Hier geht`s zur Picture-Review von BROADWAY CALLS & ALKALINE TRIO am 23. Januar im Hamburger Grünspan!
Was sie da wollten? Nein, nicht ihren Frust über das Wetter in der frostigen Donau ertränken, sondern dann wohl eher in Alkohol und lauter Musik im Flex. Der Anlass: ALKALINE TRIO hatten endlich ihren Weg in die österreichische Hauptstadt gefunden und präsentierten passend zum Wetter ihre düsteren Lyrics in der angesagten Konzertlocation. Die Stimmung war gut, einige Besucher geradezu euphorisch, wenn ich mich an die Begrüßung eines mir Unbekannten erinnere, der jedem – gewollt oder ungewollt – lautstark mitteilte, wie sehr er sich auf ALKALINE TRIO freue und wie heute sein Lebenstraum in Erfüllung ginge.
Das versprach ja schon mal Gutes.Endlich drinnen im Warmen fand ich mich höchst erfreulicherweise klare Luft atmend wieder – an jedem freien Fleckchen hing ein Plakat, auf dem die Band bat vom Rauchen in der Konzerthalle abzusehen. Meine Sympathie hatten die Jungs damit schon mal, die meiner Begleitung sank rapide gegen den Gefrierpunkt. Jaja, die Debatte wo, wann und wie man rauchen darf wird sich wohl noch länger durch die österreichischen Clubs und Lokale ziehen, aber davon sei an anderer Stelle geschrieben.
Pünktlich um 20:00 Uhr eröffneten BROADWAY CALLS den Abend. Die drei Jungs aus Oregon (näheres dazu in einem hier vor kurzem erschienen Artikel) hatten es sich zur Aufgabe gemacht, ihre 30 Minuten Stagetime voll auszunutzen. Gefühlt packten sie ein 90 Minuten Set in diese halbe Stunde und dementsprechend kurz kamen Reden und Publikumskontakt. Bis zum fünften Song machten sie vorsichtshalber nicht einmal Pausen zum Klatschen. Der Drummer – ein sehr kräftig gebauter Mann – schien einen gesunden Hass auf sein Schlagzeug zu haben, denn er hieb mit einer solchen Gewalt auf die Felle und Becken ein, dass ich fürchtete mir würden gleich Teile davon um die Ohren fliegen. Nach mindestens jedem zweiten Song sprang ein Techniker auf die Bühne und schraubte am Schlagwerk herum – anscheinend hatte man beim Soundcheck an der Zeit gespart was auch die Klangqualität erklären würde.
Der Tontechniker muss Petersilie in den Ohren gehabt haben, denn das, was ihm sonst so klangtechnisch gerühmten Flex an diesem Abend aus den Lautsprechern tönte sollte rechtlich verfolgt werden. Der Gesang zu leise, die Gitarre quasi stumm und ein Gewummse von Bassdrum und Bass, das einem die Eingeweide zusammenknotete. Das hatte diese Band nicht verdient. Denn trotz des Breis, der da an meine Ohren drang, konnte ich dennoch die technische Qualität der Band heraushören und die ausgezeichnete Stimme des Sängers erahnen. Ich hätte gerne mehr davon gehabt…
Was die kargen Kommentare von BROADWAY CALLS angeht – Jungs ihr hättet mehr sagen sollen! Eure Musik ist wirklich super, aber bei einem Konzert sind es dann doch die Reden, die darüber entscheiden, ob man sich am nächsten Tag die MySpace-Site anschaut oder nicht. Allein die über die Bühne gebrachte Suche der Band am Ende des Sets nach einem Schlafplatz für die Nacht ließ erahnen, wie sympathisch diese Truppe ist. Soweit so gut. Der Sound war mies – die Band hervorragend. Nun zum Hauptakt des Abends: ALKALINE TRIO!Aus der Stadt des Jazz und der Gangster – Chicago - stammt die Dreierformation um Sänger und Gitarrist Matt Skiba, der das einzig übrig gebliebene Gründungsmitglied stellt. Singen tun übrigens alle Mitglieder von ALKALINE TRIO, gesetzt den Fall, die Mikrofone sind eingeschalten und richtig eingestellt (der Tontechniker GRRRRRRRR!) und für ihre Lyrics sind sie auch bekannt. Fröhlich Melodien untermalen die Texte über Tod, Liebeskummer, Alkohol und Drogen und machen die Songs teilweise so bizarr, dass es einem kalte Schauer über den Rücken regnet – also passend zum Wetter. Das Publikum jubelte, als die Band die Bühne betrat. Als sie loslegte, erstarb der Jubel und man hörte immer wieder missgestimmte Kommentare – je später der Abend auch potentielle Morddrohungen in Richtung Mischpult schallen. Der zweite Song, auf den besonders meine Begleitung gewartet hatte: "Calling All Skeletons" ging wieder einmal im Einheitsbrei der Bassdrum und des Bass unter und man hörte die einmalig knarzige Stimme von Mike Skiba so gut wie gar nicht.

Positiv hierzu kann man nur sagen, dass der Tonmann es schaffte bis zur Zugabe eine halbwegs annehmbare Mixtur abzuliefern, aber wer 45 Minuten eine ausgezeichneten Band derart entstellt zugeführt bekommt, kann sich auch über diesen kleinen Erfolg kaum noch freuen – mir geht es zumindest so und ich war nicht nur einmal aus diesem Grund den Tränen nahe. Abgesehen von der verheerenden Tonqualität bleibt zu betonen, dass die Show einwandfrei war – sehr authentisch und nicht einmal gekünstelt brachte das basische Trio ihre Musik dem Publikum nahe und nachdem sich der Schock und Unmut über den Sound etwas gelegt hatte ging es auch mit der Stimmung bergauf. Selbst als Skiba einen Song deutschem Bier widmete, brachen nur vereinzelt Tumulte aus und die meisten ließen das mit einem Schmunzeln durchgehen – so was kann ja wohl nicht mal ein Amerikaner ernst meinen. Nach einer Stunde war der Spuk aber auch leider schon wieder vorbei und auch Trost auf baldige Fortsetzung gab es von der Bühne keinen, im Gegenteil, laut eigener Aussage kommen sie erst in drei bis vier Jahren wieder. Aber das wird man dann ja sehen.

Alles in allem war es ein denkwürdiger Abend für Fans, ein katastrophaler Abend für Soundgourmets und für alle dazwischen ein Sitzen zwischen den Stühlen. Die Show war, um es mit Skibas Worten zu sagen: "Cocky... and by cocky I mean awesome..."
###Anja Prietl###
************************************************************************


SLAM #41 - JETZT am Kiosk!
mit Poster & CD!!!
In Deutschland um nur 3,90€!!!
(A: 4,30€ / BeNeLux: 4,60€ / F,I,E: 5,25€ /
GR: 6,05€ / CH: 7,80 SFR)
mit Poster & CD!!!
In Deutschland um nur 3,90€!!!
(A: 4,30€ / BeNeLux: 4,60€ / F,I,E: 5,25€ /
GR: 6,05€ / CH: 7,80 SFR)





36 CRAZYFISTS & POISON THE WELL
AFFENMESSERKAMPF, BLACK HOLE OF CALCUTTA, GUN MOB & THE GENTLE ART OF CHOKIN'
AMORPHIS, BEFORE THE DAWN & AMORAL
ASSORTED JELLYBEANS & ORÄNGÄTTÄNG
BANE & DOWN TO NOTHING
BETRAYED & TO KILL
BRING ME THE HORIZON, A DAY TO REMEMBER & AUGUST BURNS RED
BROADWAY CALLS & ALKALINE TRIO
CHUCK RAGAN & DIGGER BARNES
COMEBACK KID & DEFEATER
COMEBACK KID, ARCHITECTS, MISERY SIGNALS, BANE & OUTBREAK
DEAD SWANS, THE BLACKOUT ARGUMENT, THIS IS HELL
DEATH IS NOT GLAMOROUS, THE RIOT BEFORE & BRACKETS CLOSED
DEEZ NUTZ, YOUR DEMISE & MORE THAN LIFE
Die SLAM-Backstagereporter bei BOOZED!
DINOSAUR JR & KEITH CAPUTO
DWARF8 Surf Worldcup 2009
Eastpak Antidote Tour 2009
END OF GREEN & SYMPATHY FOR NOTHING
FRANK TURNER & JAAKKO & JAY
Give It A Name Festival 2009
GOLD KIDS, LEWD ACTS, AGAINST YOUR SOCIETY, RISE & FALL, RZL DZL und WAR HUNGRY
HAVE HEART, RISE & FALL & SHIPWRECK A.D.
HOT WATER MUSIC, STRIKE ANYWHERE & A WILHELM SCREAM
ISIS
JOEY CAPE, JON SNODGRASS & CHAD REX
JUNKY DONKEY & DRIFTWOOD FAIRYTALES
KITTY IN A CASKET
Live-Review: 3 FEET SMALLER im Wiener Flex (07.03.2009)
Live-Review: CHUCK RAGAN im Wiener Chelsea (08.02.2009)
Live-Review: CRO-MAGS im Hamburger Hafenklang (03.03.2009)
Live-Review: EDITORS im Campo Pequeno in Lissabon (10.12.2009)
Live-Review: EDITORS in der Münchner Tonhalle (29.11.2009)
Live-Review: FAITH NO MORE in der Frankfurter Jahrhunderthalle (22.06.2009)
Live-Review: Groezrock Festival in Meerhout/Belgien (17.-18.04.2009)
Live-Review: HIGHFIELD Festival am Stausee Hohenfelden/Erfurt (21.08.-23.08.2009)
Live-Review: Homegrown-Tour 2010
Live-Review: IN FLAMES in der Wiener Arena (26.03.2009)
Live-Review: KREATOR & CALIBAN im Wiener Gasometer (14.02.2009)
Live-Review: LINDA MARTINI & RIDING PANICO in der Musicbox Lissabon (30.07.2009)
Live-Review: MANDO DIAO beim Billabong Air & Style in Innsbruck (31.01.2009)
Live-Review: MOGWAI am 05. Februar in der Aula Magna in Lissabon
Live-Review: OCEANSIZE in Regensburg (17.11.2009)
Live-Review: Optimus Alive Festival in Lissabon/Portugal (09.07. - 11.07.2009)
Live-Review: REEL BIG FISH im Hamburger Grünspan (31.01.2009)
Live-Review: SILVESTER bei Michelle Records in Hamburg (30.04.2009)
Live-Review: SOCIAL DISTORTION im Münchener Zenith (15.06.2009)
Live-Review: T-Mobile Extreme Playgrounds Streetsession im Velodrom Berlin (06.12.2009)
Live-Review: THE ALL-AMERICAN REJECTS in der Wiener Arena (14.06.2009)
Live-Review: THE CASTING OUT in der Wiener Arena (08.07.2009)
Live-Review: TORI AMOS im Radiokulturhaus Wien (06.05.2009)
Live-Review: Volvo X OVER RIDE 09 am Gletscher in Kaprun (11. & 12.04.2009)
LOUI VETTON
MILES AWAY, AT HALF-MAST, BLKOUT, FALL APART & EVENWORSE
MUDHONEY & KILLED BY 9V BATTERIES
NO USE FOR A NAME & ONLY CRIME
NO USE FOR A NAME, ONLY CRIME & SCHEISSE MINELLI
OASIS
PARADISE LOST & SAMAEL
PROPAGANDHI & MATULA
PROPAGANDHI & RENTOKILL
RAISED FIST, DEEZ NUTS & ENDWELL
REEL BIG FISH
Rip Curl Frozen Water Jam 09
RITUAL, ATTITUDE & GOLDUST
SHAM 69
SHOOK ONES & RED TAPE PARADE
SHOOK ONES & RED TAPE PARADE
SIGHTS & SOUNDS, MEN EATER & BERNAYS PROPAGANDA
SOCIAL DISTORTION, LEFT ALONE & THE DURANGO RIOT
SOLE METHOD
SPINNERETTE & THE PICTUREBOOKS
STATIC THOUGHT & U-LOCK JUSTICE
STRAWBERRY BLONDES & GRÖLBÜDELS
STRENGTH APPROACH & CRO-MAGS
SUBURBAN SCUMBAGS & SFNU
TACKLEBERRY & CALEYA
THE ADICTS
THE ADICTS
THE ALL-AMERICAN REJECTS & SPARKS THE RESCUE
THE ECCOS & STREETLIGHT MANIFESTO
THE GERMS & TEXAS TERRI BOMB
THE VADERS & HIGHSCHOOL NIGHTMARE
THIS IS HELL, THE BLACKOUT ARGUMENT & DEAD SWANS
THURSDAY, POISON THE WELL & BETWEEN LOVE AND MADNESS
TOASTERS, DEAL'S GONE BAD & SIX TIN JONESY
TRASH TALK, MIND TRAP & JUGGERNAUT
Vainstream Rockfest
Video-Review: Billabong Air & Style II/09
WOLFMOTHER