Königin der 1000 Jahre 1 & 2
So schnell kann’s gehen: Gestern noch die Schulbank gedrückt, heute schon im Weltall unterwegs!

© Carlsen Verlag
Bereits 2023 kehrte die 42-teilige Fernsehserie „Königin der 1000 Jahre“ von Toei Animation („Sailor Moon“, „Digimon“, „One Piece“) als HD-Remaster auf die hiesigen Bildschirme zurück, nun lässt sich dank Carlsen auch Leiji Matsumotos Vorlage lesen – und die besonders Aufmerksamen und Detailverliebten können nun auch die Unterschiede zwischen den beiden Versionen aufdecken, die unter anderem Hajime Amamori betreffen. Der Schüler steht im Zentrum der turbulenten Ereignisse, die sich in der ursprünglich zwischen 1980 und 1983 in einer Tageszeitung erschienenen Geschichte im damals noch ein Stück weit entfernten Jahr 1999 in, unter und über Tokyo zutragen.
Den dramatischen Auftakt liefert eine Explosion, durch die Hajimes Eltern ums Leben kommen. Offenbar haben die sogenannten Diebe der 1000 Jahre etwas damit zu tun, auf deren Agenten die Waise von nun an öfter treffen wird. Aus Sicherheitsgründen wird der Junge in einer Sternwarte einquartiert, die sein Onkel leitet. Dieser hat soeben eine unglaubliche Entdeckung gemacht: Offenbar gibt es einen zehnten Planeten im Sonnensystem (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Pluto noch nicht zum Zwergplaneten „degradiert“ worden), der neunmal so groß ist wie die Erde und den Berechnungen zufolge genau am 9. September 1999 um 9:09 und neun Sekunden auf diese treffen wird.

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Der davon nichts ahnenden Menschheit droht der Untergang, den jemand aber vorausgesehen haben dürfte, da Hajime & Co. viele Meter unter der Erde stoßen auf eigens angelegte Behausungen für den Ernstfall stoßen. Bereits zuvor landen ausgerechnet neun Meteoriten in der Nähe der Sternwarte, auf die schließlich auch die Diebe der 1000 Jahre aufmerksam werden. Doch auch in deren Mauern geht Seltsames vor sich, denn Professor Amamoris Assistentin Yukino Yayoi wird des Diebstahls von vier der seltsamen Meteoriten überführt. Und es kommt noch seltsamer: Offenbar handelt es sich bei der hübschen jungen Frau erstens nicht um einen Menschen und zweitens finden sich hinter einer Wand des Ramen-Restaurants, in dem sie mit ihren Eltern lebt, geheime Räumlichkeiten. Ehe sich Hajime versieht, gerät er nicht nur in eine wahrhaft gigantische royale Grabstätte, sondern auch in den Weltraum, um auf der Venus ein ganz besonderes Duell zu verfolgen!
Und damit sind wir noch nicht einmal am Schluss des zweiten Bands, der es wie der Auftakt auf etwas mehr als 200 Seiten bringt, über ein hübsches Aufklappbild verfügt und eine Handlung liefert, die sehr flott voranschreitet. Leiji Matsumotos Artwork ist durchaus eigenwillig, was die Darstellung der meisten männlichen Charaktere angeht, denn deren Gesichtspartie erinnert aus einer „ungünstigen“ Perspektive mitunter eher an die Kauwerkzeuge von Insekten denn an Menschen. Diese amüsante stilistische Eigenart sollte aber kein Hinderungsgrund für die Lektüre der ersten beiden Bände des sympathischen Sci-Fi-Fantasy-Klassikers für alle Altersklassen sein, denen Carlsen noch drei weitere folgen lassen wird.
# # # Andreas Grabenschweiger # # #
Publisher: Carlsen Verlag
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