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Interview: Robert Venditti und Robert Weldele

Die Macher der Graphic Novel, die als Vorlage für den Kinofilm "The Surrogates" dient, standen uns Rede und Antwort.

robert_venditti / Zum Vergrößern auf das Bild klickenbrett_weldele / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIm Februar 2010 läuft der neue Bruce Willis-Streifen "The Surrogates" auch hierzulande in den Kinos an. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse sprachen wir mit Robert Venditti (Autor) und Brett Weldele (Zeichnungen, Farben) über Fanboy-Traumkarrieren, Tapeguns und natürlich ihr fantastisches Science Fiction-Werk.


SLAM: Was sind eure Impression von der Frankfurter Buchmesse, den deutschen Fans, dem Feedback der Leute?

Robert Venditti: Wir sind wirklich enthusiastisch seit wir hier sind. Egal mit wem wir gesprochen haben, seien es Fans oder die Presse, man hat das Gefühl dass die Leute das Buch gelesen und wirklich darüber nachgedacht haben. Und nicht sagen: "Oh, das war eine nette Story, spaßig oder was auch immer", sondern wirklich über den Subtext der Story nachgedacht haben, um etwas davon mit nach Hause zu nehmen und im Kopf zu behalten. Das ist eine sehr zufriedenstellende Situation für einen Autoren, wenn die Leute auf diese Art ansprechen.

Brett Weldele: Das Feedback hier ist fantastisch. Es ist großartig, wir haben schon Probleme genug Nachschub an Büchern zu bekommen – da ist viel mehr los als bei jeder anderen Convention die wir in den Staaten haben. Die Leute sind sehr begeistert über das Buch und es ist irgendwie irreal.


SLAM: Robert, man kann sagen dass deine bisherige Karriere eine Art wahrgewordener Traum eines Comic-Fanboys ist. Soweit ich weiß hast du ja erst um das Jahr 2000 herum begonnen Comics zu lesen, mit "Astro City" von Kurt Busiek. War das ein bedeutender Einfluss auf die Entscheidung, deine Ideen und Konzepte in genau diesem Medium mit seiner vereinten Kraft von Schrift und Bild umzusetzen?

RV: Als ich klein war wollte ich ein Trickfilmzeichner sein. Ich habe probiert zu zeichnen, war aber nicht wirklich gut dabei – also habe ich begonnen Geschichten zu schreiben, um mit meinen Worten das zu beschreiben was ich mit meinen Händen nicht zeichnen konnte. Deshalb habe ich mich auch mit Comics so lange nicht beschäftigt, bis mich ein Freund 2000 darauf gebracht hat und ich dafür Feuer fing. Hier hatte ich das Medium, in dem ich meine Worte jemanden geben konnte, der sie visuell umsetzt. Damit bin ich meiner ursprünglichen Ambition, Trickfilmzeichner zu sein, so nahe wie möglich gekommen. Die visuellen Aspekte von Comics haben mich also förmlich angesprungen und einen Traum in Erfüllung gehen lassen.


SLAM: Wir haben ja etwas gemeinsam. Ich habe auch in der Poststelle eines Verlags angefangen zu arbeiten.

RV: Also hast du auch die Tapegun benutzt, Kumpel. Wieviele Schachteln hast du gepackt?


SLAM: Oh, keine Ahnung, Tonnen. Nein, ich war eher so eine Art Postbote.

RV (lacht): Naja, wir können ja trotzdem ein Tapegun-Duell machen, das wäre was!


SLAM (lacht): Tja, und jetzt schreibe ich über Bücher und Comics von Leuten wie dir und Brett. Bei Top Shelf hast du ja auch die dort verlegten Graphic Novels "From Hell" und "Lost Girls" gelesen...

RV: Sicher, ja.


SLAM
: Wie fühlt es sich nun an, selbst etwas geschaffen zu haben, dass jetzt deine Leser inspiriert selbst kreativ zu sein, egal ob das nun Comics, Science Fiction oder etwas anderes ist? Gibt es da irgendeine Art "Wir geben die Fackel weiter"-Feeling?

RV: Einfach, dass wenn jemand das Buch gelesen hat, es egal ist ob er ein Filmstudio hat oder was auch immer, er seine Möglichkeiten und Ressourcen auf jeden Fall nützen sollte um das Beste daraus zu machen, um was auch immer es sich dann konkret handelt. Aber um es auf den vorher angesprochenen Punkt "Fanboy-Traum wird Wirklichkeit" zurückzubringen, glaube ich dass es damals in der Poststelle auch nicht deine höchste Ambition gewesen sein wird zu sagen, dass Schachteln packen alles ist was du tun willst. Du hast gedacht es ist eine Möglichkeit, und das habe ich genauso gedacht bei Top Shelf. Es war einfach die Chance, den Job zu anzunehmen, über die Comicindustrie zu lernen und Leute kennenzulernen, die mir dabei helfen einen Weg zu finden bis zu dem Punkt, an dem ich Geschichten schreiben kann. Ich glaube es ist eine wertvolle Lektion, die Chancen so zu nehmen wie sie kommen und das Beste daraus zu machen.


SLAM
: Kommen wir nun auf "Surrogates" selbst zu sprechen. Ihr thematisiert darin den sozialen Kontext von Virtual Reality, dem Streben der Menschen nach Schönheit und ewiger Jugend, Anonymität im Internet…

RV: Mehr als das – die Art wie Technologie heutzutage benutzt wird und unsere Vorstellungen und Identität neu definiert werden. Es geht darum wie das Internet unsere Konzepte von Rasse, Identität, Geschlecht und so weiter verändert und dieser Wechsel durch die Verbindung der Leute zum Internet dort stattfindet und letztendlich nicht mehr in der realen Welt.


SLAM: Brett, soweit ich weiß war "Surrogates" dein erstes umfangreiches Comic-Projekt. Du hast an den "Southland Tales" und der "B Sides"-Miniserie für Marvel gearbeitet, ich habe auch aufgeschnappt dass dein Artwork manche an den jungen Bill Sienkiewicz erinnert. Die Atmosphäre des Buchs ist sehr düster und pessimistisch, hast du je daran gedacht die Farben ganz wegzulassen und mit schwarz-weiß die Crime noir-Komponente verstärkt zu betonen?

BW: Ich wollte unbedingt Farben verwenden. Frühere Arbeiten habe ich in schwarz-weiß gemacht, weil das zu der Zeit einfach eine Vorgabe des Verlegers war. "Surrogates" war also eine tolle Gelegenheit meine zeichnerische Bandbreite auf farbiges Artwork auszuweiten. Farbe ist für mich die finale Zutat zu der ganzen Mischung – ich kann hier einfach Aspekte der Zeichnungen mit Farben leichter ausdrücken als ohne und meine Ideen besser kommunizieren als wenn es bloß ein Comic in scharz-weiß wäre.


SLAM: Was sind abseits der Arbeit an "Surrogates"-Material gemeinsam mit Robert deine Zukunftspläne? Woran arbeitest du gerade?

BW: Momentan an einem gemeinsamen creator-owned Horror-Comic mit einem Freund von mir [Nathan Edmondson, Anm. der Red.] mit dem Namen "The Light", und es ist eine "low level" John Carpenter’sche Horror-Thriller-Story. Ich war zeitlebens ein großer Fan von Horror und wie ich das jetzt verwirklichen kann ist großartig.


SLAM: Ich habe gehört dass du auch von Science Fiction-Klassikern wie "Alien", "Predator" und "Terminator" sehr angetan bist. Irgendeine Chance, dich in Zukunft an solchen Stoffen arbeiten zu sehen?

BW: Wenn ich die Möglichkeit dazu bekäme, würde ich das auf jeden Fall machen, klar! Das wäre fantastisch.

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
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