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Johnny Sinclair 6

Kaum ist Millie von ihrer rätselhaften Krankheit geheilt, muss sich Johnny bereits weiteren Herausforderungen stellen.

(C) Folgenreich/Universal Music / Johnny Sinclair 6 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEigentlich sollte Johnny mit sich und seiner Arbeit als Geisterjäger mehr als zufrieden sein. Mithilfe von Erasmus von Rothenburg und Russell ist es ihm gelungen, seine Freundin und Klientin Millie von ihrer merkwürdigen Krankheit zu heilen. Zudem konnte man das mysteriöse Leiden von Russells Vater beenden, das durch den Voodoozauber eines unzufriedenen Angestellten ausgelöst worden war. Doch trotz der offensichtlichen Erfolge gibt es eine Menge offener Fragen, die es zu klären gilt. Johnny ist unsicher, ob er Erasmus wirklich vertrauen kann, denn der Schädel hat ohne seine Zustimmung den Geist des Highlanders wiedererweckt und scheint auch andere Dinge vor ihm verbergen zu wollen.


Zwar ist Millie geheilt, doch wer ist eigentlich für ihre Erkrankung und die anderen nächtlichen Vorkommnisse verantwortlich? Johnny ist fest entschlossen Licht ins Dunkel zu bringen. Eine heiße Spur führt auf den Friedhof von Black Tooth. Gemeinsam mit Millie und Russell dringt er von dort in ein unterirdisches Gangsystem vor und erlebt eine böse Überraschung. Unter dem alten Gräberfeld haust ein Gegner, der an Gefährlichkeit alle bisherigen um Längen in den Schatten stellt. Ohne Vorwarnung befinden sich die drei Freunde plötzlich in Lebensgefahr.


Der abschließende Part eines Mehrteilers verspricht üblicherweise der spannendste und temporeichste einer Geschichte zu werden, da an dieser Stelle die Fäden einer Handlung hoffentlich zu einem unterhaltsamen und nachvollziehbaren Ende gebracht werden. Wenn man die beiden bisherigen Folgen von "Dicke Luft in der Gruft" exemplarisch als Beispiel heranzieht, stellt sich alsbald die Frage, wie um Himmels willen man die beiden vorherigen Episoden noch an Spannung und Ideenreichtum überbieten kann? Tatsächlich ist dies schnell beantwortet: Mit Leichtigkeit, denn der abschließende Teil toppt die beiden vorangegangenen nochmals in allen Belangen.


So wird endlich offenbart, wer sich für die übersinnlichen Ereignisse verantwortlich zeigt und eine Auflösung präsentiert, die so sicherlich nicht zu erwarten gewesen wäre. Insbesondere das letzte Drittel der Geschichte zeichnet sich durch ein enormes Tempo aus, das den unheimlichen Momenten unter den Friedhof und den nervenaufreibenden Abenteuern im unterirdischen Labyrinth geschuldet ist. Ein großer Pluspunkt der Story ist hier der sehr abwechslungsreiche und wirklich innovative Kampf gegen das Böse, der die ausgetretenen Pfade verlässt und neuen, kreativen Ideen den Vorzug gibt.


Insgesamt bleibt festzuhalten, dass es gelungen ist, die dichte Atmosphäre des Buchs ohne Probleme ins Hörspiel zu transferieren und die Spannung an mancher Stelle, im Unterschied zur Vorlage noch zu erhöhen. Obwohl wir es mit dem düstersten und sicherlich auch spannendsten Teil der Trilogie zu tun haben, kommen auch hier die humorvollen Momente nicht zu kurz, dies ist einerseits den lockeren und auf den Punkt gebrachten Dialoge der Geisterjäger untereinander und andererseits Eramus als Erzähler geschuldet.


Die Geräusche kommen erneut eher zurückhaltend zum Einsatz, schaffen es aber an den richtigen Stellen, die Stimmung einer Szene zu betonen und hervorzuarbeiten. Die Musikstücke sind dieses Mal sehr relaxter, manchmal jazzig angehaucht und offerieren einen warmen Big Band-Sound, der aber absolut passend zu den Dialogen und der vorherrschenden Atmosphäre der jeweiligen Szene daherkommt.  "Johnny Sinclair" ist tatsächlich eine jener Serien, wo man das Gefühl hat, dass sich die Sprecher mit jeder Folge noch zu steigern scheinen, da ihnen die Geschichte ebenso viel Spaß bereitet wie den Hörern.


Zählte man Millie Edwards bisher eher zu den Nebencharakteren der Serie, ändert sich das nun schlagartig. Die neue Breite, die man der Figur nun einräumt, wird problemlos und beeindruckend von Sarah Madeleine Tusk ausgefüllt, die zeigt wie viel Potenzial in ihrer Stimme und ihrer Rolle steckt. Wolf Frass ist einmal mehr eine feste Bank als Erasmus von Rothenburg, der als Erzähler und Protagonist humorvoll und pointiert durch das Geschehen führt.


Dirk Petrick ist nun endgültig in seiner Rolle als Johnny Sinclair angelangt und schafft es mit seiner Stimme, der Hauptfigur die Präsenz und den Raum zu bieten, die ihr zusteht und dies alles mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. In weiteren Rollen sind unter anderem Leon Blaschke, Lène Calvez und Sven Plate zu hören, die alle weit davon entfernt sind, mit Routine zu agieren, sondern mit viel Herzblut bei der Sache sind. "Dicke Luft in der Gruft" geht mit genau dem furiosen Finale, das man sich gewünscht hat und kaum Wünsche offenlässt, zu Ende. So freut man sich bereits jetzt auf die Bearbeitung des dritten Romans.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Folgenreich/Universal Music




 


 
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