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James Bond 007 9

Selbst ein später perfekter Geheimagent musste seine Lektionen lernen. Im Fall von 007 im Zweiten Weltkrieg, wo jeder Fehler den Tod bedeuten kann…

(C) Splitter Verlag / James Bond 007 9 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit längerem schon dürfte Hollywood das Produzieren von Prequels als künstlerisches Allheilmittel für angeblich oder tatsächlich kränkelnde Franchises zu begreifen. Über die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung lässt sich trefflich streiten, was hier aber nicht weiter vertieft werden soll. Fakt ist jedoch, dass der Trend zur Vorgeschichte nun auch die 007-Comics erreicht hat, die seit einigen Jahren jenseits des Atlantiks erscheinen und konstant gute bis exzellente Qualität weit über den Charakter als Lückenfüller bis zum jeweils nächsten Leinwandabenteuer hinaus liefern. "James Bond Origins" nennt sich die zwölfteilige Serie, mit welcher der derzeitige Lizenzinhaber IDW ebendies bewerkstelligen wollte.


Als neunter Band der bei Splitter verlegten deutschen Fassung lassen uns die ersten sechs Kapitel Bekanntschaft mit dem blutjungen Bond schließen, der im Jahr 1941 unvermittelt den von der deutschen Luftwaffe entfesselten Blitzkrieg am eigenen Leib erfahren muss und dank seiner Intelligenz und Tatkraft die Aufmerksamkeit genau der richtigen Personen erregt. Auf eine besondere Empfehlung hin wird der Schüler in ein streng geheimes Trainingsprogramm gesteckt, dessen Ansprüchen nur die wenigsten genügen. Der erst 17-Jährige überzeugt auch hier durch Cleverness und Einsatzbereitschaft im Dienst für sein Land, doch Trockenübungen sind nichts gegen den Sprung ins kalte Wasser. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der frischgebackene Agent wird an Bord eines U-Boots direkt ins Kriegsgeschehen geworfen.


Im Gegensatz zu so mancher saurer Prequel-Gurke im Kino ist die Story von Jeff Parker ("Hulk", "Batman '66") ein klarer Volltreffer und bringt neben dem Spionageaspekt auch ein Genre aufs Tapet, das hierzulande stets ein Schattendasein fristete und heutzutage gefühlt nur mehr von Garth Ennis ("Preacher", "Punisher", "Rover Red Charlie") bedient wird – den Kriegscomic. Der Dreiteiler "Rocket Sea" fügt sich als Mittelteil wunderbar in die als Klammer dienende Geschichte rund um einen von den Nazis verfolgten Deserteur mit wichtigen Kenntnissen um das V-Waffen-Programm ein, das im sechsten Kapitel aus der Sicht der toughen Portugiesin Izabel wieder aufgegriffen wird. Gegen das Artwork von Bob Q ist ebenfalls nichts einzuwenden, sodass 007-Aficionados einmal mehr getrost zugreifen können und auch sollten.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Splitter Verlag



 



 
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