Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, aber niemand scheint über ein Tatmotiv zu verfügen. Gerade als sich Hark wieder seinen eigentlichen Aufgaben zuwenden will, macht er die Bekanntschaft der Tierärztin Meike Bischoff. Die Ermittlungen der Kriminalbeamten fördert zutage, dass sie das Mordopfer kannte. Viele Jahre bestand kaum Kontakt, was führte die Tote zu dem abgelegenen Haus an der Steilküste? Hagendorns Interesse ist geweckt, insbesondere als er erkennen muss, dass auch seine Familie eine Rolle in dem mysteriösen Fall zu spielen scheint.
Marc Freund dürfte in Hörspielkreisen kein Unbekannter mehr sein, schließlich zeigte er sich in der Vergangenheit bereits für diverse Serien als Autor verantwortlich und erfreut sich gerade bei Krimifreunden großer Beliebtheit. "Knick Geflüster" weicht jedoch von der Norm ab, denn das Skript beruht auf dem gleichnamigen Roman des Autors. Daraus erklären sich gleich mehrere Besonderheiten dieses Hörspiels. Da wäre zunächst die Länge der Story, die sich über zwei CDs erstreckt, was jedoch vollkommen angemessen ist, um der komplexen Handlung den Raum zu geben, den sie benötigt, um sich angemessen entfalten zu können. Hinweise auf die Identität des Mörders deuten in die verschiedensten Richtungen und nicht selten wird der Hörer gekonnt auf eine falsche Fährte geführt.
Dann wäre da noch die angenehme Tiefe der agierenden Charaktere, welche die vorliegende Produktion wohltuend von vielen anderen abhebt. Die Motivation der verschiedenen Personen ist zu jeder Zeit schlüssig und gibt trotzdem die Möglichkeit für Spekulation beim Publikum, wer der Mörder sein könnte. Um zusätzliche Tiefe beim Plot zu schaffen, wählt man die Perspektive eines Ich-Erzählers, in diesem Fall Hark Hagendorn, um den Fall zu schildern und zusätzlich Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Hauptfigur zu liefern.
Die musikalische Gestaltung wird einerseits von der markanten Titelmelodie geprägt, die den Hörer direkt auf die maritime Umgebung der Handlung einschwört, und andererseits durch eine gute Auswahl an weiteren Kompositionen, die auf die jeweiligen Szenen abgestimmt sind und die vorherrschende Stimmung betonen. Die Soundeffekte fangen die besondere Atmosphäre der Ostsee ebenso gut ein wie die kalte Kulisse der Winterlandschaft und den Klang der ganz profanen Dinge des Alltags, die es in Szene zu setzen gilt.
Die Liste der Sprecher fällt nicht eben kurz aus, aber zuerst muss man hier Marc Bremer nennen, der mit seiner warmen und tiefen Stimme dieser Produktion seinen Stempel aufdrückt und eine glaubwürdige Interpretation von Hark Hagendorn liefert. Mit dabei ist ein berlinernder Wolfgang Bahro, dem der Balanceakt gelingt, nicht ins Lächerliche abzudriften. In weiteren Rollen sind so großartige Stimmen wie die von Lisa Cardinale, Luisa Wietzorek, Tim Knauer und Jannik Endemann zu hören. "Knick Geflüster" erfüllt den Wunsch nach kurzweiliger Krimi-Unterhaltung mit maritimem Flair.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Contendo Media





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