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Küsten-Krimi 1 & 2

Marieke Kielmann erbt überraschend das Haus eines Hamburger Geschäftsmanns an der Ostsee. Die Freude über das neue Feriendomizil ist jedoch nur von kurzer Dauer.

Küsten-Krimi 1Unerwartet vermacht der bekannte Hamburger Industrielle Siegfried Waldow sein Ferienhaus an der Ostsee der jungen Marieke Kielmann. Doch die letzten Minuten vor seinem Tod werfen Fragen auf. Ereignete sich tatsächlich vor vielen Jahren ein Mord in dem romantisch gelegenen Wohnsitz an der Küste, der bis heute ungesühnt ist? Eine Antwort bleibt Waldow seiner Nachwelt schuldig und nimmt sein Geheimnis mit ins Grab. Marieke bezieht ungeachtet dessen ihr neues Domizil an der Ostsee. Die Freude über das weitläufige neue Haus verfliegt jedoch schnell. Bereits nach wenigen Stunden wird die junge Kindergärtnerin das Opfer eines brutalen Einbrechers. Was hat der Unbekannte in dem seit langer Zeit leer stehenden Haus gesucht?


Mit einem alten Bekannten aus Jugendtagen macht sich Marieke daran, mehr über die Vergangenheit des Hauses und seinen früheren Besitzer zu erfahren. Dabei wird schnell deutlich, dass nicht alle ehemaligen Nachbarn Waldow in guter Erinnerung haben. Ausschweifende Partys mit dubiosen Geschäftspartnern und jungen Mädchen aus dem Hamburger Rotlichtmilieu sind immer noch im Gedächtnis der Menschen. Je tiefer die Nachforschungen gehen, desto deutlicher wird, dass das Haus an den Steilklippen Schauplatz eines furchtbarenVerbrechens wurde. Der Tod eines jungen Mädchens wirft Fragen auf. War es kein tragischer Unfall, sondern kaltblütiger Mord? Marieke und ihr Freund Dominik sind entschlossen, die Wahrheit uns Licht zu bringen, doch jemand hat ein großes Interesse daran, dass die Vergangenheit ruht und ist nur allzu bereits alles Erforderliche dafür zu tun, dass es auch in Zukunft so bleibt.


Im Krimibereich feiern Romane mit einem lokalen Bezug bereits seit längerer Zeit große Erfolge als Subgenre, nun halten Geschichten mit einer Verbindung zu Natur und Menschen einer bestimmten Region auch vermehrt Einzug ins Hörspiel. Nach dem bereits gestarteten "Insel-Krimi" geht nun im Hause Contendo "Küsten-Krimi" an den Start. Als Auftakt wählte man die Romanvorlage "Das Haus am Abgrund" von Mark Freund, der sich auch für das zugrundeliegende Hörspielskript verantwortlich zeigt. Um der Geschichte den erforderlichen Raum zu bieten, wurde die Entscheidung getroffen, sie auf zwei Teile auszudehnen, was der Handlung gut zu Gesicht steht.


Dabei verliert man sich keinesfalls auf Nebenschauplätzen, sondern bietet die Möglichkeit, den Charakteren Tiefe zu verleihen und einigen relevanten Passagen des Plots genug Entfaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Längen wird man deshalb trotz allem vergeblich suchen. Mit dem Etikett Krimi hat man hier tatsächlich die richtige Wahl getroffen, denn auch wenn es durchaus temporeiche Momente gibt, die nicht mit Action und Spannung geizen, geht es etwas gemächlicher zu und man richtet das Augenmerk auf die Klärung eines lange zurückliegenden Verbrechens, wobei die Stilmittel des klassischen Kriminalromans zum Tragen kommen.


Küsten-Krimi 2Der Autor präsentiert seinem Publikum eine ganze Palette an möglichen Tatverdächtigen und schafft es am Ende dennoch bei der Enthüllung des Täters zu verblüffen. Im Verlauf werden immer wieder neue Fährten gelegt, um die Hörer aufs Glatteis zu führen oder weitere gut gehütete Geheimnisse der deutschen Provinz ans Tageslicht zu bringen. Wenn man sich dazu entschließt, seine Geschichten vor einem besonderen Hintergrund zu inszenieren, ist es unerlässlich, das ganz eigene Flair eines bestimmten Ortes oder einer Region angemessen einzufangen. Scheinbar spielerisch schafft dies "Haus am Abgrund": Bereits nach wenigen Minuten wähnt man sich bereits am deutschen Ostseestrand. Es gelingt, den maritimen Charakter der schroffen Küstenlandschaft in die Krimihandlung zu integrieren und eine besondere Stimmung zu kreieren.


Das Gesamtwerk kann kurz und knapp mit dem Begriff authentisch zusammengefasst werden, ohne dass man das Gefühl bekommt, der Autor habe an der einen oder anderen Stelle vielleicht ein wenig dick aufgetragen. Die Soundeffekte wurden klug gewählt und vermögen es, den nordischen Charakter dieser Story angemessen hervorzuarbeiten. Das Sounddesign endet jedoch nicht mit der Gestaltung einer deutschen Küstenlandschaft, auch die übrigen Handlungsorte werden mit viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt. Eine runde Angelegenheit, die keine Wünsche offenlässt.


Nicht wenige dürften bei dem Gedanken an Nord- und Ostsee entfernte Akkordeonklänge im Ohr haben, so verwundert es nicht, dass auch "Das Haus am Abgrund" diesen Weg beschreitet und eine ganze Reihe von entsprechenden Melodien eingeflochten wurden, um den Ort der Handlung noch einmal zu betonen. Ob dies nicht ein wenig zu viel des Guten ist, möge jeder für sich entscheiden, denn auch wenn man sich dagegen verwehrt, trifft es doch genau jenen Ton, der die gesamte Geschichte noch einmal erlebbarer macht.


Christin Marquitan und Detlef Tams schlüpfen in die Rollen von Marieke Kielmann und Dominik Vogt, die fest entschlossen sind, dem Haus des alten Waldow sein Geheimnis zu entreißen. Die Dialoge sprühen von einer natürlichen Leichtigkeit und den beiden Sprechern gelingt es mit Leichtigkeit, durch ihre Arbeit dieses Hörspiel nochmals aufzuwerten. Einen gehörigen Anteil daran haben natürlich auch die vielen anderen bekannten Stimmen, die hier bis in die kleinste Nebenrolle zu hören sind, darunter so klangvolle Namen wie Horst Naumann, Michael Pan, Werner Willening oder Dirk Hardegen. Egal ob Krimi, klassischer Horror oder Mystery in all seinen Facetten, was Contendo anpackt, verwandelt sich in Gold. Ein weiterer Auftakt nach Maß, der Krimifans auf allen Ebenen begeistern dürfte.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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