SLAM Logo
© SLAM Media
SLAM #107 mit Interviews und Storys zu SONS OF APOLLO +++ MIDNIGHT +++ TRAIL OF DEAD +++ KOPFECHO +++ RAISED FIST +++ BOHREN & DER CLUB OF GORE +++ MONO INC. +++ FOLKSHILFE +++ APOCALYPTICA +++ u.v.m. +++ plus CD mit 10 Tracks! Jetzt am Kiosk!

JULIA


Die Jungs von Nebenan wollen hoch hinaus

julia041sw2004_150 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn den Wiener Vororten ist etwas in Bewegung. JULIA schallt es, mal geflüstert, mal gebrüllt durch die Straßen und Gassen. Das mag ja für viele unserer geschätzten Leser exotisch klingen. Für die beiden Verfasser dieser Zeilen allerdings nicht.

JULIA, das sind die Jungs, die neben uns am Fußballplatz gelitten haben als der "Wiener Sportclub" mal wieder abgestiegen ist. JULIA, das sind die Jungs in der Stammkneipe mit dem Bier in der Hand, die Typen mit dem Gitarrenkoffer in der Straßenbahn Richtung Dornbach und mittlerweile wohl als so etwas wie Local Heros zu bezeichnen (oder eh schon mehr?). Und die Jungs wollen`s wissen. Kaum eine Band hat derart viele Gigs - selbst in den entlegensten Gebieten der zweiten Republik - absolviert, wie die Herren dieser Band. Die Finger wund gespielt, den Arsch aufgerissen und die Seele aus dem Leib gerockt, bescheren uns JULIA nun ihr Debut "Songs About Decay" (Kritik im Reviewteil). Und lasst es euch gesagt sein: Dieses Album rockt. Es kommt nicht von ungefähr, dass man in letzter Zeit auf immer mehr JULIA T-Shirt-Träger stößt (nicht nur in der Straßenbahn Richtung Dornbach), und in den einschlägigen Rockclubs Wiens immer öfters aus Gesprächsfetzen das Wort JULIA aufschnappt (meist handelt es sich dabei auch wirklich um eben diese Rockband, und nicht um irgendeine rothaarige Schönheit). Dem Versuch der Objektivität hoffentlich gerecht werdend, haben wir uns daher erlaubt Sänger Matthias und Bassist Alex zum Interview zu bitten.


Erstmal Respekt und Anerkennung für das Album. Ihr habt ja auch gleich mit einem Major, nämlich BMG, einen Vertriebspartner gefunden. Die sind ja nicht unbedingt bekannt dafür Newcomern etwas zu schenken. Sprich, diese Kalkulierer erwarten sich ja auch viel von euch.

Alex:
Danke für das Lob. Ja stimmt, Die Verhandlungen mit BMG waren wirklich mühsam bis ernüchternd. Wir hielten es nicht zuletzt deshalb für besser auf einem Indie, nämlich "monkey.music" zu veröffentlichen. Trotzdem wollten wir aber nicht auf die Vertriebsstrukturen eines Majors verzichten. Ein guter Vertrieb ist ja keine schlechte Sache. Dazu kommt, dass wir uns als erste "monkey"-Band gut betreut und ausgesprochen wohl fühlen.

Gut, lassen wir Majors mal Majors sein. Ich habe in den letzten Jahren über Umwege immer wieder Demos von euch gehört und euch gelegentlich auch mal live gesehen. Habt ihr nicht irgendwann im Jahre Schnee mal als Coverband angefangen?

Matthias
(grinst): Ja richtig. PANTERA übrigens auch. Ist schon komisch, wenn man jetzt so zurückblickt, was sich so alles entwickelt hat. Fast schon ein Clichè. Wir haben uns aber auch richtig reingehängt. Geprobt, ca. 200 Gigs gespielt und herumorganisiert wie die Verrückten. Die Band ist uns eben extrem wichtig.

Ich habe gehört, dass ihr soeben einen Videodreh für "Estelle", eines der besten Lieder auf eurer Platte, gemacht habt. Wann und wo wird der denn zu sehen sein?

Matthias:
Der Videodreh war eine nette Erfahrung. Wir haben mit Peter Tilg im Wohnzimmer meines Opas gedreht, war wirklich nett. Mein Opa hat sogar noch für alle Burenwürste gekocht. Das Video wird voraussichtlich Anfang Februar fertig, und auf GoTv und hoffentlich noch auf anderen Sendern zu sehen sein.

Werdet ihr das neue Album auch betouren?

Alex:
Wir werden ein paar Einzelshows in den größeren Städten, wie Linz, Wien etc. spielen, aber natürlich auch, ganz nach unserer Art, ein paar regionale Gigs. Zu Ostern gehen wir dann gemeinsam mit ZERONIC auf Tour.

Wieso heißt euer Album eigentlich "Songs About Decay"?

Matthias:
Hm, also pauschal beantwortet geht es um Liebe und Tod im Allgemeinen, und um den Verfall unserer Hoffnungen im Speziellen. Die Anfangsbuchstaben ergeben jedenfalls das Wort SAD - reiner Zufall natürlich. Dennoch sehe ich das Album in einem positiven Zusammenhang. Grundsätzlich bin ich ja Optimist.

Ihr habt euch ja jetzt mit "Songs About Decay" und außerdem viel Einsatz ein gutes Fundament erarbeitet. Wie ist denn jetzt eure Erwartungshaltung?

Alex:
Unser Hauptaugenmerk liegt natürlich darauf, den Leuten unser aktuelles Album näher zu bringen. Wir konzentrieren uns im Moment sehr auf Österreich, da das Album ja vorerst nur hier erscheint. In weiterer Folge ist es natürlich auch unser Ziel in Deutschland und der Schweiz Fuß zu fassen. Erste Schritte in diese Richtung sind ja schon passiert. Wir spielen uns gerade unsere Ärsche in Kleinclubs und Jugendzentren in Süddeutschland ab, und auch ein Deutschland-Release des Albums
scheint erstmals in greifbarer Nähe...

Matthias: Ich persönlich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit "monkey.music", soviel Publikumskontakt wie möglich und grundsätzlich natürlich auf eine gute Zeit. Wobei ich mir diesbezüglich aufgrund der Bandchemie keinerlei Sorgen mache. Und 2004 wird ein gutes Jahr -  wie gesagt, ich bin Optimist...

Zum Abschluss noch meine dämliche Standardfrage: Angenommen ihr wäret Fußballspieler. Auf welcher Position würdet ihr spielen?

Alex: Spieler? Nein, ich wäre Manager und würde dafür sorgen, dass da in der Tabelle was weitergeht. Genau wie Ulli Hoeneß.

Matthias: Meine Position wäre wohl auf der Ersatzbank. Bin ein erbärmlicher Spieler - selbst beim Tischfußball. Unser Schlagzeuger Sushi wäre wahrscheinlich Stürmerstar und der Korl wär der kleinste Torwart der Welt. JULIA als Ganzes gesehen wäre aber vermutlich solider, offensiver Mittelfeldspieler, mit dem Drang ein Tor zu schießen.

www.julia.co.at

Christian Benedict & Gregor Riefler
Das gefällt mir! Weiter-tweeten

"Und jetzt haben wir zum ersten Mal viel Zeit in einem Majorstudio verbracht."

In Lust We Trust

Wer oder was, bei den klappernden Schenkeln der Huren von Kalderasch, ist IAMX?

Frauen sind das Tollste, was der liebe Gott jemals gemacht hat.

"den Leuten zu zeigen an sich selbst zu glauben"

"...das ist erst der Anfang."
Rock Classics
Facebook Twitter Google+