Das Highfield Festival fand dieses Jahr leider zum letzten Mal in Hohenfelden statt, kann aber auf eine mittlerweile 12-jährige Geschichte zurückblicken und soll 2010 an einer anderen Stelle im Osten Deutschlands weitergeführt werden. Die Bands teilten sich auch in diesem Jahr die große Main Stage und das Coca Cola Soundwave Zelt, mit kleinerer Bühne und angenehmer Club-Atmosphäre.Reunions machen Sinn!
Reunions haben auch 2009 Bestand. Das altgediente Bands auch ihren zweiten Frühling erleben können und nicht immer ein Reinfall sind, war auf dem Highfield dieses Jahr eindrucksvoll zu sehen. Die Konzerte von FAITH NO MORE und SELIG zählten zu den Höhepunkten des Festivals. Beide Bands zeigten Spielfreude und Qualität bei ihren Auftritten und konnten manchen Jungspunden noch Mal zeigen wo der Hammer hängt.
Was Dexter zuviel hat, hat Chino jetzt weniger
In die Jahre gekommen sind auch Sänger Dexter Holland und Gitarrist Noodles von THE OFFSPRING. Letzterer hüpfte zwar immer noch wie ein Flummi über die Bühne, nur Dexters Bäckchen war schon das gute Essen seiner Frau anzumerken. Aber die Herren dürfen auch in Ruhe altern und ein paar Kilo mehr auf den Rippen haben. Der Musik tat´s ja keinen Abbruch, denn gerockt haben sie trotzdem.
Chino Moreno, seines Zeichens Sänger der DEFTONES, hat wiederum Einiges an Körpermasse eingebüßt. Sprengte der übergewichtige Frontmann noch bei Veröffentlichung des letzten DEFTONES-Albums "Saturday Night Wrist" (2006) jeglichen (Bilder)Rahmen, kam er beim Highfield deutlich dünner und agiler daher.
Auch die Newcomer dürfen ran
Neben dem Coca Cola Soundwave Zelt durften einige junge Bands auch auf der Main Stage ihr Können unter Beweis stellen. So z.B. am Sonntag um 12:00 Uhr die jungen Freiburger Deutsch-Rocker von WIR, die knackige 20 Minuten lang intelligente Texte mit Indierock zum Besten gaben.

THE MACCABEES aus Brighton konnten am Samstagabend die kleine Zeltbühne zum Beben bringen und die Leute fleißig zum Tanzen animieren. Ebenso die Australier von THE TEMPER TRAP, die mit ausgeklügeltem Alternative Rock am Sonntagabend die Zeltbühne rockten.

Folk, Country und eine Prise Rock war dann bei den Flanellhemden tragenden BLITZEN TRAPPER zu hören, die eine erdige und abwechslungsreiche Mischung darboten.
FURT – das Nebenprojekt vom Chefarzt
Am Samstagabend heizt das FARIN URLAUB RACING TEAM einem begeisterten Publikum von der Hauptbühne aus ein. Der Oberarzt Farin Urlaub war diesmal mit seiner Damenmannschaft zugange und ein regelrechter Publikumsmagnet. Zeitweise wurde die Stimmung vor der Bühne so heftig, dass Farin mitten im Lied stoppte um einem Besucher verbal wieder auf die Beine zu helfen. In breitem Berliner Dialekt und unter tosendem Beifall kommentierte er den Vorfall dann lediglich mit einem "und wieder ein Menschenleben gerettet". Respekt vor soviel Achtung vor seinem Publikum!
THE OFFSPRING – Punk ist eben doch zeitlos
Punkig ging es dann weiter, als THE OFFSPRING die Bühne enterten. Zwar ist die Band, allen voran Frontmann Dexter Holland und Gitarrist Noodles, schon etwas in die Jahre gekommen, aber ein gewisser Kultfaktor ist den Punks aus Kalifornien nicht abzusprechen. Hits wie "Americana", "Come Out And Play" und "Have You Ever Seen" dürfen natürlich nicht fehlen und werden von den Fans lauthals mitgesungen. Bei "Gone Away" sitzt Dexter solo am Piano und singt mit ergreifender und markanter Stimme die Ballade. Zwischendurch greift er auch zur akustischen Gitarre und lacht über die Kommentare seines Kumpels Noodles, der Bier besser findet als Jägermeister. Die Zugabe "Self Esteem" darf natürlich nicht fehlen und wird vom Publikum voller Inbrunst mitgegrölt.
War ja klar: Die Reihen sind nach dem OFFSPRING-Gig deutlich gelichtet, als um kurz nach Mitternacht die wieder vereinigten Alternative- und Crossover Helden von FAITH NO MORE in pastellfarbenen Anzügen auf die Bühne kommen. Wahrscheinlich müssen die überalkoholisierten Kids jetzt alle in ihr Zelt gehen und brechen und wissen nicht, dass sie einen grandiosen Auftritt verpassen werden.
FAITH NO MORE – Für mich die beste Band des Festivals
Die Band startet mit sanftem Easy Listening Jazz unter deren großem Jubel Sänger Mike Patton, ebenfalls mit lachsfarbenem Anzug und Spazierstock, auf die Bühne wankt. FAITH NO MORE sehen optisch unverändert aus. Einzig allein Schlagzeuger Mike Bordin ist ein grauer Haaransatz an den langen Rastas anzusehen.
Die Band ist sehr energetisch und spielfreudig. Ausnahmesänger Mike Patton streift über die Bühne wie ein streunender Löwe und keift sich, mal mit Funkgerät oder Megaphon bewaffnet, die Seele aus dem Leib. Bassist Billy Gould headbangt wie ein Berserker und drischt auf seinen Bass ein, während Keyboarder Roddy Bottum cool und lässig an seinen Tasten steht. Patton schreit bei "Cuckoo For Caca" und quiekt wie ein Schwein, um im nächsten Moment bei "Evidence" wieder ordentlich Soul in seine Stimme zu legen. Bei "Easy" entert das Energiebündel die Vorbühne, spielt Kamerakind und besetzt den Barhocker der Kamerafrau, um bei "Epic" wieder wild über die Bühne zu springen. Roddy Bottum beendet das Lied mit einem schönen Piano-Outro. Patton beweist bei "I Started A Joke" einmal mehr seine Entertainerqualitäten, ehe er "The Gentle Art Of Making Enemies" hinterherschiebt. Beim akustischen "King For A Day" verzerrt Mike Patton die Stimme mit Hilfe seines Vocoders, schnalzt, gluckst und blubbert in sein Mikro um die unterschiedlichsten Effekte aus seiner markanten Stimme zu Filtern. "Freak" fällt mir nur dazu ein und die Jungs haben Spaß, wie Patton mit einem Lachen bei "Just A Man" verrät.
Als die Musiker für die Zugaben wieder auf die Bühne kommen, freut sich Bassist Billy Gould über die Version FAITH NO MORE 2.0 und bemerkt nebenbei, dass es ja schon "fuckin´ late" sei. Mike Pattons Frage, was das Publikum denn nach dem Konzert noch vorhabe, bleibt allerdings unbeantwortet. Ich habe nach diesem grandiosen Auftritt allerdings keine Fragen mehr und schlafe überglücklich im kalten Auto ein.
TURBOSTAAT – Fast mit Kaffee und Kuchen
Der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre und passend zur Kaffeetrinkenszeit werden TURBOSTAAT schon mit Applaus auf der Hauptbühne begrüßt, ohne auch nur einen Ton vorher gespielt zu haben. Die fünf Flensburger legen mit authentischem Punkrock sofort los und sind darüber hinaus unglaublich nett. Das Publikum weiß alle Zeilen von "Harm Rochel" und "Der Frosch Hat´s Versaut" mitzusingen, während sich Sänger Jan mit "Husum Verdammt Noch Mal" die Seele aus dem Leib brüllt. Zugaben werden am Ende des 30 minütigen Auftritts lauthals gefordert, aber leider von den Veranstaltern nicht gewährt, was der sympathische Bassist Tobert mit trauriger Miene und einem ungläubigen Achselzucken kommentiert.
SELIG – Was habt ihr all die Jahre verpasst?
Ein weiterer Reunion-Höhepunkt des Highfield-Festivals wird der Auftritt von SELIG sein. Gitarrist Christian Neander stimmt selbst seine Gitarren und hilft beim Umbau mit - Respekt! Alle fünf Musiker stimmen sich mit einer kurzen Jam-Session für den Auftritt ein und leiten dann in "Ist Es Wichtig" über. Sänger Jan Plewka kommt unter tosendem Beifall und ganz in Rot, mit Hut und Sonnenbrille auf die Bühne gesprintet. Er zappelt mit dem Mikro hin und her und ist an diesem Tag besonders gut drauf. "Das nächste Lied kennt ihr", ruft er übermütig in die Menge und stimmt das neue "Schau Schau" an. Weiter geht es wieder mit neuem Material "Du Siehst Gut Aus", um dann bei SELIGs Anfängen mit "Sie Hat Geschrien" anzuknüpfen, bei dem Jan und Gitarrist Christian Neander Keyboarder Malte zu Füßen liegen. Bei "Die Alte Zeit Zurück" wälzt sich Jan Plewka auf dem Boden und freut sich anschließend "Crazy Highfield! Wir sind wieder SELIG! Was haben wir all die Jahre verpasst? Gebt uns Liebe!" Seine Bandkumpels grinsen zustimmend und bei "Wir Könnten Die Besten Sein" schreien Christian und Bassist Leo gemeinsam in ein Mikro. Die Band ist spielerisch sehr gut drauf und heizt die Stimmung immer mehr auf, sodass es zu "Yeah Oh"-Sprechchören vor der Bühne kommt.
SELIG zünden für das Festivalpublikum nur Hits und bei "Wenn Ich Wollte" surft Jan über die Köpfe der Zuschauer hinweg um kurz darauf an der vorderen Absperrung entlang zu rennen. Auf der Bühne verliert sich Christian Neander in sein Solo und erzeugt wilde Feedback-Orgien vor seinem Verstärker. "Ohne Dich" kündigt Jan als "neurotisches Liebeslied für gebrochene Herzen" an. Und er weiß: "Die Zeit heilt". Christian spielt mit geschlossenen Augen auf der Akustikgitarre und das Publikum singt die bekannten Zeilen. Ein wahrer Gänsehautmoment. Auch für die Musiker auf der Bühne, denn Keyboarder Malte und Bassist Leo spielen ebenfalls mit geschlossenen Augen, während Schlagzeuger Stoppel Eggert lässig eine Zigarette raucht. Beim markanten Solo wechselt Christian von seiner Akustikgitarre auf die elektrische und zaubert mit jeder Menge Soul cremige Töne aus seinem Instrument. Voller Adrenalin kommt das letzte Lied "Wir Werden Uns Wiedersehn", bei dem Band und Publikum noch mal voll mitgehen. Auch hier, lässt der Veranstalter leider keine Zugaben mehr zu, nur das hypnotisierende "Traumfenster" erklingt beim Umbau leise aus den Boxen. Schade, gerne hätte man mehr von den sympathischen Hamburgern gehört, denn ihr Auftritt war wirklich grandios!
APOCALYPTICA – Schwermetallische Kammermusik
Zum Abendbrot spielen dann die Finnen von APOCALYPTICA instrumentales aus der Welt des Metal und lassen die Matte wehen. Das Gelände wird langsam immer voller, denn der Auftritt der TOTEN HOSEN rückt langsam in greifbare Nähe. Doch zuvor freue ich mich auf einen ganz besonderen Höhepunkt. Nämlich die DEFTONES aus Sacramento, Kalifornien!
DEFTONES – Auch mit Ersatzbassist eine Wucht
In gelbem DEFTONES Shirt betrete ich den Fotograben und Fans in der ersten Reihe honorieren, dass ein Fotograf und "Pressefuzzi" auch gleichzeitig "Fan" sein kann. Um 18:45 Uhr schlurfen die DEFTONES auf die Bühne und Sänger Chino Moreno positioniert sich zu den Klängen zu "Fieticiera" auf einem erhöhten Podest am vorderen Bühnenrand. Ich war auf den Auftritt besonders gespannt, denn Bassist Chi Cheng liegt leider schon seit einigen Monaten nach einem schweren Unfall im Koma (wir berichteten) und wurde für Liveauftritte der Band durch den Freund Sergio Vega (ehemals QUICKSAND) ersetzt.
Zu meiner Überraschung gerät der Auftritt aber nicht zu einer Gedenkfeier für Chi, lediglich der Song "Headup" wird ihm gewidmet. Die Band ist gut drauf, macht Witze und Bassist Sergio Vega passt optisch und spielerisch ebenfalls gut zur Band. Chino lässt es sich nicht nehmen zu "Hexagram" von der Bühne zu kommen und den Song über den Köpfen der Fans in der ersten Reihe zu singen. Ich bin mit meinem Objektiv natürlich ganz nah dran und freue mich wie Schnitzel, als Chino hautnah an mir vorbeiläuft! Wieder auf der Bühne schnappt er sich seine Gibson SG Gitarre und spielt den Übersong "Beware" vom letzten Album. DJ Frank Delgado leitet mit elekronischen Soundscapes zwischen den Einzelnen Songs über. Das Gitarrist Steven Carpenter überhaupt noch aus seinen knallroten Augen gucken kann ist verwunderlich. Aber trotzdem spielt er den Überhit "Be Quiet And Drive (Far Away)" mit tonnenschwerer Wucht, dass sich Chino am Ende des Lieds die Stimme aus dem Hals quiekt. Neben einigen Songs von "Saturday Night Wrist" wird natürlich auch die "White Pony"-Ära mit Songs wie "RX Queen" und "Korea" bedacht. "We got the wold in our fingertips" bemerkt Chino im Sonnenuntergang zur abgehenden Masse, welche die DEFTONES gebührend bei "Back To School" verabschiedet. Ebenfalls ein grandioser Auftritt!
Das Gelände ist mittlerweile proppenvoll, was am bald darauffolgenden Auftritt von RISE AGAINST und den TOTEN HOSEN liegt. Für mich ist, aus organisatorischen Gründen, das Festival-Wochenende schon vorüber, doch ich hatte was ich wollte: Super Bands, gute Fotos, ein paar neue Bandshirts und schönes Wetter. Gute Nacht Highfield!
THE OFFSPRING – Punk ist eben doch zeitlos
Punkig ging es dann weiter, als THE OFFSPRING die Bühne enterten. Zwar ist die Band, allen voran Frontmann Dexter Holland und Gitarrist Noodles, schon etwas in die Jahre gekommen, aber ein gewisser Kultfaktor ist den Punks aus Kalifornien nicht abzusprechen. Hits wie "Americana", "Come Out And Play" und "Have You Ever Seen" dürfen natürlich nicht fehlen und werden von den Fans lauthals mitgesungen. Bei "Gone Away" sitzt Dexter solo am Piano und singt mit ergreifender und markanter Stimme die Ballade. Zwischendurch greift er auch zur akustischen Gitarre und lacht über die Kommentare seines Kumpels Noodles, der Bier besser findet als Jägermeister. Die Zugabe "Self Esteem" darf natürlich nicht fehlen und wird vom Publikum voller Inbrunst mitgegrölt. War ja klar: Die Reihen sind nach dem OFFSPRING-Gig deutlich gelichtet, als um kurz nach Mitternacht die wieder vereinigten Alternative- und Crossover Helden von FAITH NO MORE in pastellfarbenen Anzügen auf die Bühne kommen. Wahrscheinlich müssen die überalkoholisierten Kids jetzt alle in ihr Zelt gehen und brechen und wissen nicht, dass sie einen grandiosen Auftritt verpassen werden.
FAITH NO MORE – Für mich die beste Band des Festivals
Die Band startet mit sanftem Easy Listening Jazz unter deren großem Jubel Sänger Mike Patton, ebenfalls mit lachsfarbenem Anzug und Spazierstock, auf die Bühne wankt. FAITH NO MORE sehen optisch unverändert aus. Einzig allein Schlagzeuger Mike Bordin ist ein grauer Haaransatz an den langen Rastas anzusehen.Die Band ist sehr energetisch und spielfreudig. Ausnahmesänger Mike Patton streift über die Bühne wie ein streunender Löwe und keift sich, mal mit Funkgerät oder Megaphon bewaffnet, die Seele aus dem Leib. Bassist Billy Gould headbangt wie ein Berserker und drischt auf seinen Bass ein, während Keyboarder Roddy Bottum cool und lässig an seinen Tasten steht. Patton schreit bei "Cuckoo For Caca" und quiekt wie ein Schwein, um im nächsten Moment bei "Evidence" wieder ordentlich Soul in seine Stimme zu legen. Bei "Easy" entert das Energiebündel die Vorbühne, spielt Kamerakind und besetzt den Barhocker der Kamerafrau, um bei "Epic" wieder wild über die Bühne zu springen. Roddy Bottum beendet das Lied mit einem schönen Piano-Outro. Patton beweist bei "I Started A Joke" einmal mehr seine Entertainerqualitäten, ehe er "The Gentle Art Of Making Enemies" hinterherschiebt. Beim akustischen "King For A Day" verzerrt Mike Patton die Stimme mit Hilfe seines Vocoders, schnalzt, gluckst und blubbert in sein Mikro um die unterschiedlichsten Effekte aus seiner markanten Stimme zu Filtern. "Freak" fällt mir nur dazu ein und die Jungs haben Spaß, wie Patton mit einem Lachen bei "Just A Man" verrät.
Als die Musiker für die Zugaben wieder auf die Bühne kommen, freut sich Bassist Billy Gould über die Version FAITH NO MORE 2.0 und bemerkt nebenbei, dass es ja schon "fuckin´ late" sei. Mike Pattons Frage, was das Publikum denn nach dem Konzert noch vorhabe, bleibt allerdings unbeantwortet. Ich habe nach diesem grandiosen Auftritt allerdings keine Fragen mehr und schlafe überglücklich im kalten Auto ein.
TURBOSTAAT – Fast mit Kaffee und Kuchen
Der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre und passend zur Kaffeetrinkenszeit werden TURBOSTAAT schon mit Applaus auf der Hauptbühne begrüßt, ohne auch nur einen Ton vorher gespielt zu haben. Die fünf Flensburger legen mit authentischem Punkrock sofort los und sind darüber hinaus unglaublich nett. Das Publikum weiß alle Zeilen von "Harm Rochel" und "Der Frosch Hat´s Versaut" mitzusingen, während sich Sänger Jan mit "Husum Verdammt Noch Mal" die Seele aus dem Leib brüllt. Zugaben werden am Ende des 30 minütigen Auftritts lauthals gefordert, aber leider von den Veranstaltern nicht gewährt, was der sympathische Bassist Tobert mit trauriger Miene und einem ungläubigen Achselzucken kommentiert.SELIG – Was habt ihr all die Jahre verpasst?
Ein weiterer Reunion-Höhepunkt des Highfield-Festivals wird der Auftritt von SELIG sein. Gitarrist Christian Neander stimmt selbst seine Gitarren und hilft beim Umbau mit - Respekt! Alle fünf Musiker stimmen sich mit einer kurzen Jam-Session für den Auftritt ein und leiten dann in "Ist Es Wichtig" über. Sänger Jan Plewka kommt unter tosendem Beifall und ganz in Rot, mit Hut und Sonnenbrille auf die Bühne gesprintet. Er zappelt mit dem Mikro hin und her und ist an diesem Tag besonders gut drauf. "Das nächste Lied kennt ihr", ruft er übermütig in die Menge und stimmt das neue "Schau Schau" an. Weiter geht es wieder mit neuem Material "Du Siehst Gut Aus", um dann bei SELIGs Anfängen mit "Sie Hat Geschrien" anzuknüpfen, bei dem Jan und Gitarrist Christian Neander Keyboarder Malte zu Füßen liegen. Bei "Die Alte Zeit Zurück" wälzt sich Jan Plewka auf dem Boden und freut sich anschließend "Crazy Highfield! Wir sind wieder SELIG! Was haben wir all die Jahre verpasst? Gebt uns Liebe!" Seine Bandkumpels grinsen zustimmend und bei "Wir Könnten Die Besten Sein" schreien Christian und Bassist Leo gemeinsam in ein Mikro. Die Band ist spielerisch sehr gut drauf und heizt die Stimmung immer mehr auf, sodass es zu "Yeah Oh"-Sprechchören vor der Bühne kommt.SELIG zünden für das Festivalpublikum nur Hits und bei "Wenn Ich Wollte" surft Jan über die Köpfe der Zuschauer hinweg um kurz darauf an der vorderen Absperrung entlang zu rennen. Auf der Bühne verliert sich Christian Neander in sein Solo und erzeugt wilde Feedback-Orgien vor seinem Verstärker. "Ohne Dich" kündigt Jan als "neurotisches Liebeslied für gebrochene Herzen" an. Und er weiß: "Die Zeit heilt". Christian spielt mit geschlossenen Augen auf der Akustikgitarre und das Publikum singt die bekannten Zeilen. Ein wahrer Gänsehautmoment. Auch für die Musiker auf der Bühne, denn Keyboarder Malte und Bassist Leo spielen ebenfalls mit geschlossenen Augen, während Schlagzeuger Stoppel Eggert lässig eine Zigarette raucht. Beim markanten Solo wechselt Christian von seiner Akustikgitarre auf die elektrische und zaubert mit jeder Menge Soul cremige Töne aus seinem Instrument. Voller Adrenalin kommt das letzte Lied "Wir Werden Uns Wiedersehn", bei dem Band und Publikum noch mal voll mitgehen. Auch hier, lässt der Veranstalter leider keine Zugaben mehr zu, nur das hypnotisierende "Traumfenster" erklingt beim Umbau leise aus den Boxen. Schade, gerne hätte man mehr von den sympathischen Hamburgern gehört, denn ihr Auftritt war wirklich grandios!
APOCALYPTICA – Schwermetallische Kammermusik
Zum Abendbrot spielen dann die Finnen von APOCALYPTICA instrumentales aus der Welt des Metal und lassen die Matte wehen. Das Gelände wird langsam immer voller, denn der Auftritt der TOTEN HOSEN rückt langsam in greifbare Nähe. Doch zuvor freue ich mich auf einen ganz besonderen Höhepunkt. Nämlich die DEFTONES aus Sacramento, Kalifornien!
DEFTONES – Auch mit Ersatzbassist eine Wucht
In gelbem DEFTONES Shirt betrete ich den Fotograben und Fans in der ersten Reihe honorieren, dass ein Fotograf und "Pressefuzzi" auch gleichzeitig "Fan" sein kann. Um 18:45 Uhr schlurfen die DEFTONES auf die Bühne und Sänger Chino Moreno positioniert sich zu den Klängen zu "Fieticiera" auf einem erhöhten Podest am vorderen Bühnenrand. Ich war auf den Auftritt besonders gespannt, denn Bassist Chi Cheng liegt leider schon seit einigen Monaten nach einem schweren Unfall im Koma (wir berichteten) und wurde für Liveauftritte der Band durch den Freund Sergio Vega (ehemals QUICKSAND) ersetzt.Zu meiner Überraschung gerät der Auftritt aber nicht zu einer Gedenkfeier für Chi, lediglich der Song "Headup" wird ihm gewidmet. Die Band ist gut drauf, macht Witze und Bassist Sergio Vega passt optisch und spielerisch ebenfalls gut zur Band. Chino lässt es sich nicht nehmen zu "Hexagram" von der Bühne zu kommen und den Song über den Köpfen der Fans in der ersten Reihe zu singen. Ich bin mit meinem Objektiv natürlich ganz nah dran und freue mich wie Schnitzel, als Chino hautnah an mir vorbeiläuft! Wieder auf der Bühne schnappt er sich seine Gibson SG Gitarre und spielt den Übersong "Beware" vom letzten Album. DJ Frank Delgado leitet mit elekronischen Soundscapes zwischen den Einzelnen Songs über. Das Gitarrist Steven Carpenter überhaupt noch aus seinen knallroten Augen gucken kann ist verwunderlich. Aber trotzdem spielt er den Überhit "Be Quiet And Drive (Far Away)" mit tonnenschwerer Wucht, dass sich Chino am Ende des Lieds die Stimme aus dem Hals quiekt. Neben einigen Songs von "Saturday Night Wrist" wird natürlich auch die "White Pony"-Ära mit Songs wie "RX Queen" und "Korea" bedacht. "We got the wold in our fingertips" bemerkt Chino im Sonnenuntergang zur abgehenden Masse, welche die DEFTONES gebührend bei "Back To School" verabschiedet. Ebenfalls ein grandioser Auftritt!
Das Gelände ist mittlerweile proppenvoll, was am bald darauffolgenden Auftritt von RISE AGAINST und den TOTEN HOSEN liegt. Für mich ist, aus organisatorischen Gründen, das Festival-Wochenende schon vorüber, doch ich hatte was ich wollte: Super Bands, gute Fotos, ein paar neue Bandshirts und schönes Wetter. Gute Nacht Highfield!
### Fabian Toenges ###





36 CRAZYFISTS & POISON THE WELL
AFFENMESSERKAMPF, BLACK HOLE OF CALCUTTA, GUN MOB & THE GENTLE ART OF CHOKIN'
AMORPHIS, BEFORE THE DAWN & AMORAL
ASSORTED JELLYBEANS & ORÄNGÄTTÄNG
BANE & DOWN TO NOTHING
BETRAYED & TO KILL
BRING ME THE HORIZON, A DAY TO REMEMBER & AUGUST BURNS RED
BROADWAY CALLS & ALKALINE TRIO
CHUCK RAGAN & DIGGER BARNES
COMEBACK KID & DEFEATER
COMEBACK KID, ARCHITECTS, MISERY SIGNALS, BANE & OUTBREAK
DEAD SWANS, THE BLACKOUT ARGUMENT, THIS IS HELL
DEATH IS NOT GLAMOROUS, THE RIOT BEFORE & BRACKETS CLOSED
DEEZ NUTZ, YOUR DEMISE & MORE THAN LIFE
Die SLAM-Backstagereporter bei BOOZED!
DINOSAUR JR & KEITH CAPUTO
DWARF8 Surf Worldcup 2009
Eastpak Antidote Tour 2009
END OF GREEN & SYMPATHY FOR NOTHING
FRANK TURNER & JAAKKO & JAY
Give It A Name Festival 2009
GOLD KIDS, LEWD ACTS, AGAINST YOUR SOCIETY, RISE & FALL, RZL DZL und WAR HUNGRY
HAVE HEART, RISE & FALL & SHIPWRECK A.D.
HOT WATER MUSIC, STRIKE ANYWHERE & A WILHELM SCREAM
ISIS
JOEY CAPE, JON SNODGRASS & CHAD REX
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