann – wenn jetzt jemand z. B. eine super Single auf Myspace stellt, dann kann diese die ganze Welt hören. Es gibt bei allem Vor- und Nachteile.
Daniel: Ich möchte auf jeden Fall nächstes Jahr wieder eine physische CD rausbringen – allein für mich – damit ich sie in der Hand haben kann, mit einem Booklet und mit Texten drinnen und Fotos, weil ich das persönlich schöner finde, als nur MP3s zu haben.

Weihnachten steht vor der Tür! Was wünscht ihr euch?
Sibbi: Weltfrieden, ein Pony…
Daniel: Hmmmmmmm, muss es was Materielles sein? Dann wünsch ich mir, dass wir nächstes Jahr ein gutes Album aufnehmen.
Sibbi: Ich wünsch mir, dass wir alle gesund bleiben!
Daniel: Dass ihr gesund bleibt!
Sibbi: Wir sind eigentlich wirklich eine recht glückliche Band. Uns geht’s allen gut und wir sind sehr glücklich mit der Situation.
Daniel: Da sollen sich lieber andere was wünschen dürfen, uns geht’s gerade wirklich recht gut.

###Anja Prietl###
(November 2007)
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